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Nachwuchsförderung

Frauen im SHK-Hand­werk: Netz­werk stärkt Nach­wuchs

Beim Auftakttreffen am 21. November 2025 im Sensapolis Sindelfingen trafen zwölf Auszubildende erstmals auf andere junge Frauen mit ähnlichen Erfahrungen.

Bühner / FV SHK BW

Beim Auftakttreffen am 21. November 2025 im Sensapolis Sindelfingen trafen zwölf Auszubildende erstmals auf andere junge Frauen mit ähnlichen Erfahrungen.

Das SHK-Handwerk ist traditionell männlich geprägt, und der Frauenanteil ist nach wie vor gering. Um die Zukunftschancen junger Frauen zu stärken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, hat der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (FV SHK BW) ein neues Netzwerk ins Leben gerufen.

Aktuell zählt das Handwerk in Baden-Württemberg 109 weibliche Auszubildende in allen vier SHK-Berufen. Insgesamt durchlaufen mehr als 5200 Lehrlinge eine Ausbildung als Anlagenmechaniker/-in SHK, Klempner/-in, Ofen- und Luftheizungsbauer/-in oder Behälter- und Apparatebauer/-in. Der geringe Frauenanteil lässt sich auf fehlende Berührungspunkte mit technischen Berufen, stereotype Rollenbilder und einen Mangel an weiblichen Vorbildern zurückführen.

GIRLS@SHK: Raum für Austausch und Vorbilder

Der Fachverband SHK BW hat es sich zum Ziel gesetzt, Frauen in der Branche und im Ehrenamt des Handwerks zu stärken. Das neue Netzwerk GIRLS@SHK richtet sich an alle weiblichen Auszubildenden und schafft einen Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Begegnung mit Vorbildern. Beim Auftakttreffen am 21. November 2025 im Sensapolis Sindelfingen trafen zwölf Auszubildende erstmals auf andere junge Frauen mit ähnlichen Erfahrungen. Die Atmosphäre war geprägt von Offenheit und gegenseitigem Verständnis, was zu einem intensiven Dialog über berufliche Wege, Herausforderungen und Erfolge führte.

Teilnehmerinnen beschrieben körperliche Anforderungen und Vorurteile von Kunden oder Kollegen als herausfordernd. Gleichwohl üben die jungen Frauen ihren Beruf aus Überzeugung aus, bezeichnen ihn als sinnstiftend, unabhängig machend und zukunftssicher. Sie sind stolz auf ihre Erfolge, sei es ein anspruchsvoller Auftrag, eine Auszeichnung oder die Anerkennung ihres Teams.

Netzwerk für junge Frauen

Vielfalt als Bereicherung

Ein prominentes Beispiel ist Antonella Menrath aus Heidelberg, Installateur- und Heizungsbauermeisterin und Anlagenmechanikerin SHK. Nach ihrem Lehramtsstudium und auf der Suche nach einem zukunftssicheren Job entschied sie sich während der Coronapandemie für eine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Heute nutzt sie ihre Social-Media-Reichweite, um sich für Frauen im Handwerk stark zu machen. „Ich sehe direkt, ob ein Badezimmer von einer Frau oder einem Mann geplant wurde. Das verrät die größere Ablagefläche, die Positionierung der Brause oder die Steckdose neben dem Spiegel für den Föhn“, so Menrath, die die Notwendigkeit verschiedener Perspektiven im Handwerk betont.

Wünsche und Ausblick

Ein zentrales Anliegen der Teilnehmerinnen war, dass Frauen im Handwerk nicht als Exotinnen, sondern als selbstverständlich wahrgenommen und respektiert werden. Sie wünschen sich mehr Sichtbarkeit und Betriebe, die sie aktiv unterstützen. In einem Workshop entstanden zahlreiche Ideen zur Begeisterung weiterer Mädchen für das Handwerk, darunter authentische Einblicke in den Berufsalltag, sichtbare Vorbilder, realistische Praktika und ein offener Umgang mit Herausforderungen. Zudem wurde der Wunsch nach Trainingsformaten geäußert, die auf Kommunikationssituationen, Konfliktmanagement oder den Umgang mit Vorurteilen vorbereiten.

Der Fachverband plant, diese Themen aufzugreifen und GIRLS@SHK zu einer festen Säule der Nachwuchsarbeit weiterzuentwickeln. Ein Wiedertreffen der Auszubildenden ist für den Verbandstag im Europapark Rust geplant, und 2026 soll ein Netzwerk für Meisterinnen und Geschäftsführerinnen eingerichtet werden. Frauen sind keine Randgruppe, sondern eine bedeutende Bereicherung für das SHK-Handwerk, das eine Schlüsselrolle bei Klimaschutz und Energiewende spielt. Mit GIRLS@SHK macht der FV SHK BW einen wichtigen Schritt, um Frauen im Handwerk sichtbar zu machen, Barrieren abzubauen und ihnen eine starke Stimme zu geben. ■
Quelle: Fachverband SHK BW / fl