Das Bad in einem Einfamilienhaus soll erneuert werden. Gewünscht wird ein harmonisches, modernes Gesamtkonzept in Grauschattierungen mit warmen Akzenten, gutem Licht und viel Komfort. Ausreichend Stauraum für drei Personen, Dusche statt Badewanne und Fußbodenheizung erweitern den Wunschzettel. Hinter der vorhandenen Wandscheibe ist ungenutzter Raum in 90 cm Breite vorhanden. Eigentlich hätte hier einfach eine quadratische Dusche das Bad vervollständigen können. Aber da durch den Wegfall der Badewanne ausreichend Platz im Raum zur Verfügung steht, wird die gesamte Kopfseite des Raumes als offene Duschzone deklariert. Die Wandscheibe hätte mit einer schmalen, durchgehenden Glasscheibe verlängert werden können, um ausreichend Spritzschutz zu generieren. Doch auf Kundenwunsch wird der untere Teil bis 120 cm aufgemauert und nur darüber mit Glas geschlossen. Das ergibt zwar weniger Transparenz, ist aber wesentlich pflegeleichter.
Ein modernes Duschsystem ziert die Kopfseite der Dusche. Diese symmetrische Position findet den Gefallen der Bauherren (die Idee einer Sitzbank auf der Kopfseite und die Position der Armaturen auf der Fensterseite wurde wieder verworfen). Die optische Gestaltung der Armaturen fällt auf ein matt gebürstetes Anthrazit. Eine Farbe, die in der Kombination mit den grauen Fliesen eine wunderbare Wirkung entfaltet. Das ist zwar nicht unbedingt pflegeleicht, aber eben
schön.
Die sehr wahrscheinliche Aufstufung des Duschbereichs sollte ursprünglich mit einem LED-Leuchtband als Nachtlicht dekoriert werden. Während der Umbauarbeiten stellt sich aber heraus, dass die Leitungsführung doch eine bodenbündige Installation zulässt. Das Nachtlicht wandert also als Wandeinbauleuchte neben das WC.
Das Wand-WC schmiegt sich im Raum an die vordere Ecke. Dadurch entsteht ein Ablaufkanal, der optisch noch versteckt werden sollte. Die Vorwandhöhe von WC und Waschtisch von 120 cm wird von den Bauherren gerne als Abstell- und Dekorationsfläche genutzt. Also verbleiben wir in dieser Höhe und belegen die Fläche mit den Bodenfliesen.
Bedingt durch die Türöffnung nach außen ist die bisherige Position des Waschplatzes gut gewählt und wurde auch liebgewonnen. Immer noch ist der Vero-Waschtisch mit seiner Anmutung im „Industrial Style“ attraktiv. Kombiniert mit einem angepassten Unterschrank in Eiche Natur wird die Strenge farblich etwas aufgebrochen. Die notwendigen Utensilien am Waschtisch können hier praktisch untergebracht werden und lassen Freiraum für die offene Ablagefläche und den großformatigen, rundum beleuchteten Spiegel, der zusammen mit dem beleuchteten Kosmetikspiegel das Funktionslicht am Waschtisch perfekt bespielt. Zusätzlich können die gut positionierten Deckenspots das Lichtszenario im Raum ergänzen, wann immer mehr Helligkeit gewünscht wird.
Ein seitlich offener Handtuchheizkörper ersetzt das bisherige Modell und rückt natürlich an den nun besseren Platz gegenüber der Dusche. Den Wunsch nach angenehmer Fußwärme im Bad erfüllt der Fliesenleger mit dem Einbau einer elektrischen Fußbodenheizung. Mittlerweile sehr einfach zu steuern, empfängt sie die Gäste im Bad mit einem bereits angewärmten Fliesenbelag.
Die Breite der Duschzone beeinflusst das Format des Feinsteinzeugs von 90 x 90 cm. Mit wenig Fugen vermittelt die mittelgraue Fliese Großzügigkeit und eine klare Aussage im Raum. Auf der Kopfseite des Raumes wartet eine dezente, farblich perfekt passende Dekorationsfliese im Format 120 x 60 cm auf. Mit leichten Kupfertönen und zartem Druck in Shabby-Chic-Optik drängelt sie sich nicht in den Vordergrund, sondern rundet das Raumkonzept mit warmen Effekten ab. Alle übrigen Wandflächen werden in hellem Lichtgrau gestrichen. Eine optische Klammer, die die Farben Mittelgrau, Anthrazit, Kupfertöne, Weiß und Eiche Natur umschmeichelt und stärkt.
Extrem auffallend in dem Raum ist der Deckenkasten, der sich an den Installationsschacht anschließt. Leider ist er ein notwendiges Übel. Und nicht zu vergessen, das neue Raumkonzept führt auch zu einem Kanal auf dem Boden, der noch unsichtbar gemacht werden sollte. Die Aufgabe wird durch maßgenaue Einbauten gelöst.
