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Gemeinsam gestalten: So lief die ZVSHK-Mitgliederversammlung

Mit klaren Ansagen und viel Gestaltungswillen hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) seine zweite Mitgliederversammlung 2025 in Hannover abgehalten. Präsident Michael Hilpert eröffnete die Veranstaltung mit einem eindringlichen Appell: Zusammenhalt, Verantwortung und Mut sind die Grundpfeiler, um die Herausforderungen für das SHK-Handwerk zu meistern – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich.

„Wir gehören zusammen“, sagte Hilpert und dankte zu Beginn dem Fachverband SHK ­Niedersachsen für die herzliche Gastfreundschaft und die ausgezeichnete Organisation. Gerade in Zeiten politischer Unsicherheiten, wirtschaftlicher Konsolidierung und personeller Veränderungen sei der persönliche Austausch zwischen Ehren- und Hauptamt in der Berufsorganisation wichtiger denn je.

Rückblick: Stabilität und Teamleistung in bewegten Monaten

Die vergangenen Monate verlangten dem Verband einiges ab: Die ISH 2025 als international führende Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima war für das Team des ZVSHK ein Kraftakt. „Planung, Aufbau, Partnerbetreuung, all das hat gezeigt, wie verlässlich und professionell unser Zentralverband arbeitet“, betonte Hilpert. Mit ca. 30 % der Fachbesucher stellte das Handwerk die größte Fachbesuchergruppe dar.

Auch die personellen Veränderungen im Verband wurden professionell gemeistert. ­Andreas Müller, zeitweise „Hauptgeschäftsführer auf Zeit“, stabilisierte die Organisation und sorgte dafür, dass alle Prozesse weiterlaufen. Hilpert: „Dem gesamten Team in St. Augustin und Berlin gilt mein persönlicher Respekt. Das war gelebte Loyalität.“

Mit dem Amtsantritt von Daniel Föst als neuem Hauptgeschäftsführer habe der Verband nun klare Strukturen und frische Energie gewonnen: „Erfahrung trifft auf Aufbruch. Kompetenz auf Dynamik.“ Der Präsident hob hervor, dass Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun wieder als Team agieren, als Basis für die strategische Weiterentwicklung.

Wir können nicht ­alles selbst steuern, aber wir können viel gestalten. Und genau das ist ­unsere Aufgabe.

Michael Hilpert, ZVSHK-Präsident

Bild: Sironi

Wirtschaftliche Lage: Konsolidierung

Die aktuelle Herbstumfrage des ZVSHK unter den Innungsbetrieben zeigt: Die Geschäftslage im SHK-Handwerk kühlt sich leicht ab, bleibt aber robust:

  • Gesamtindikator: 38,8 % (immerhin zweithöchster Wert der letzten 15 Jahre)
  • Kundendienst: stabile Nachfrage, teils Zuwächse
  • Sanitärgeschäft: sicheres wirtschaftliches Fundament.
  • Hilpert betonte: „Das Handwerk bleibt stark, wenn es nah an seinen Kunden und den Menschen bleibt.“ Auch die Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts sehen die Lage positiv, mahnen aber steigende Unsicherheit an. Hilpert warnte: „Wir sollten uns nicht in Unsicherheit einrichten. Wir müssen ihr entgegentreten, mit Haltung, Zuversicht und Gestaltungswillen.“

    Politik und Verbandspositionen: Klimaschutz und Ausbildung

    Ein Schwerpunkt der Mitgliederversammlung waren aktuelle politische Themen:

  • Sondervermögen Infrastruktur und Klima­neutralität (SVIKG): 100 Milliarden Euro für Klimainvestitionen bis 2045, verteilt in zehn Tranchen bis 2034. Der ZVSHK fordert, dass diese Mittel direkt kommunal und zugunsten ortsansässiger KMU – also auch der SHK-Handwerksunternehmer – eingesetzt werden, um lokale Wertschöpfung zu sichern.
  • Tariftreuegesetz: Ab einem Auftragswert von 50.000 Euro sollen öffentliche Auftraggeber sicherstellen, dass geltende Tarifverträge eingehalten werden. Hilpert betonte: „Wir unterstützen die Stärkung der Tarifautonomie, aber die Details müssen praxisnah gestaltet werden.“
  • Berufsausbildung: Über 300 Ausbildungs­berufe wurden im „Sommer der Berufsausbildung 2025“ auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene präsentiert. Ziel war es, junge Menschen frühzeitig mit Betrieben zusammenzubringen. Auch die SHK-Berufsorganisation war mit dabei.
  • Nicht zuletzt mit Blick auf die Nachwuchsförderung machte Hilpert deutlich: „Wenn 17 Landesverbände geschlossen auftreten, wenn Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeiter an einem Strang ziehen, dann hat dieses Handwerk Gewicht, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.“

    Deutschland hat im Wärmemarkt Kompetenz, ­Kapazität und Innovationskraft. Was fehlt, ist ein ­verlässlicher Kurs.

