Mit rund 3700 Mitgliedern zählt der TSV München-Ost e. V. zu den zehn größten Sportvereinen der bayerischen Landeshauptstadt. Der Verein ist im Münchener Stadtteil Haidhausen beheimatet und steht exemplarisch für Sportvereine in urbanen Räumen, die mit steigender Nachfrage konfrontiert sind. Laut Demografiebericht des Planungsreferats der Landeshauptstadt München wird im unmittelbaren Umfeld des Vereinsgeländes bis 2030 ein erheblicher Bevölkerungszuwachs erwartet. In der Folge steigt der Druck auf bestehende Sportinfrastrukturen – sowohl hinsichtlich der verfügbaren Kapazitäten als auch im laufenden Betrieb.
Diese Entwicklung spiegelt sich unmittelbar in dem breit gefächerten Angebot des Vereins und der damit verbundenen intensiven und ganzjährig wechselnden Nutzung der Sportanlagen wider. Das Sportangebot des TSV München‑Ost richtet sich an Kinder und Erwachsene und umfasst heute 16 Sportarten – von klassischen Mannschaftssportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Tischtennis oder Volleyball über verschiedene Kampfsportarten bis hin zu Turn- und Leichtathletik. Ergänzt wird das Portfolio durch ein vereinseigenes Fitnessstudio sowie ein Boxtraining. Damit erreicht der Verein alle Altersklassen und Geschlechter, begleitet durch engagierte und qualifizierte Trainerinnen und Trainer auf unterschiedlichen Leistungsniveaus.
Um diesen vielfältigen Anforderungen langfristig gerecht zu werden, setzte der TSV München-Ost ein umfassendes Sanierungsprojekt um, das sowohl die bestehenden Sportanlagen als auch den Neubau einer Dreifachsporthalle umfasste. Die neue Halle wurde als Stahlkonstruktion auf die bestehende Sporthalle mit einer Grundfläche von rund 36 × 20 m aufgesetzt – Voraussetzung hierfür war eine statische Ertüchtigung des Bestandsgebäudes. Zusätzlich entstanden durch einen Erweiterungsbau die erforderlichen Nebenräume für die bestehende Sporthalle sowie die neue Dreifachsporthalle.
Mehr Kapazität, neue Anforderungen
Die bauliche Erweiterung ging dabei bewusst über reine Kapazitätsfragen hinaus. Ziel war es, die Sportanlage insgesamt technisch und hygienisch zukunftssicher aufzustellen – insbesondere vor dem Hintergrund erheblich variierender Nutzungsprofile. Gerade in Sportstätten mit wechselnder Auslastung rückt die Trinkwasserhygiene verstärkt in den Fokus. Längere Stagnationszeiten, wie sie beispielsweise während der Ferien vorkommen, erhöhen das Risiko einer übermäßigen Legionellenvermehrung und sind mit einer besonderen Betreiberverantwortung verbunden (siehe Infokasten).
Angesichts dessen wurde im Zuge der Sanierung die Trinkwasser-Installation gezielt neu gedacht. Für die eingesetzten Armaturen standen dabei drei zentrale Anforderungen im Mittelpunkt: Sie sollten die Nutzerhygiene unterstützen und das Risiko von Schmierinfektionen reduzieren, einen ressourcenschonenden Betrieb ermöglichen und zugleich den Erhalt der Trinkwassergüte fördern – auch in Zeiten geringerer Nutzung.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entschieden sich die Verantwortlichen für elektronische Armaturenlösungen von Schell, die in das digitale Wassermanagementsystem SWS eingebunden sind. So lassen sich hygienerelevante Betriebsabläufe gezielt steuern und der bestimmungsgemäße Betrieb der Trinkwasser-Installation wird zuverlässig unterstützt.
Sicher spülen und dokumentieren
Das bei der Sanierung der Sportanlagen des TSV München-Ost installierte Wassermanagementsystem ermöglicht eine gezielte und automatisierte Spülung der gesamten Trinkwasser-Installation – auch über einzelne Entnahmestellen hinaus. Insgesamt wurden dazu 15 elektronische Waschtischarmaturen und 28 Unterputzduschen via Server zu Spülgruppen vernetzt, die zeitgleich angesteuert werden können. Die Stagnationsspülungen erfolgen auf Basis definierter Parameter wie Zeit oder Temperatur und stellen so sicher, dass auch in nutzungsarmen Phasen regelmäßig durchgespült wird.
„Durch die Gleichzeitigkeit der Spülungen können hohe Volumenströme und Turbulenzen im Wasser erreicht werden, die für einen Wassertausch auch in den Randzonen des Rohres sorgen, potenzielle Ablagerungen in den Rohrleitungen verhindern und mikrobiologische Probleme erst gar nicht entstehen lassen“, beschreibt Christian Lerch, Vertriebsbeauftragter bei Schell, die Vorteile. Gleichzeitig reduziert das System den organisatorischen (Personal-)Aufwand für den Betreiber und ist wassersparend, wodurch es eine deutlich wirtschaftlichere und ressourcenschonendere Alternative zu manuellen Spülungen ist.
Die strukturierte Dokumentation aller Maßnahmen bietet dem Betreiber zudem eine belastbare Grundlage für interne Kontrollen sowie für Nachweise gegenüber Behörden im Rahmen von Hygieneprüfungen oder Risikoanalysen. „Da alle Daten, einschließlich der Stagnationsspülungen und berechneten Wasserverbräuche, mit dem System vollständig digital erfasst werden, kann der Betreiber im Fall einer Überprüfung lückenlos nachweisen, dass alle Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwassergüte sach- und fachgerecht umgesetzt wurden“, bestätigt Lerch.