Die auffallend große Ecke, die durch den Deckenkasten entsteht, wird durch einen angepassten Hochschrank gefüllt. In der Tiefe des Schachtes, bis zur Fußleiste heruntergezogen, bietet er (mit Regalböden ausgestattet) sehr viel Stauraum. Der Clou daran ist, dass er in der Wandfarbe lichtgrau matt lackiert ist und damit fast unsichtbar wird. Praktischer Stauraum verbunden mit absoluter Raumharmonisierung entsteht, denn die störende Eckenkonstruktion ist optisch verschwunden. Regalböden in Eiche Natur verbinden die entstandene Lücke bis zur Vorwandschale des Wand-WCs. Der untere Boden wird als Winkel ausgearbeitet, um den Rohrkanal zu verkleiden. Möbel sind eben „Hidden Champions“, wenn sie praktischen Nutzen mit optischen Raffinessen kombinieren und ein ausgeklügeltes Raumkonzept vervollständigen. Entweder optisch dominant oder eben in der Raumgestaltung aufgehend – ganz nach Bedarf.
- Der Kunde wünscht ein modernes Badkonzept in Grau mit warmen Akzenten und hoher Funktionalität.
- Eine offene Duschzone ersetzt die Wanne. Mit einer Teilmauer und Glas zeigt sie sich pflegeleicht.
- Ein durchdachtes Lichtkonzept mit Spiegel, Spots und indirekter Beleuchtung unterstreicht die funktionale Eleganz.
- Durch integrierte Möbel und harmonisch versteckte Lösungen entsteht viel Stauraum.
Bild: Stark-Nienhaus
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„Aufmöbeln“ von Bestandsbädern
Auch wenn das Bad nicht komplett saniert werden soll, können neue Keramiken und angepasste Badmöbel für mehr Komfort sorgen und den Raum optisch aufwerten. Ein ungenutzter Bereich unterhalb des Fensters wird in der Tiefe des Rohrkanals mit einem weißen Möbel geschlossen. Schiebetüren ermöglichen eine komfortable Nutzung auch neben dem WC. Den praktischen Umstand, dass die Oberkante der Vorwandschale mit der Unterkante des Fensters korrespondiert, nutzen wir aus. Eine Holzablage über Eck verbindet charmant beide Elemente. Im Bereich der Fensterbank kragt sie aus und bedeckt alle Ablagen in einem Guss. Ein neuer Waschtisch wird mit einem praktischen Unterschrank in Holz komplettiert. Ein übergroßer Lichtspiegel verbessert die Lichtverhältnisse im Bad und schafft eine optische Klammer über der bestehenden Vorwandschale für Waschtisch und WC. Diese Einbauten sind nicht nur schön, sondern sie bieten auch die Möglichkeit, Ordnung zu schaffen und den Raum einladender zu gestalten und auch zu halten.
Bild: Stark-Nienhaus
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Passgenauer Ausbau von Vorwandschalen
Über der technisch notwendigen Höhe von zumeist 120 cm birgt der Ausbau der Vorwandschale viele Möglichkeiten. Deckenhoch gestaltet, wird der Raum für einen übergroßen Einbauschrank mit Spiegeltüren genutzt. Symmetrisch angepasst verbindet er optisch den Waschtisch mit dem Wand-WC. Gutes Licht spendet die Up-down-Wandleuchte, die ebenfalls mittig kombiniert ist. Das hoch gelegene Fenster ist leider direkt in der Raumecke angeschlagen. Dadurch kann die deckenhohe Vorwandschale nicht über die gesamte Breite gestellt werden. Die entstehende Lücke wird durch angepasste Regalböden – zurückhaltend in Weiß matt lackiert – ausgefüllt. Dieser offene Stauraum lockert das strenge Raumkonzept gekonnt auf.
Bild: Stark-Nienhaus
Vorwandschale als Lichtelement
Neben den zahlreichen Möglichkeiten der Nutzung des „luftleeren Raumes“ durch Einbauspiegelschrank, Shampoonischen und Co. kann mit einem Deckenabstand von 30 cm oder mehr die Vorwandschale sehr schön zu der Lichtinszenierung im Raum beitragen. Eine angefertigte LED-Line (Nordstar) wird vom Fliesenleger in die Oberkante eingepasst. Der warme Lichtschein nutzt die Decke als Reflexionsfläche, um als indirektes Licht in den Raum hineinzugleiten. Je nach Bedarf in unterschiedlichen Wattleistungen, Kelvinzahlen und/oder Farblichtvarianten – auch dimmbar. Besonders angenehm wirkt das Licht bei einer farblich gestalteten Decke. Man sollte darauf achten, eine qualitativ hochwertige LED-Leuchte zu verarbeiten, um unschöne Punktreflexionen zu vermeiden! Aber dieses Grundgesetz gilt in allen Belangen.
Bild: Stark-Nienhaus
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