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Stromausfall bei Frost: Wie viel halten Wärmepumpen aus?

Bei der Arbeit mit Wärmepumpen ist es wichtig, die Eigenschaften der eingesetzten Kältemittel zu kennen. Eine Warnung vor Explosionsgefahr ist insbesondere bei Geräten notwendig, die das Kältemittel Propan (R290) enthalten. Kältemittel wie R32, R410A oder R744 (Kohlendioxid) bergen dagegen kein Explosions­risiko, und nur R32 ist neben Propan brennbar.

Bei Monoblock-Geräten zirkuliert das Heizungswasser direkt durch das Außengerät. Bleibt dieses Wasser aufgrund niedriger Temperaturen oder eines Stromausfalls unbewegt, kann es gefrieren, sofern keine geeigneten Schutzmaßnahmen installiert wurden. Ein Einfrieren kann zu Schäden an Leitungen oder am Kältemittel-/Heizungswasser-­Wärmeübertrager führen und im schlimmsten Fall eine Kältemittelleckage verursachen.

Übrigens: Die Mindestkonzentration für ein explosives Gemisch liegt bei rund 2 % Propan in der Luft, die Füllmengen in Monoblock-Wärmepumpen liegen bei 1,5 bis 2,5 kg. Explosionsgefahr besteht dann, wenn die komplette Füllung beispielsweise in einen Raum mit weniger als 50 m³ Volumen entweicht. Aber: Das beschriebene Szenario betrifft ausschließlich Monoblock-Wärmepumpen mit Propan als Kältemittel. Bei Split-Anlagen besteht die Gefahr des Einfrierens nicht, da nur das Kältemittel durch das Außengerät zirkuliert.

Einige Hersteller und SHK-Fachbetriebe sehen zur Frostschutzsicherung eine manuelle Lösung vor. An der tiefsten Stelle des Wasserkreislaufs im Außengerät wird ein Frostschutzventil installiert, das ohne Stromversorgung beim Unterschreiten einer Grenztemperatur (zum Beispiel 3 °C) öffnet und das Wasser ablässt. Strömt aus dem Haus wärmeres Wasser nach, schließt sich das Ventil wieder. Bei einem längerfristigen Stromausfall würde so das komplette Wasser aus dem Heizkreislauf entfernt und ein Frostschaden verhindert werden.

Was, wenn die Wärmepumpe schon eingefroren ist?

Wenn ein Außengerät mit Wasserbefüllung eingefroren ist, wird die Wärmepumpe über eine Sicherung komplett abgeschaltet. Bei Wiederherstellung der Stromversorgung könnte die Wärmepumpe zwar über die internen Heizstäbe arbeiten, das Außengerät könnte dabei jedoch beschädigt werden. In diesem Fall ist es wichtig, einen Heizungsfachbetrieb zu kontaktieren. Er kann einen sicheren Betriebszustand wiederherstellen, indem er beispielsweise die Ventile für den Kreislauf zum Außengerät schließt.

Zu guter Letzt: Eine Gasheizung wäre bei einer Leckage viel gefährlicher als eine Wärmepumpe, was ein Mengenvergleich zeigt. In einer typischen Monoblock-Wärmepumpe stecken, wie vorher beschrieben, ca. 1,5 bis 2 kg Propan im Gerät außerhalb des Hauses. Bei einer Gasheizung fließen an einem kalten Tag bis zu 10 kg Erdgas oder mehr in das Haus – die Anschlussleitung könnte übrigens deutlich mehr liefern. Bei einem Leck kann ein Vielfaches dieser Menge zum Beispiel den ganzen Keller mit Gas „fluten“, was höchste Gefahr bedeutet.

Wärmepumpen bei Stromausfall: Fakten statt Verunsicherung

Welche Auswirkungen hat ein längerfristiger Stromausfall oder sogar ein Blackout bei Frost auf die Betriebssicherheit von Wärmepumpen? Gemeinsam mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) betonte der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), dass fachgerecht installierte Wärmepumpen umfassend vor Frostschäden geschützt sind. Durch konstruktive und regelungstechnische Maßnahmen können die Anlagen auch längere Stromausfälle unbeschadet überstehen, sodass Hausbesitzer sich auf die Qualität und Sicherheit moderner Wärmepumpentechnik verlassen können.