Wassersparend und hygienisch
In Sporthallen spielt zudem der Auslösemechanismus der Armaturen eine große Rolle. Häufig wechselnde Nutzergruppen und verschmutzte Kontaktflächen können hier das Risiko von Schmierinfektionen erhöhen. Aus diesem Grund wurden in den Sanitärbereichen der Sportanlage die elektronischen Waschtischarmaturen Celis E verbaut. Der Wasserfluss lässt sich bei diesem Modell berührungslos via Infrarotsensor auslösen und stoppt automatisch, sobald sich die Hände außerhalb des Erfassungsbereichs befinden. So wird die Nutzerhygiene optimiert.
Zudem sorgt der automatische Wasserstopp für einen wassersparenden Betrieb beim Händewaschen, da nur so viel Wasser fließt, wie benötigt wird. Im Vergleich zu Einhebelmischern ist eine Wasserersparnis von bis zu 70 % möglich, plus Kosteneinsparungen für die Trinkwassererwärmung. In minimalistisch formschöner Optik mit glänzender Chromoberfläche wertet die Armatur außerdem den Waschtischbereich der Sanitärräume auf.
In den Duschräumen des TSV München-Ost wurden die Unterputzduschen Linus D‑C‑T verbaut und ebenfalls mit dem Wassermanagementsystem vernetzt. Hier sorgt die CVD-Touch-Elektronik für eine verbesserte Nutzerhygiene sowie Wasserersparnis, da der Wasserfluss nach voreingestellter Zeit automatisch schließt. Da nur die Betätigungsplatte sichtbar ist, halten die Duscharmaturen erhöhten Belastungen problemlos stand. Eine integrierte Verbrühungsschutz-Technologie bewahrt die Vereinsmitglieder auch bei Kaltwasserausfall oder bei Druckschwankungen im System vor Verletzungen.
Fazit
Mit der Sanierung der Sportanlagen und dem Neubau der Dreifachsporthalle hat der TSV München-Ost nicht nur zusätzliche Kapazitäten geschaffen, sondern die Trinkwasser-Installation gezielt auf die Anforderungen eines modernen, stark frequentierten Sportbetriebs ausgerichtet. Die Kombination aus elektronischen Armaturen und dem digitalen Wassermanagementsystem ermöglicht es, den bestimmungsgemäßen Betrieb auch bei wechselnder Auslastung sicherzustellen und hygienerelevante Prozesse zuverlässig zu steuern.
Gleichzeitig profitiert der Betreiber von einer organisatorischen und personellen Entlastung sowie einer transparenten Dokumentation zur Erfüllung seiner Betreiberpflichten. Das Projekt zeigt damit exemplarisch, wie sich Trinkwasserhygiene, Ressourceneffizienz und Betriebssicherheit im Rahmen einer Sanierung sinnvoll miteinander verbinden lassen.
- Die Ferienzeit erhöht gerade in Sportstätten das Risiko eines Legionellenwachstums und ist daher mit einer besonderen Verantwortung verbunden.
- Die Sanitärarmaturen sollten drei Anforderungen erfüllen: Unterstützung der Nutzerhygiene, ressourcenschonender Betrieb und Sicherung der Trinkwasserhygiene – auch in Zeiten geringerer Nutzung.
- Die digitale Erfassung aller Daten und eine strukturierte Dokumentation aller Spülmaßnahmen bieten dem Betreiber einen belastbaren Nachweis für Kontrollen, Hygieneprüfungen oder Risikoanalysen.
Bild: Schell / Tobias Hase
Bild: Schell / Tobias Hase
Bild: Schell / Tobias Hase
Digitales Wassermanagement als Strategie zur Legionellenprävention
Ein vollständiger Wasserwechsel an allen Entnahmestellen mindestens alle 72 Stunden gilt als wirksamste Maßnahme zur Begrenzung einer Legionellenvermehrung und ist in der VDI-Richtlinie 6023 Blatt 1 verbindlich festgelegt. In Bestandsgebäuden mit wechselnder Auslastung wird dieser Wasseraustausch jedoch häufig nicht zuverlässig erreicht. Nutzungsfreie Zeiten – etwa während Ferien- und Feiertagsphasen – erfordern daher eine gezielte Simulation des bestimmungsgemäßen Betriebs, um die Trinkwassergüte dauerhaft zu sichern.
Digitale Wassermanagementsysteme wie das System SWS von Schell unterstützen Betreiber dabei, diese Anforderungen systematisch umzusetzen. Über eine zentrale Steuerung werden Entnahmestellen automatisch gespült, auch wenn die Räumlichkeiten zeitweise nicht genutzt werden. Gleichzeitig dokumentiert das System alle Vorgänge lückenlos, sodass die Einhaltung hygienischer Vorgaben jederzeit nachvollziehbar ist.
Trinkwasserhygiene und Betreiberpflichten in Sportstätten
Bei Sanierungsprojekten von Sporthallen und anderen (halb-)öffentlichen Gebäuden spielt die hygienische Sicherheit der Trinkwasser-Installation eine zentrale Rolle. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt in § 6 eindeutig vor, dass Krankheitserreger – wie z. B. Legionellen – nicht in gesundheitsgefährdenden Konzentrationen vorhanden sein dürfen. Insbesondere in Objekten mit zeitweise geringer Nutzung oder veränderten Betriebsbedingungen steigt das Risiko einer übermäßigen Legionellenvermehrung. Werden kontaminierte Aerosole z. B. beim Duschen eingeatmet, kann dies zu schweren Lungenentzündungen (Legionellose) führen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und immungeschwächte Personen.