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System statt Einzelkomponenten: Neue Ansätze für die Anlagenwasserbehandlung

SBZ: Herr Romeike, bitte erläutern Sie, worin sich Ihre Systemlösung von einer klassischen Installation unterscheidet.

Ralph Romeike: Der größte Unterschied liegt im Systemansatz. Während bei einer klassischen Installation zahlreiche Einzelkomponenten geplant, auf Kompatibilität geprüft, beschafft, verrohrt und dokumentiert werden müssen, bündelt unsere Systemlösung, die Reflex ­Greenbox, alle wesentlichen Funktionen in einer vorgefertigten Einheit. Dadurch reduziert sich der ­Planungs- und Montageaufwand erheblich. Für den Installateur bedeutet das weniger Schnittstellen, weniger Abstimmungsaufwand und deutlich geringere Fehlerpotenziale. Gerade unter beengten Platzverhältnissen spielt die kompakte Bauweise ihre Stärken aus. Die Greenbox kann problemlos im Rahmen einer schnellen Ein-Mann-Montage montiert werden und spart laut Rückmeldungen aus der Praxis rund vier Stunden Installationszeit. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Zeit­ersparnis auf der Baustelle, sondern die Reduzierung der Gesamtkosten über den gesamten Projektablauf hinweg – also die ganzheitliche Betrachtung von der ersten Planung über die Beschaffung und die Montage bis hin zur Inbetriebnahme.

SBZ: Was bedeutet das für die Systemplanung und -integration?

Romeike: Die Greenbox bündelt Funktionen wie Wasseraufbereitung, Entgasung und Hydraulik. Sie fasst viele Einzelkomponenten zu einer standardisierten, hochgradig integrierten System­lösung zusammen. Der Fokus liegt hier klar auf der Prozessvereinfachung: Sämtliche Komponenten sind werkseitig aufeinander abgestimmt, funktionsfähig verbunden und geprüft. Dadurch entfallen typische Fehlerquellen wie falsch dimensionierte Bauteile, ungeeignete Kombinationen oder Installationsfehler an den Schnittstellen. Gleichzeitig reduzieren wir durch diesen Systemansatz nicht nur klassische Installationsfehler, sondern minimieren aktiv Planungsfehler, Kompatibilitätsfehler und zeitraubende Nacharbeiten auf der Baustelle. Die Planung vereinfacht sich erheblich, da statt vieler Einzelpositionen eine integrierte Lösung eingesetzt wird, was die Schnittstellenrisiken in der gesamten Projektabwicklung drastisch senkt. Gerade im Hinblick auf die Gesamtkosten entstehen Vorteile durch einen geringeren Montage­aufwand, weniger Nacharbeiten, reduzierte Service­einsätze und eine höhere Anlagenverfügbarkeit.

Installation der Versorgungseinheit.

Bild: Reflex

Installation der Versorgungseinheit.

SBZ: Auf welche Weise stellt Ihre Versorgungseinheit Betriebsbedingungen sicher und wie wird gewährleistet, dass sie relevante Normen, wie VDI 2035, einhält?

Romeike: Die Wasserqualität wird in modernen Heizungsanlagen häufig unterschätzt, ist aber ein wesentlicher Faktor für Effizienz und Lebensdauer. Die Greenbox kombiniert Wasseraufbereitung, inklusive Entgasung, Enthärtung oder Entsalzung, automatische Nachspeisung, Schmutz-, Schlamm- und Magnetitabscheidung sowie die Entgasung des Systems in einer Einheit. Dadurch werden Korrosion, Verschlammung und Leistungseinbußen wirksam reduziert. In der neuen Ausrichtung positionieren wir diese Funktionen noch viel stärker als essenzielle Schutz­investition für moderne Wärmepumpensysteme. Wärmepumpen sind auf stabile Betriebsbedingungen und optimale Wärmeübertragung angewiesen; die Greenbox sichert diese Rahmenbedingungen langfristig ab. Gleichzeitig unterstützt die integrierte Überwachung von Wasserqualität und Leitfähigkeit den Fachhandwerker dabei, Anforderungen wie die VDI 2035 sicher und nachvollziehbar einzuhalten.

Wir haben aus ­Einzelkomponenten eine ­standardisierte, ­integrierte ­Systemlösung ­entwickelt. Dadurch werden ­Planungs-, ­Kompatibilitäts- und Installationsfehler ­minimiert.

SBZ: Welche Rolle spielt in Ihrem Hause die Digitali­sierung bei der Weiterentwicklung von Heizsystemen und wie kann sie den Fachhandwerker im Betrieb und Service von Anlagen unterstützen?

