SHK-Fachhandwerker erleben durch die Digitalisierung einen spürbaren Wandel im Arbeitsalltag. Moderne Heizsysteme lassen sich deutlich einfacher aus der Ferne überwachen und hinsichtlich ihrer Effizienz bewerten als noch vor wenigen Jahren. Durch die Onlineanbindung von Anlagen können viele Betriebsdaten kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden, sodass sich der Bedarf an Vor-Ort-Terminen in bestimmten Fällen reduziert, ohne dass die Anlagenbetreuung darunter leidet. In der Summe verschiebt sich damit der Schwerpunkt vieler Tätigkeiten: weg von reaktiven Einsätzen vor Ort und hin zu datenbasierter Überwachung, gezielter Diagnose und effizienter Serviceorganisation.
Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigen drei typische Anwendungsfälle: Die Onlineüberwachung von Heizsystemen ermöglicht, Betriebszustände und mögliche Abweichungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reagieren, bevor ein technischer Vor-Ort-Einsatz erforderlich wird. Zudem kann die Effizienz neu installierter Wärmepumpen durch einen digitalen Abgleich der Betriebsdaten überprüft werden, was die Inbetriebnahmequalität objektiv absichert und potenzielle Nacharbeiten reduziert. Des Weiteren erlauben Frühwarnsysteme bei Wärmepumpen eine automatische Erkennung von Leistungsverschlechterungen oder atypischem Verhalten, sodass sich Serviceeinsätze besser planen lassen und Kundenreklamationen häufig bereits im Vorfeld vermieden werden können.
Anlagenüberblick per Webportal
Viele SHK-Betriebe kennen das: Die Zahl der zu betreuenden Anlagen wächst, und in vielen Fällen mangelt es dazu an Fachkräften. Das wird insbesondere dann zur Herausforderung, wenn es um Störungen und eine schnelle Fehlerbehebung geht. Entscheidend ist es, rasch die Ursache zu finden, dem Kunden eine fundierte Rückmeldung zu geben und den Fehler gegebenenfalls gleich aus der Ferne zu beheben. Möglich machen das Profilösungen, wie das Webportal ConnectPro des Systemexperten Buderus. Ist ein dafür geeignetes Heizsystem ans Internet angebunden, kann der Endkunde die Anlage für den Fernzugriff durch seinen SHK-Fachhandwerker und den Buderus-Werkskundendienst freischalten. Anschließend lässt sich die Anlage im Webportal aufrufen. Über Smartphone, Tablet oder PC hat der Fachbetrieb den Status dieses und aller weiteren online geschalteten Heizsysteme seiner Kunden im Blick, was einen großen Produktivitätsgewinn im beruflichen Alltag darstellt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Onlinetools wie ConnectPro auch aktiv monitoren und informieren. Tritt ein Anlagenfehler auf, erhält der Heizungsinstallateur direkt eine Benachrichtigung per E-Mail. Das Webportal zeigt zudem die voraussichtliche Ursache der Störung an und macht bei Bedarf einen passenden Ersatzteilvorschlag, falls ein Serviceeinsatz erforderlich ist. Falls notwendig, kann der Heizungsfachmann die Anlagendaten auch per Klick mit dem Werkskundendienst von Buderus teilen.
Praxisbeispiel 1
Funktioniert die Heizungsanlage eines Kunden bereits im ersten Winter nach der Inbetriebnahme nicht wie erwartet, ist der erste Ansprechpartner in der Regel der Installateur. Anstatt jedoch unmittelbar einen Vor-Ort-Termin anzusetzen, kann der SHK-Fachhandwerker zunächst per Fernzugriff den Anlagenstatus überprüfen und auf dieser Basis fundiert entscheiden, ob ein Einsatz vor Ort tatsächlich erforderlich ist.
Im geschilderten Fall weist das Serviceportal keine Störmeldung aus. Der Installateur passt daher die Heizkurve direkt von seinem Büro aus an und informiert den Kunden über die vorgenommenen Einstellungen. Gleichzeitig bittet er darum, die Wirkung der Anpassung über einen Zeitraum von zwei Tagen zu beobachten und sich bei weiterhin unzureichender Wärmeversorgung erneut zu melden. Im Idealfall lässt sich das Problem auf diese Weise bereits ohne Anfahrt und Vor-Ort-Einsatz beheben. Für SHK-Betriebe eröffnet die digitale Fernbetreuung zudem neue Geschäftsmodelle: Leistungen wie Remote-Monitoring und Fernoptimierung können im Rahmen von Wartungs- und Serviceverträgen angeboten und entsprechend vergütet werden.
