Pro
Alles in der Natur strebt einen Ausgleich an. Wärmepumpe speziell und Heizung generell waren die großen Themen der vergangenen Jahre. Um das wieder in SHK-Balance zu bringen, ist jetzt eben Bad dran. Natürlich ist das zugespitzt formuliert. Doch der Gedanke hat etwas für sich. Während Energiekrise, Förderprogramme und Heizungstausch die öffentliche Aufmerksamkeit dominierten, rückte die Badmodernisierung vielerorts in den Hintergrund. Dabei gehört sie zu den wertschöpfungsstärksten Geschäftsfeldern des SHK-Handwerks. Der Tag des Bades setzt hier ein wichtiges Zeichen. Er schafft Aufmerksamkeit und gibt Betrieben einen Anlass, Kompetenz zu zeigen. Doch eigentlich müsste diese Botschaft viel länger wirken. Denn niemand entscheidet sich spontan für eine Badmodernisierung. Zwischen dem ersten Wunsch und dem Auftrag liegen oft Monate. Inspiration sollte im Alltag gegenwärtig sein, am Tag des Bades und an den restlichen 364 Tagen im Jahr. Ein einzelner Aktionstag ist gut, aber in dem Fall würde gelten: mehr ist mehr. Mehr Sichtbarkeit, mehr Anfragen, mehr Aufträge. Deshalb sollte der Tag des Bades nicht als einmaliges Ereignis verstanden werden, sondern als Höhepunkt einer ganzjährigen Kommunikation. Wer kontinuierlich über Komfort, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und professionelle Badplanung spricht, stärkt das Bewusstsein für den Wert handwerklicher Leistungen. Die Branche täte gut daran, das Bad an 365 Tagen im Jahr selbstbewusst zu einem ihrer wichtigsten Themen zu machen. Gute Bäder entstehen nicht zufällig, sondern durch gute Beratung und gutes Handwerk.
Bild: VDS / Oliver Dietze
Geschäftsführer Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft; verantwortlicher Dachverband für die Durchführung des „Tag des Bades“ zusammen mit ZVSHK und DG Haustechnik.
Kontra
2026 ist das Jahr des Rebhuhns. Laut NABU macht es sich auf unseren Feldern bedenklich rar. Der Sanitärbranche dagegen geht es nicht wirklich schlecht; auch die Nachfrage hat letzthin wieder leicht angezogen. Klar: Teilbereiche wie die altersgerechte Ausstattung könnten den viel zitierten „Ruck“ gut brauchen. Ein Anlass, für das Bad als Ganzes Alarm zu schlagen, ist das aber kaum. Als Mit-Initiator des Tags des Bades finden wir bei der VDS die Idee einer ganzjährigen Kampagne durchaus reizvoll. Gäbe es doch einiges, was wir gerne noch stärker kommunizieren würden – Sanierungsbedarf, Lifestyle, Energie, Hygiene! Allein: Übers ganze Jahr präsent zu sein, erforderte ganz andere Kraftanstrengungen – mehr finanzielle Mittel und vertriebsstufenübergreifendes Engagement. Am 19. September 2026 wird der Tag des Bades zum 21. Mal durchgeführt. Das ist an sich schon ein Wert. Trotz reduzierter Budgets konnten wir die Reichweite stetig erhöhen; jedes Jahr nehmen mehr Betriebe teil. Die Fokussierung auf einen Tag ist dabei essenziell: Nur so können wir ihn als – einziges (!) – gemeinsames Event unserer Branche feiern. Nur so lassen sich bundesweit Kräfte für lokales Engagement aktivieren. Daran sollten wir festhalten, egal, ob die Auftragsbücher voll sind oder nicht, statt über einen anderen Wochentag, eine Woche oder gar ein Jahr des Bades zu diskutieren. Schließlich hindert uns nichts daran, das ganze Jahr über schöne, nachhaltige Bäder zu planen und zu verkaufen. Am Tag des Bades geht es darum, Kräfte zu bündeln, um Sichtbarkeit zu erzielen. Darum, Menschen einzuladen.