Insbesondere Monoblock-Systeme mit dem Kältemittel R290, die derzeit rund 80 % des Marktes ausmachen, sind nachweislich sicher, betont der BDH. Das Kältemittel befindet sich hierbei vollständig außerhalb des Gebäudes, und zusätzliche Sicherheitskomponenten wie Gasabscheider, doppelwandige Wärmetauscher oder automatische Entleerungssysteme verhindern Frostschäden zuverlässig. Im Falle eines längeren Stromausfalls sollte die Anlage jedoch bis zur Kontrolle durch qualifizierte SHK-Fachhandwerker spannungsfrei bleiben. Moderne Wärmepumpen sind somit nicht nur effizient, sondern auch resilient – selbst unter herausfordernden Betriebsbedingungen.

Vorbeugen ist besser als einfrieren

Bei Wärmepumpenanlagen, in denen Frostfreiheit nicht gewährleistet werden kann, muss eine mechanische Entleerungsmöglichkeit vorgesehen werden. Sobald der Wärmepumpenmanager und die Heizungsumwälzpumpe betriebsbereit sind, übernimmt der Wärmepumpenmanager die Frostschutzfunktion. Bei Außerbetriebnahme oder Stromausfall ist die Anlage zu entleeren und gegebenenfalls auszublasen. Dennoch steigt die Viskosität des Trägermediums ab einer bestimmten Temperatur an. In diesem Fall können die Frostschutzventile der Serie 108 von Caleffi zum Einsatz kommen.

Mit den mechanisch, ohne Strom arbeitenden „Frostschutzwächtern“ muss dem Heizsystem kein Frostschutzmittel beigemengt werden, da das Befüllen des Heizkreislaufs mit Frostschutzmittel (z. B. auf Glykolbasis) nicht immer zielführend ist und die Effizienz der Heizung reduziert. Beispielsweise gibt Viessmann für seine Vitocal 250-A wegen der veränderten chemischen Eigenschaften im Wasserkreislauf keine Frostschutzmittel frei. Und: Alle Monoblock-­Wärme­pumpen des Herstellers sind mit natürlichem Kältemittel R290 (Vitocal ­15x-A, 25x-A) und einem patentierten Schutzsystem ausgestattet.

Anlagenvoraussetzungen

Je nach Hersteller sind die Wärmepumpen mit Sicherheitseinrichtungen ausgestattet, um Schäden an der Wärmepumpe bei der Entleerung sicher zu vermeiden. Es besteht auch die Möglichkeit, einen externen elektronischen Drucksensor zu integrieren, der im Notfall die Wärmepumpe abschaltet. Das Frostschutzventil öffnet sich zum Entleeren des Systems, sobald das Medium eine Durchschnittstemperatur von 3 °C erreicht. Dadurch wird die Bildung von Eis im Trägermedium (ohne Glykolzusatz) im Heizkreis der Wärmepumpenanlage verhindert, wodurch mögliche Schäden am gesamten System vermieden werden können. Das Ventil schließt erneut, sobald die Mediumtemperatur wieder 4 °C erreicht. Das Prinzip ist ein federbelastetes, umgekehrt arbeitendes Thermostatelement, das durch einen Vakuumbrecher gesteuert wird. Damit das System störungsfrei funktioniert, darf das Ventil nicht isoliert werden. Sowohl die Thermostatkartusche als auch der Vakuumbrecher können durch einen automatischen Absperrhahn auch bei laufendem Betrieb ausgetauscht werden.

Frostschutzventile mit Umgebungs­luftfühler: Funktion und Installation

Bei der Version mit Umgebungsluftfühler arbeitet die Anlage auch bei Wassertemperaturen um 3 °C im Kühlmodus. Der Luftfühler verhindert in diesem Fall das Ablassen von Wasser. Bei Außentemperaturen über 5 °C sperrt er den Eingriff des Ventils, sodass das Frostschutzventil während des Kühlbetriebs im Sommer inaktiv bleibt.

