Das SHK-Handwerk schloss 2025 mit 59,1 Milliarden Euro Umsatz auf hohem Niveau ab, verzeichnet aber sinkende Dynamik. Investitionszurückhaltung, politische Unsicherheit und Fachkräftemangel bremsen die Branche trotz großer Marktchancen im Gebäudebestand.
Das SHK-Handwerk in Deutschland hat nach Angaben des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) das Jahr 2025 auf hohem Niveau abgeschlossen, jedoch mit rückläufigem Umsatz und nachlassender Dynamik. Nach Jahren außergewöhnlicher Nachfrage zeigt sich eine spürbare Abkühlung – begleitet von sinkenden Aufträgen, rückläufiger Auslastung und weiterhin ungelösten Fachkräfteproblemen. Der Branchenumsatz lag 2025 bei rund 59,1 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert, erwirtschaftet von rund 48.000 Betrieben mit 390.000 Beschäftigten.
„Die Branche ist stabil, aber sie kommt nicht voran. Was fehlt, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen auslösen – und nicht immer neue Unsicherheit“, bewertet ZVSHK-Präsident Michael Hilpert die Entwicklung. Leicht positiv entwickelt sich die Ausbildung im SHK-Handwerk – allerdings nur in kleinen Schritten. Im zentralen Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker SHK waren 2025 insgesamt 40.770 Auszubildende registriert, ein Zuwachs von 316 oder 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit bleibt die Ausbildung stabil, ein struktureller Durchbruch ist jedoch nicht erkennbar. Die Zahlen zeigen, dass das Interesse am Beruf vorhanden ist, aber zu langsam wächst, um den Bedarf zu decken.
Wir bilden auf stabilem Niveau aus, doch das Wachstum hält mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt.“
Bild: ZVSHK
Gleichzeitig meldet aktuell rund die Hälfte der Betriebe offene Stellen. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch deutlich höher. Der Fachkräftebedarf bleibt damit eines der größten strukturellen Wachstumshemmnisse der Branche – auch wenn sich die Lage zuletzt leicht entspannt hat. „Die Ausbildung läuft – aber sie reicht nicht. Wir bilden auf stabilem Niveau aus, doch das Wachstum hält mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt. Ohne zusätzliche Unterstützung bei der Fachkräftesicherung werden wir die anstehenden Aufgaben nicht im notwendigen Tempo bewältigen können“, erklärt Michael Hilpert.
Das Geschäft im SHK-Handwerk wird weiterhin maßgeblich vom Gebäudebestand getragen – allerdings zunehmend durch Reparatur und Instandhaltung bestehender Anlagen. Investitionen in neue Heizungen oder Bäder bleiben vielfach aus. Diese Investitionszurückhaltung bremst die Entwicklung der Branche spürbar. Die Nachfrage ist grundsätzlich vorhanden, schlägt sich jedoch zu selten in echten Modernisierungsentscheidungen nieder. Neubauimpulse kommen in der Breite nicht im SHK-Handwerk an. Stabil wirkt vor allem das Kundendienst- und Wartungsgeschäft, das für viele Betriebe eine verlässliche Umsatzsäule darstellt. Die Branche bewegt sich damit in einem Spannungsfeld aus grundsätzlich vorhandener Nachfrage und zunehmender Zurückhaltung bei Investitionen.
Nachfrage ist grundsätzlich vorhanden, schlägt sich jedoch zu selten in echten Modernisierungsentscheidungen nieder.
Zentraler Bremsklotz bleibt aus Sicht des ZVSHK die politische Unklarheit rund um das Gebäudeenergiegesetz und die Förderlandschaft. Viele Investoren verschieben Entscheidungen oder warten ab. „Die Leute wollen investieren – aber sie warten. Solange die Regeln unklar sind, passiert zu wenig. Das trifft Betriebe und Klimaziele gleichermaßen“, betont Hilpert. Für das Jahr 2026 erwartet der ZVSHK keine grundlegende Trendwende. Die wirtschaftliche Entwicklung wird voraussichtlich weiterhin von verhaltener Nachfrage und zurückhaltenden Investitionsentscheidungen geprägt sein. Zwar bleibt der Modernisierungsmarkt stabil, echte Wachstumsimpulse sind jedoch kurzfristig nicht zu erwarten. Die politische Ausgestaltung des angekündigten Gebäudemodernisierungsgesetzes sowie die Verlässlichkeit der Förderkulisse werden dabei entscheidend sein. Ohne schnelle Klarheit und spürbaren Bürokratieabbau droht die Branche weiter unter ihren Möglichkeiten zu bleiben. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel ein strukturelles Nadelöhr, das die Umsetzungsgeschwindigkeit der Wärmewende begrenzt.
Gleichzeitig liegt im Gebäudebestand ein erhebliches Zukunftspotenzial: Millionen veralteter Heizungsanlagen sowie sanierungsbedürftige und nicht altersgerechte Bäder erfordern in den kommenden Jahren umfassende Investitionen. Die energetische und demografische Sanierung eröffnet damit langfristig ein Marktvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen setzen verlässliche Investitionsimpulse.
Anlagenmechaniker SHK: 40.770 Auszubildende (+ 0,8 % zum Vorjahr)
Klempner: 902 Auszubildende (+ 3,1 %)
Ofen- und Luftheizungsbauer: 224 Auszubildende (– 8,9 %)
Behälter- und Apparatebauer: 146 Auszubildende (+ 8,2 %)
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