    Daniel Föst, ZV-Hauptgeschäftsführer

    Bild: Sironi

    Technik, Innovation und Digitalisierung

    Neben wirtschaftlichen und politischen Themen stand die fachliche Expertise im Mittelpunkt:

  • ­AVBFernwärmeV & Wärmepumpen-Checkliste: Hilfestellungen für Planung, Installation und netzdienliche Ansteuerung von Wärmepumpen, inkl. Anforderungen an Smart Meter und Anschlusswerte.
  • Construct-X, ZVPlan, Meisterwärme: Digitalisierung als Schlüssel für Effizienzsteigerung, Unterstützung der Innungen und Vernetzung der Betriebe.
  • ISH 2027: Keyvisual „The Power of Solutions“ als Ausdruck von Innovation, Transformation und Nachhaltigkeit in der SHK-Branche.
  • Hilpert unterstrich die Bedeutung des SHK-Handwerks mit Blick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen: „Echte Veränderung entsteht, wenn Lösungen zusammenwirken, auf Baustellen, in Kellern und Bädern. Die ISH ist dafür die führende Plattform.“

    Aktuelles in Kürze

  • Gasinstallationen: Rückbau und Stilllegung sollen ausschließlich durch VIU erfolgen.
  • Mindestlohn: Der Vorschlag der Kommission lautet 13,90 Euro ab 1. Januar 2026, 14,60 ­Euro ab 1. Januar 2027.
  • Gesetzesinitiativen: EPBD, EnWG-Novelle, Chemikalien-Klimaschutzverordnung, Vergabebeschleunigungsgesetz werden die SHK-Branche in den kommenden Monaten beschäftigen.
  • Wie tritt man all den Entwicklungen entgegen? Präsident Hilpert formulierte einen Appell: „Nicht klagen – sondern handeln. Nicht abwarten – sondern gestalten. Nicht spalten – sondern verbinden.“ Für das kommende Jahr stehe das SHK-Handwerk vor entscheidenden Weichenstellungen. Mit Erfahrung, Zusammenhalt und einer starken Verbandsgemeinschaft sei die Branche jedoch bestens gerüstet, Wärmewende, Digitalisierung und wirtschaftliche Stabilität aktiv mitzugestalten. „In Zeiten des Wandels braucht es Mut, um Neues zu wagen – und Vertrauen, um es gemeinsam zu tragen.“ Ein Leitgedanke, der die Haltung des ZVSHK für 2026 prägen wird.

    Idealerweise ­sollten Eigentümer die aktuell hohen ­Fördermittel nutzen, um ihre Heizung zu modernisieren.

    Andreas Müller, stellv. Hauptgeschäftsführer

    Bild: Sironi

    Hintergrund

    Die Berufsorganisation des SHK-Handwerks ist in Deutschland mehrstufig und föderal aufgebaut. Sie gliedert sich in Innungen auf lokaler Ebene, Landesfachverbände auf Ebene der Bundesländer sowie den Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) auf Bundesebene. Die SHK-Innungen sind Zusammenschlüsse von Handwerksbetrieben auf regionaler Ebene. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe vor Ort, unterstützen diese in fachlichen, rechtlichen und ausbildungsbezogenen Fragen und wirken an der Organisation der beruflichen Bildung mit. Zudem fördern sie den Erfahrungsaustausch und die Weiterbildung. Die Landesfachverbände SHK fassen die Innungen eines Bundeslandes zusammen. Sie vertreten die Interessen des SHK-Handwerks gegenüber Landespolitik, Behörden und Institutionen. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die tarifpolitische Vertretung der Arbeitgeber, die fachliche Koordination der Innungen, die Organisation überregionaler Schulungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit auf Landesebene. Der ZVSHK ist die bundesweite Spitzenorganisation. Er vertritt die Landesfachverbände auf Bundes- und europäischer Ebene, bringt die Interessen des SHK-Handwerks in Gesetzgebungsverfahren ein, wirkt an Normungs- und Regelsetzungsprozessen mit und koordiniert bundesweite Brancheninitiativen. 

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