Die Frostschutzventile befinden sich im Freien und erhalten Schutz vor Regen, Schnee und direkter Sonneneinstrahlung. Die Installation erfolgt an einem Ort mit den niedrigsten Temperaturen, wenn die Wärmepumpe nicht in Betrieb ist, fernab von Wärmequellen. Es empfiehlt sich, Frostschutzventile an beiden Leitungen (Vor- und Rücklauf) anzubringen. Andernfalls verbleibt Wasser in einer Leitung, wodurch weiterhin die Gefahr von Eisbildung besteht. Die Armatur steht senkrecht und leitet das abfließende Wasser nach unten ins Freie. Ein Bodenabstand von mindestens 15 cm verhindert, dass Eis den Wasserabfluss behindert. Zudem muss das Abwasser zu einer geeigneten Sammelstelle geleitet werden.

Fazit

Frosteinwirkungen werden bei der Entwicklung und Installation von Wärmepumpen grundsätzlich berücksichtigt, um das Schadensrisiko bei außergewöhnlich langem Stillstand und Wiederinbetriebnahme gering zu halten. Eine fachmännische Begleitung ist sinnvoll.

Der Austritt von Kältemittel, insbesondere in den Heizkreis, wird durch herstellerseitige Maßnahmen und spezielle Komponenten auch bei Stillstand und Vereisung weitgehend minimiert. Ein minimales Restrisiko bleibt jedoch bestehen. Für eine mögliche Explosion müssen viele Faktoren zusammentreffen; alle anderen Störungen und deren Auswirkungen sind behebbar.

  •  Eine Explosionsgefahr bei Stromausfall besteht nur bei Monoblock-Wärmepumpen mit R290 und auch nur unter bestimmten Leckage- und Konzentrationsbedingungen.
  •  Bei Monoblock-Wärmepumpen kann ein Stromausfall bei Frost zum Einfrieren des Heizungswassers im Außengerät führen, sofern keine Frostschutzmaßnahmen getroffen wurden.
  •  Split-Wärmepumpen sind von Frostschäden im Außengerät nicht betroffen, da dort ausschließlich Kältemittel und kein Heizungswasser zirkuliert.
  •  Mechanische, stromlose Frostschutzventile können durch automatische Entleerung des Heizkreises Frostschäden auch bei längerem Stromausfall verhindern.
  •  Eine eingefrorene Wärmepumpe darf nach Wiederkehr der Stromversorgung nicht automatisch in Betrieb gehen, sondern muss durch einen Fachbetrieb gesichert werden.
Autor
Dietmar Stump
ist Baufachjournalist und ­Inhaber des Pressebüros DTS in 67551 Worms.

Bild: DTS

Die Frostschutzventile der Serie 108 von Caleffi für den Heizkreislauf von Wärmepumpenanlagen. Links die Version mit ­Umgebungsluftfühler, rechts die Standardversion, die es auch für Wärmepumpen­systeme mit bis zu 90 °C Vorlauftemperatur gibt.

Bild: Caleffi

Die Frostschutzventile der Serie 108 von Caleffi für den Heizkreislauf von Wärmepumpenanlagen. Links die Version mit ­Umgebungsluftfühler, rechts die Standardversion, die es auch für Wärmepumpen­systeme mit bis zu 90 °C Vorlauftemperatur gibt.
Bis zu Flüssigkeitstemperatur > 3 °C (linke Darstellung) ist der Schieber geschlossen. Die rechte Abbildung zeigt die Vorrichtung in der Ablassphase ab einer Flüssigkeitstemperatur < 3 °C.

Bild: Caleffi

Bis zu Flüssigkeitstemperatur > 3 °C (linke Darstellung) ist der Schieber geschlossen. Die rechte Abbildung zeigt die Vorrichtung in der Ablassphase ab einer Flüssigkeitstemperatur < 3 °C.
Es ist ein Bodenabstand von mindestens 15 cm einzuhalten, damit das ablaufende Wasser nicht durch Eis behindert werden kann. Zudem ist das Abwasser zu einer geeigneten Sammelstelle zu leiten.