Romeike: Die Digitalisierung moderner Heiz­systeme endet nicht beim Wärmeerzeuger. Unsere intelligente Control Smart Steuerung führt den Nutzer mittels eines Inbetriebnahme-Assistenten durch den Einrichtungsprozess, was die Komplexität des Starts reduziert. Im Falle einer Störung unterstützt ein integrierter Fehlerassistent bei der Identifizierung defekter Komponenten und schlägt über die App mögliche Lösungen vor. Die App ermöglicht dem Installateur den Zugriff auf eine Historie der Systemdaten, die Überwachung der Wasserqualität mittels eines Leitfähigkeitssensors sowie Informationen zu Temperatur und Druck. Im modernen Servicegeschäft wird die App damit zu einem strategischen Werkzeug, um die laufenden Servicekosten spürbar zu senken und die Anlagenverfügbarkeit für den Endkunden signifikant zu erhöhen. Die App richtet sich primär an den Fachhandwerker und unterstützt ihn dabei, Anlagen professionell zu betreiben, Wartungen zu optimieren und Ausfallzeiten zu reduzieren.

SBZ: Worauf wurde bei der Entwicklung der ­Reflex ­Greenbox im Hinblick auf den gesamten Lebenszyklus einer Heizungsanlage geachtet?

Romeike: Die Greenbox wurde mit Blick auf den gesamten Anlagenlebenszyklus entwickelt. Dank des modularen Aufbaus lassen sich Komponenten bei Bedarf schnell austauschen, ohne umfangreiche Umbauten an der Hydraulik vorzunehmen. Gleichzeitig ermöglicht die kontinuierliche Datenerfassung einen transparenten Blick auf den Anlagenzustand. Durch diese datenbasierte Lebenszyklusbetrachtung schaffen wir die perfekte Grundlage für vorausschauende Wartung. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und Wartungsmaßnahmen geplant werden, bevor Störungen entstehen. Das reduziert ungeplante Serviceeinsätze, senkt die Betriebskosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Gesamt­systems nachhaltig über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg.

Unsere ­Lösung ­bündelt ­alle ­wesentlichen ­Funktionen in ­einer ­vorgefertigten ­Einheit. Das ­reduziert Planungs- und Montage­aufwand und spart rund vier ­Stunden ­Installationszeit.

SBZ: Für welche Einsatzbereiche wurde Ihr System entwickelt und welche Anforderungen standen bei der Auslegung hinsichtlich unterschiedlicher Wärmeerzeuger und Sanierungssituationen im Fokus?

Romeike: Die Greenbox wurde bewusst technologieoffen entwickelt und lässt sich mit allen gängigen Wärmeerzeugern kombinieren. Ein zentrales Argument in unserer Ausrichtung ist der Schutz bestehender Systeme bei der Wärmepumpenumrüstung im Rahmen der aktuellen Wärmewende. Gerade in Sanierungsprojekten im Gebäudebestand schützt eine professionelle Wasseraufbereitung und Entgasung die bestehende Anlagentechnik und schafft gleichzeitig optimale Voraussetzungen für neue, hocheffiziente Wärmeerzeuger. Mit vier Varianten und der Möglichkeit, bis zu vier Heizkreise einzubinden, deckt die Greenbox Anwendungen vom Einfamilienhaus, über die anspruchsvolle Bestandssanierung, bis hin zu kleineren gewerblichen Objekten ab und bietet hohe Flexibilität bei der System­auslegung.

Die Greenbox ­kombiniert Wasser­aufbereitung, ­Ent­gasung, automatische Nachspeisung sowie Schmutz- und Magnetit­abscheidung in einer Einheit und hält Anforderungen, wie die der VDI 2035, ­ein.

SBZ: Welche Herausforderungen ergeben sich aktuell bei Planung, Installation und Betrieb moderner Heizungsanlagen und wie positioniert sich Ihre Systemlösung in diesem Umfeld?

Romeike: Die Greenbox adressiert eine Entwicklung, die den Markt zunehmend prägt: Heizungsanlagen werden komplexer, während Fachkräfte und Montagezeit knapper werden. Gleichzeitig steigt der Bedarf an standardisierten, sicheren und wirtschaftlichen Systemlösungen. Genau hier setzt die Greenbox an. Sie schafft und etabliert eine völlig neue Produktkategorie im Markt – sie besetzt präzise das Segment zwischen einzelnen Funktionskomponenten und einer kompletten, schweren Technikzentrale.

Der Markt muss dafür teilweise noch entwickelt werden, weil viele Beteiligte weiterhin in Einzelkomponenten denken. Betrachtet man jedoch den gesamten Lebenszyklus einer Anlage im Sinne der Gesamtkosten werden die Vorteile dieser integrierten Lösung schnell sichtbar: Es geht nicht mehr nur darum, auf der Baustelle Zeit zu sparen. Es geht darum, Betriebskosten nachhaltig zu senken, die wertvollen neuen Anlagen, wie Wärmepumpen, wirksam zu schützen und Risiken über das gesamte Projekt hinweg stark zu reduzieren. Damit ist die Greenbox nicht nur ein Produkt, sondern ein neuer, zukunftsweisender Standard für moderne Heiz- und Kühl­systeme.

SBZ: Herr Romeike, ich danke Ihnen das aufschlussreiche Gespräch.

Durch die kompakte Bauweise wird nur wenig Platz im Technikraum benötigt.

Bild: Reflex

Durch die kompakte Bauweise wird nur wenig Platz im Technikraum benötigt.

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