Performance-Analyse: Probleme erkennen, bevor sie eintreten
Fachhandwerker im SHK-Bereich kennen die Herausforderung: Ohne digitale Unterstützung ist es kaum möglich, jede betreute Heizungsanlage kontinuierlich auf Effizienzverluste oder Optimierungspotenziale zu überwachen. Dabei können selbst störungsfrei laufende Systeme zwischen den regulären Wartungsterminen schleichende Abweichungen entwickeln, die sich negativ auf Energieverbrauch, Betriebskosten und Anlagenlebensdauer auswirken.
Abhilfe schaffen digitale Frühwarnsysteme, die relevante Betriebsdaten fortlaufend analysieren und den Fachbetrieb bei Auffälligkeiten automatisch informieren. Mit der kostenfreien Performance-Analyse für Wärmepumpen stellt Buderus eine solche Funktion über das Webportal ConnectPro zur Verfügung. Das Tool überwacht die aufgeschalteten Anlagen in regelmäßigen Intervallen und generiert bei erkannten Unregelmäßigkeiten gezielte Performance-Meldungen. Dadurch erhalten Fachhandwerker frühzeitig Hinweise auf potenzielle Effizienzverluste und können geeignete Maßnahmen einleiten, bevor daraus größere Probleme entstehen. Zu den analysierten Parametern und gemeldeten Auffälligkeiten gehören unter anderem:
- Laufzeit und Starts des elektrischen Zuheizers,
- Energieverbrauch des Zuheizers,
- Laufzeit und Starts des Kompressors,
- Effizienzwert (COP) im Betrieb sowie
- Anlagendruck.
Praxisbeispiel 2
Ein Installateur überwacht gleichzeitig mehrere Wärmepumpen-Heizsysteme. Im Hintergrund analysiert ein Algorithmus fortlaufend die wichtigsten Betriebsdaten. Bei einer Anlage schlägt die Performance-Analyse Alarm: Die tägliche Laufzeit des elektrischen Zuheizers ist in den vergangenen sieben Tagen deutlich gestiegen. Dies ist ein Hinweis auf erhöhten Stromverbrauch und eine sinkende Effizienz. Gleichzeitig liefert das System mögliche Ursachen und konkrete Handlungsempfehlungen.
Ein Blick in die Datenvisualisierung zeigt, dass zwar die Außentemperaturen gefallen sind, die Wärmepumpe jedoch weiterhin über ausreichend Leistungsreserven verfügt. Ursache des Problems ist ein zu konservativ eingestellter Bivalenzpunkt, also die Temperaturgrenze, ab der der elektrische Zuheizer zugeschaltet wird. Nach einer kurzen Abstimmung mit dem Kunden passt der Fachhandwerker die Einstellung per Fernzugriff an und senkt den Bivalenzpunkt ab. Dadurch übernimmt die Wärmepumpe die Wärmeversorgung auch bei niedrigeren Außentemperaturen weiterhin allein. Das Ergebnis: Die Effizienz der Anlage steigt, während der Stromverbrauch des Kunden sinkt. Die durchgeführte Analyse, Beratung und Optimierung werden anschließend als Serviceleistung abgerechnet.
Online CheckUp: Optimierungspotenzial von Wärmepumpen
Eine zuverlässige und effizient arbeitende Wärmepumpe ist für Hausbesitzer und SHK-Fachhandwerker gleichermaßen wichtig. Damit eine neu installierte Wärmepumpe wie gewünscht läuft, muss sie fachmännisch eingestellt werden. Auch hierfür gibt es Tools, die dem Heizungsfachmann diesen Service erleichtern: So bietet Buderus mit dem Online CheckUp eine praktische Lösung an, um Ineffizienzen oder Fehler frühzeitig zu erkennen. Um den Service zu nutzen, muss der Online CheckUp vom Fachhandwerker gebucht werden. Das Tool überwacht nach der Inbetriebnahme einer Wärmepumpe reale Betriebsdaten digital über das Portal ConnectPro. Individuelle Gegebenheiten vor Ort wie die Bewohnerzahl, Gebäudedämmung, Speichergröße, individuelles Nutzerverhalten und weitere Faktoren werden dabei berücksichtigt. Der Online CheckUp zeichnet über mindestens 45 Heiztage reale Anlagendaten auf. Anschließend analysiert ein Buderus-Experte diese Daten. Heizungsinstallateure erhalten dann einen Diagnosebericht mit konkreten Empfehlungen, können Probleme oft direkt aus der Ferne beheben und sparen so Zeit sowie unnötige Vor-Ort-Termine.