Bild: Caleffi

Es ist ein Bodenabstand von mindestens 15 cm einzuhalten, damit das ablaufende Wasser nicht durch Eis behindert werden kann. Zudem ist das Abwasser zu einer geeigneten Sammelstelle zu leiten.
Zwischen den Frostschutzventilen ist ein Abstand von mindestens 10 cm einzuhalten.

Bild: Caleffi

Zwischen den Frostschutzventilen ist ein Abstand von mindestens 10 cm einzuhalten.
Eine siphonartige Rohrverlegung gilt es zu ­vermeiden. Wird die Anschlussleitung so verlegt, dass ein Siphoneffekt entsteht, kann ein Rohr­abschnitt nicht entleert und der Frostschutz ­daher nicht mehr garantiert werden.

Bild: Caleffi

Eine siphonartige Rohrverlegung gilt es zu ­vermeiden. Wird die Anschlussleitung so verlegt, dass ein Siphoneffekt entsteht, kann ein Rohr­abschnitt nicht entleert und der Frostschutz ­daher nicht mehr garantiert werden.
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe BLW Mono.1 von Hersteller Brötje ist mit einem doppelwandigen Kondensator ausgestattet, der auch bei einer Beschädigung Kältemittel und Heizwasser getrennt hält.

Bild: Brötje

Die Luft/Wasser-Wärmepumpe BLW Mono.1 von Hersteller Brötje ist mit einem doppelwandigen Kondensator ausgestattet, der auch bei einer Beschädigung Kältemittel und Heizwasser getrennt hält.
Hersteller Viessmann hat wegen der veränderten chemischen Eigenschaften im Wasserkreislauf bei der Monoblock-Wärmepumpen-Produktfamilie Vitocal auf Frostschutzmittel verzichtet und sie serienmäßig mit einem patentierten Schutzsystem ausgestattet.

Bild: Viessmann

Hersteller Viessmann hat wegen der veränderten chemischen Eigenschaften im Wasserkreislauf bei der Monoblock-Wärmepumpen-Produktfamilie Vitocal auf Frostschutzmittel verzichtet und sie serienmäßig mit einem patentierten Schutzsystem ausgestattet.

Stromausfall in Berlin – Hinweise für betroffene Haushalte:

Aufgrund eines Brandanschlags kam es vom 3. bis 7. Januar 2026 im Südwesten Berlins zu einem mehrtägigen Stromausfall. Die SHK-Innung Berlin warnte vor möglichen Frostschäden an Heizungsanlagen und Wasserleitungen infolge des Stromausfalls und riet den Anwohnern, nicht selbst in Heizungs- oder Wasseranlagen einzugreifen und ihren Installateur zu kontaktieren.

Bei Wärmepumpen empfiehlt es sich, sie während eines Stromausfalls vom Netz zu trennen, um ein automatisches Einschalten eingefrorener Anlagen zu vermeiden. Frostschäden können alle Wärmeerzeuger betreffen – auch Öl-, Gas- oder Fernwärmeanlagen. Um Wasserleitungen vor Vereisung zu schützen, sollte regelmäßig – auch nachts – Wasser gezapft werden.

Nach diesem Ereignis zeigte eine von der SHK-Innung Berlin und dem Fraunhofer ISE durchgeführte Umfrage, dass dank präventiver Maßnahmen der Fachbetriebe größere Schäden an Wärmepumpen verhindert werden konnten. Als besonders wirksam erwiesen sich das Wasserablassen bzw. das Einrichten hydraulischer Brücken. Rund 10 % der Anlagen wiesen Schäden an Rohrleitungen im Außenbereich oder am Lüftertopf auf; Totalschäden oder sicherheitskritische Vorfälle traten jedoch nicht auf.

Die Ergebnisse betonen die Bedeutung regelmäßiger Wartung: Gut gepflegte Anlagen wiesen beim Stromausfall ein geringeres Schadensrisiko auf. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse entwickeln die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE derzeit einen praxisorientierten Leitfaden, der Fachbetriebe und Betreiber bei zukünftigen Stromausfällen gezielter und effizienter unterstützen soll.

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http://bit.ly/3VtJYjW

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