Die Bosch Home Comfort Group fordert angesichts der geplanten Novelle des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) eindeutige Regelungen und eine verlässliche Förderung. Nur so könne die Akzeptanz und Umsetzbarkeit der Wärmewende gesichert und eine weitere Drosselung des Marktes verhindert werden.
Die Koalition will bis Ende Februar die Eckpunkte für das neue GMG vorlegen. Im Fokus der Debatte stehen dabei die voraussichtlich fortbestehende Pflicht, dass neu installierte Heizungsanlagen zu mind. 65 % mit Erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, sowie die drohenden Kürzungen bei den Förderprogrammen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
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Jan Brockmann, CEO der Bosch Home Comfort Group, sagt: „Um die Akzeptanz und Umsetzbarkeit der Wärmewende zu sichern, brauchen die Haushalte eindeutige Regelungen und eine verlässliche Förderung. Bleibt die 65-%-Regel bestehen und sinkt parallel die Förderung, würde dies den deutschen Heizungsmarkt empfindlich treffen und die Nachfrage weiter drosseln.“
Dies hätte gravierende Folgen für die Erreichung der Klimaziele und für die Zukunftsfähigkeit der heimischen Heizungsindustrie. Der deutsche Heizungsmarkt liegt – gemessen an verkauften Geräten pro Gebäude und Einwohner – bereits jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008/09.
Hohe Verunsicherung bei Immobilienbesitzern
Seit mehr als dreieinhalb Jahren sorgt die anhaltende Debatte um das GEG und seine Nachfolgeregelung, das GMG, für erhebliche Verunsicherung bei Verbrauchern. Eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag der Bosch Home Comfort Group unter 1005 Immobilieneigentümern zeigt, dass 84,4 % der Befragten bereits jetzt beim Thema Heizungsmodernisierung verunsichert sind oder abwarten:
- 32,5 % planen derzeit keine Modernisierung, da sie keine verlässlichen Regeln durch das Heizungsgesetz erwarten,
- 22 %warten auf bessere Bedingungen durch das neue Gesetz,
- 18,9 % fehlt es an klaren Informationen,
- 11 % wissen nicht, ob sie reparieren oder erneuern sollen.
Klare Forderungen an die Politik
Brockmann betont: „Wenn die Rahmenbedingungen wie Förderung und Strompreise stimmen, wird die Elektrifizierung der Wärmeversorgung von ganz allein vorangetrieben. Was wir jetzt dringend brauchen, ist regulatorische Sicherheit, um die Nachfrage wieder zu beleben.“ Ohne diese Sicherheit würden dringend notwendige Investitionen in die Heizungsmodernisierung weiterhin ausbleiben, wodurch die Klimaziele im Gebäudesektor mit den aktuellen Heizungstauschraten nicht erreicht werden können.
Die deutschen Immobilienbesitzer unterstreichen den klaren Handlungsbedarf: Rund 60 % der Befragten fordern eine freie Wahl der Heiztechnik und langfristig stabile Regeln. Brockmann ergänzt, dass die 18 Mio. veralteten Heizungen in Deutschland ausgetauscht werden müssen, um die CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu senken. Dafür sei es wichtig, die GMG-Anforderungen von der Kommunalen Wärmeplanung zu entkoppeln und Hybridlösungen als praxistaugliche Übergangstechnik zu stärken. ■
Quelle: Bosch Home Comfort / fl
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