Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Mehrraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Die Stiftung Ecksberg in Mühldorf am Inn blickt auf eine über 150-jährige Tradition in der Betreuung von Menschen mit Behinderung zurück. Im Jahr 2024 wurde eine neue, moderne und barrierefreie Wohnanlage mit drei Gebäuden fertiggestellt. Sie bietet Platz für 81 ständige Bewohner, die in neun Wohngruppen leben. Die drei einzelnen Gebäudetrakte sind durch Gebäuderiegel miteinander verbunden, in denen sich die Treppenhäuser und die Aufzüge befinden. Drei Geschosse bieten jeweils Platz für drei Wohneinheiten mit je neun Bewohnern. Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer mit eigenem Bad. Darüber hinaus gibt es auf jeder Etage Gemeinschaftsräume, eine Küche sowie Büros und Verwaltungsräume. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über Fußbodenheizung und läuft über ein Nahwärmesystem, das überwiegend von einer Hackschnitzelheizung gespeist wird.

Eine wichtige Rolle spielte neben der Einhaltung der Standards der DIN 18040 zur Barrierefreiheit und der Heimmindestbauverordnung auch die DIN ­1946-6 zur Einhaltung der Mindestluftwechselrate. In diesem Zusammenhang kam es darauf an, eine automatische Be- und Entlüftung zu ermöglichen, um einerseits Feuchteschäden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden und gleichzeitig einen entsprechenden Komfort zu erzielen. Hierfür wurde eine Lüftungslösung von Meltem gewählt, bei der die Geräte in den Wohneinheiten installiert und per App gesteuert werden. Insgesamt wurden 127 Geräte der Bauart ­M-­WRG-­II-­E-­F in den Wohneinheiten sowie Wasch- und Sozialräumen eingebaut. In der Wohnanlage wurden die Komfortlüftungen als Mehrraumlösung konzipiert, bei der gleichzeitig Zu- und Abluft in den einzelnen Räumen gewährleistet wird.

Geräteverteilung in jedem zweiten Bad

Jede Wohneinheit besteht aus einem Wohn- und Schlafbereich sowie einem Badezimmer. Dabei fungieren die Badezimmer als Abluft-, die Wohnbereiche als Zulufträume. Die Komfortlüftungsgeräte sollten in den Bädern eingebaut werden. Jedoch befindet sich nur in jeder zweiten Wohneinheit das Bad an der Außenseite des Gebäudes. Da die Lüftungsgeräte aber in der Außenwand zu installieren sind, wurden einfach in jedem außenseitigen Bad zwei Geräte eingebaut. Jedes zweite Gerät ist nun für die Be- und Entlüftung der benachbarten Wohneinheit zuständig. Die Luftführung erfolgt mittels Flexohren, die unter den abgehängten Decken verlaufen. Von einem der beiden Geräte verlaufen diese Leitungen innerhalb der gleichen Wohneinheit, von dem anderen Gerät verlaufen die Leitungen in die benachbarte Wohneinheit.

Wirtschaftliche und intelligente Mehrraumlösung

Im Gebäude wurde bei der Lüftungsanlage eine effiziente Mehrraumlösung umgesetzt. Dies bedeutet, dass mit jeweils nur einem dezentralen Lüftungsgerät mehrere Räume innerhalb einer Wohneinheit versorgt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Räume nebeneinander liegen und es sich um einen Zuluft- und einen Abluftraum handelt - in diesem Fall der Wohnbereich und das Badezimmer. Zwischen beiden Räumen muss ein Luftverbund bestehen, beispielsweise durch unverschließbare Überströmöffnungen in den Türen. Die zugeführte Frischluft gelangt in den Zuluftraum, der in diesem Fall der Wohnbereich ist. Die verbrauchte Abluft wird dann im Bad über die Flexrohrleitungen vom Lüftungsgerät abgesaugt. Die Strecke zwischen Gerät und Abluftraum darf jedoch nicht mehr als 10 m betragen.