In welchem Umfang Optimierungen möglich sind, zeigen Systemberichte auf Basis realer Daten von bislang ausgewerteten Buderus-Wärmepumpenanlagen:
- 16 % der analysierten Wärmepumpen wurden mit „sehr gut“ bewertet. Hier war keine Optimierung erforderlich.
- 72 % wurden mit „gut“ bewertet. Optimierungen zur Verbesserung von Effizienz und Langlebigkeit wurden identifiziert, jedoch waren keine akuten Maßnahmen erforderlich.
- 12 % der Wärmepumpensysteme erhielten die Bewertung „schlecht“. Hier gab es klare Handlungsempfehlungen, um langfristige Schäden und eine verkürzte Lebenserwartung der Anlage zu verhindern.
Wärmepumpeneffizienz: Hier lässt sich oft ansetzen
Die Auswertungen der Systemberichte von Buderus liefern zudem hilfreiche Erkenntnisse, an welchen Stellen Installateure ansetzen können, um die Effizienz einer Wärmepumpe zu optimieren:
- Der Fußpunkt der Heizkurve darf nicht zu hoch eingestellt sein. Bei rund 55 % der untersuchten Wärmepumpen war er zu hoch angesetzt. Dadurch startet die Wärmepumpe bei milden Außentemperaturen unnötig oft – mit negativen Folgen für Effizienz und Lebensdauer.
- Die Heizkurve der Anlage darf nicht zu hoch eingestellt sein. Das war bei etwa 30 % der Anlagen der Fall. Eine dauerhaft zu hoch eingestellte Heizkurve erhöht den Energieverbrauch.
- Die Warmwassertemperatur sollte auf das Gebäude angepasst sein. Bei 60 % der Wärmepumpen lag die Warmwassertemperatur über dem für das jeweilige Gebäude- und Nutzungsprofil erforderlichen Bereich. Jedes Grad weniger senkt den Stromverbrauch der Wärmepumpe um bis zu 2,5 %.
Die Daten zeigen außerdem: SHK-Fachhandwerker sollten ihre Kunden darüber informieren, dass ein dauerhaft gesicherter Volumenstrom und eine möglichst geringe Zahl von Starts entscheidend sind für die Effizienz und Langlebigkeit einer Wärmepumpe.
Fazit: Mehrwert für alle Beteiligten
Von digitalen Werkzeugen für Heizsysteme profitieren SHK-Fachhandwerker und Hausbesitzer gleichermaßen. Die Tools ermöglichen eine effizientere Betreuung durch den Fachbetrieb, tragen dazu bei, Fehler frühzeitig zu erkennen, und helfen dabei, Optimierungspotenziale zu heben. So lässt sich sicherstellen, dass die Heizungsanlage jederzeit zuverlässig und kostensparend arbeitet.
www.buderus.de
- Heizsysteme können über digitale Webportale kontinuierlich überwacht und zentral verwaltet werden.
- Ein Fernzugriff ermöglicht die Analyse und Steuerung von Heizungsanlagen ohne Vor-Ort-Einsatz.
- Störungsmeldungen und Diagnosehinweise werden automatisiert in Echtzeit an die Fachhandwerker übermittelt.
- Performance-Analysen bewerten kontinuierlich Betriebsparameter wie Effizienz, Laufzeiten und Energieverbrauch.
- Algorithmen erkennen Abweichungen und ineffiziente Einstellungen wie falsch gesetzte Heizkurven oder Bivalenzpunkte.
- Nach der Inbetriebnahme liefern Langzeitdatenanalysen konkrete Optimierungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung von Wärmepumpen.
Bild: Buderus / www.azizwakim.de
Bild: Buderus
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