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Online-Talkshow

perma-talk: so gelingt Azubi- und Fach­kräf­te­bin­dung

Die Herausforderung, qualifizierten Nachwuchs zu finden und bestehende Fachkräfte zu binden, beschäftigt die SHK-Branche intensiv. Im Rahmen des zweiten „perma-talk“ am 13. Januar, veranstaltet von perma-trade Wassertechnik und umgesetzt von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH, diskutierten Patrick Stimpfle (Geschäftsführer Wasser & Wärme Stimpfle, SHK-Ausbilder und Influencer), Dirk Staiger (Geschäftsführer Technologie für Generationen e.V.) und Maximilian Fauser (SHK-Prüfer, Ausbilder & Innungsmitglied) über praxiserprobte Lösungsansätze. Die Zuschauer konnten sich via Live-Chat und Umfragen aktiv einbringen.

Lydia Bautze-Ortlieb (links) von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH führte durch das Expertengespräch zum Thema „Azubis finden – Fachkräfte binden“. Als Gäste waren Dirk Staiger, Maximilian Fauser und Patrick Stimpfle (v.l.) eingeladen und teilten ihre Erfahrungswerte und Tipps aus der Praxis.

Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH

Lydia Bautze-Ortlieb (links) von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH führte durch das Expertengespräch zum Thema „Azubis finden – Fachkräfte binden“. Als Gäste waren Dirk Staiger, Maximilian Fauser und Patrick Stimpfle (v.l.) eingeladen und teilten ihre Erfahrungswerte und Tipps aus der Praxis.

Nachwuchs begeistern: Authentizität und direkte Ansprache

Um die junge Zielgruppe für den SHK-Beruf zu gewinnen, sind persönliche Empfehlungen – oft „von Kumpel zu Kumpel“ – und Praktika-Angebote von elementarer Bedeutung. Diese Einschätzung wurde auch durch eine Zuschauer-Umfrage bestätigt. Ergänzend dazu spielt Social Media eine wichtige Rolle, um Betriebe nahbar und authentisch zu präsentieren. Stimpfle empfahl, diese Kanäle von den Azubis selbst gestalten zu lassen: „Lassen Sie die Jungen filmen und authentische Inhalte erstellen – das spricht ihre Generation an.“ Statt „Hochglanzprospekten“ suchen Azubis Betriebe, die sich ehrlich zeigen und Raum zum Ausprobieren bieten.

Fauser betonte zudem die Wichtigkeit einer professionellen Außendarstellung: „Das beginnt mit einer ordentlichen Homepage, geht dann weiter über saubere Arbeitskleider und gepflegte Firmenfahrzeuge und auch über Social Media können sich Betriebe professionell platzieren, sympathisch und ehrlich nach außen zeigen und so ein Bild ihres guten Betriebsklimas vermitteln.“

Informative und höchst kommunikative Runde rund ums Thema „Azubis finden – Fachkräfte binden.“ Lydia Bautze-Ortlieb (links) von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH führte durch den zweiten perma-talk mit Dirk Staiger (Mitte), Maximilian Fauser (rechts) und Patrick Stimpfle (von hinten).

Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH

Informative und höchst kommunikative Runde rund ums Thema „Azubis finden – Fachkräfte binden.“ Lydia Bautze-Ortlieb (links) von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH führte durch den zweiten perma-talk mit Dirk Staiger (Mitte), Maximilian Fauser (rechts) und Patrick Stimpfle (von hinten).

Wertschätzung und Eigenverantwortung als Bindungsfaktoren

Ein zentraler Konsens der Diskussionsrunde war, dass spezielle Firmen-Benefits zwar geschätzt werden, aber inzwischen oft als Standard gelten. Entscheidender sei die Wertschätzung. Stimpfle hob hervor, dass es den meisten Azubis nicht primär ums Geld gehe, sondern um Anerkennung: „Geben Sie ihnen eigene Projekte und binden Sie sie aktiv in Baustellen und Nachbesprechungen ein. Das motiviert und schafft langfristige Bindung.“

Staiger ergänzte, dass Wertschätzung auch eine Kommunikation auf Augenhöhe erfordere. Er verwies auf Erfahrungen aus Azubi-Akademien, wo Kommunikationsdefizite zwischen Ausbildern und Azubis festgestellt wurden. Sein Wunsch sei es, dass nicht nur die Ausbilder, sondern auch die Monteure vor Ort auf der Baustelle „sensibler und empathischer mit den Mitarbeitern umgehen und anders auf deren unterschiedliche Persönlichkeiten und Lerntypen eingehen.“ Fauser bestätigte, dass Gesellen oft die eigentlichen Ausbilder seien und Betriebe genau prüfen sollten, wem sie die Azubis anvertrauen, um diese langfristig zu halten.

Der „Wohlfühlfaktor“ eines guten Betriebsklimas erstrecke sich laut Staiger auch auf die Kundenstruktur. Wenn Monteure überwiegend bei „schwierigen Kunden“ eingesetzt würden, könne dies den Arbeitsalltag erheblich belasten. Er empfahl Betrieben, sich auf „Wunschkunden“ zu fokussieren, die auch für die Mitarbeiter angenehm zu betreuen sind – sogenannte „KKT-Kunden“, bei denen es idealerweise Kaffee, Kuchen und Trinkgeld gibt. „Wer angenehme Kunden hat, wird auch zufriedene Mitarbeiter haben“, so Staiger.

Aufzeichnung „perma-talk“ Folge 2:

Work-Life-Balance und Imagepflege des Berufs

Auch wenn die Umsetzung flexibler Arbeitszeiten im Handwerk Debatten hervorruft, kann eine 4-Tage-Woche ein wichtiger Faktor für Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit sein. Fauser zeigte sich überzeugt, dass es hierfür funktionierende Modelle gebe und Betriebe das Gespräch mit ihren Mitarbeitern suchen sollten, statt solche Ideen pauschal abzulehnen.

Grundsätzlich müsse die Branche auch am Image und Berufsbild des Anlagenmechanikers arbeiten. Stimpfle betonte die Vielseitigkeit des Berufs: „Der Anlagenmechaniker ist am Ende: Elektrofachmann, Heizungsbauer, kennt sich mit Trinkwasserhygiene und vielen weiteren Themen aus – die derzeit in aller Munde und topaktuell sind.“ Staiger hob die Systemrelevanz hervor: Wärme, Wasser und saubere Luft seien Grundbedürfnisse. Der SHK-Handwerker sei in gewisser Weise „Lebensretter“ und bei Spezialisierung auf erneuerbare Energien auch „Klimaretter“. Er schloss mit der Feststellung: „KI wird auch in Zukunft keine Heizung einbauen. Handwerker werden immer gebraucht werden, das ist ein sehr zukunftssicherer Job mit wahnsinnig vielen Entfaltungsmöglichkeiten.“ ■
Quelle: perma-trade / fl

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