Komfortable Steuerung per App

Sämtliche 127 Lüftungsgeräte lassen sich über ein einziges Endgerät mit der Meltem-App steuern. Dabei kann die Einstellung bei Bedarf für jede Wohneinheit individuell erfolgen. Die Ansprache der Geräte erfolgt über insgesamt 18 Gateways. Um die Funkverbindung in jedem Falle sicherzustellen, wurden pro Wohnabschnitt zwei Gateways installiert, an die jeweils 6 bis 8 Geräte angeschlossen wurden. Diese Vorgehensweise wurde aufgrund des Innenausbaus mit Metallständerkonstruktion notwendig. Metall mindert die Reichweite elektronischer Signale. Ohne einen solchen Einfluss lassen sich pro Gateway bis zu 15 Geräte in die App integrieren.

Fazit

Die stationäre Wohnanlage beweist, dass dezentrale Raumlüftungslösungen mit Wärmerückgewinnung inzwischen ein fester Bestandteil der modernen Gebäudeausstattung geworden sind. Ihre einfache Installation und die objektbezogene Auslegung erlauben eine größtmögliche Anpassung. Selbst Speziallösungen, wie der Einbau von zwei Geräten nebeneinander zur Versorgung von je zwei Wohneinheiten, sind realisierbar. Neben einer Reduzierung der Heizkosten tragen die Lüftungsgeräte von Meltem zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Innenraumluftqualität und damit zu einer Erhöhung des Wohlbefindens auch bei nahezu ständigem Aufenthalt im Gebäudeinneren bei.

  • Die Wohnanlage erfüllt DIN 1946-6 durch eine ­automatische Be- und Entlüftung zur Sicherstellung der Mindestluftwechselrate.
  • Alle Lüftungsgeräte sind über 18 Gateways in ein zentrales App-basiertes Steuerungssystem integriert und können wohnungsweise individuell parametriert werden.
Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer mit angeschlossenem Bad.

Bild: Meltem

Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer mit angeschlossenem Bad.
In den an der Außenseite des Gebäudes gelegenen Bädern wurden je zwei Komfortlüftungsgeräte von Meltem in die Außenwand eingebaut. Sie sind hinter einer Blende verborgen.

Bild: Meltem

In den an der Außenseite des Gebäudes gelegenen Bädern wurden je zwei Komfortlüftungsgeräte von Meltem in die Außenwand eingebaut. Sie sind hinter einer Blende verborgen.
In jedem außenseitigen Bad wurden zwei Lüftungsgeräte installiert, wobei jedes zweite Gerät die Be- und Entlüftung der angrenzenden Wohneinheit übernimmt.

Bild: Meltem

In jedem außenseitigen Bad wurden zwei Lüftungsgeräte installiert, wobei jedes zweite Gerät die Be- und Entlüftung der angrenzenden Wohneinheit übernimmt.
Der Zu- und Abluftanschluss zum Wohnraum wurde mittels Flexrohren erstellt. Sie verlaufen unsichtbar unter der abgehängten Decke im Bad.

Bild: Meltem

Der Zu- und Abluftanschluss zum Wohnraum wurde mittels Flexrohren erstellt. Sie verlaufen unsichtbar unter der abgehängten Decke im Bad.
Um die Funkverbindung sicherzustellen, wurden pro Wohnabschnitt zwei Gateways installiert, an die jeweils 6 bis 8 Geräte angeschlossen wurden.

Bild: Meltem

Um die Funkverbindung sicherzustellen, wurden pro Wohnabschnitt zwei Gateways installiert, an die jeweils 6 bis 8 Geräte angeschlossen wurden.
Die individuell einstellbare Steuerung der 127 Lüftungsgeräte erfolgt von einem Endgerät aus über die App von Meltem.

Bild: Meltem

Die individuell einstellbare Steuerung der 127 Lüftungsgeräte erfolgt von einem Endgerät aus über die App von Meltem.

Mehr Lüftungstechnik online

Neugierig geworden?

Weitere Beiträge zum Thema ­Lüftungstechnik gibt es ­online:

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ SBZ E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus SBZ: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen