Am 21. März 2026 wurden in Berlin insgesamt 102 neue Fachkräfte des Handwerks freigesprochen. Unter ihnen befanden sich drei neu ausgebildete Klempner sowie vier Frauen, die ihren Berufsstart im Handwerk feierten. Die Freisprechungsfeier fand im Gasometer auf dem EUREF-Campus statt.
mf Mercedöl
Bedeutung der dualen Ausbildung
Staatssekretärin Micha Klapp von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der dualen Ausbildung für Berlin. Sie hob hervor, dass die Senatsverwaltung das System der dualen Ausbildung unterstützt und das Handwerk eine Schlüsselrolle bei den Zukunftsaufgaben der Stadt spielt – insbesondere im Bereich der Energie- und Wärmewende.
Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, appellierte an die neuen Gesellinnen und Gesellen, sich aktiv als Botschafter des Handwerks einzubringen. Sie begrüßte die Absolventen in der Handwerksfamilie und unterstrich die zentrale Rolle des SHK-Handwerks auf dem Weg zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Stadt. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte sei die Umsetzung der Energie- und Wärmewende nicht möglich.
20 Jahre Eventuspreis
Ein Programmpunkt der Veranstaltung war das 20-jährige Bestehen des Eventuspreises. Dieser Preis gilt als der höchstdotierte Ausbildungspreis im Handwerk. Er beinhaltet ein vollständiges Meisterstipendium für den Jahrgangsbesten Berliner Anlagenmechaniker sowie Geldpreise für die drei Prüfungsbesten. Über zwei Jahrzehnte hinweg haben verschiedene Sponsoren aus Industrie und dem Berliner Innungshandwerk die Preisgelder gesichert.
Der Eventuspreis geht auf die Initiative des Berliner Innungsbetriebs mf Mercedöl GmbH und dessen Geschäftsführer Matthias Frankenstein zurück. Dieser setzte nach der Verleihung der Mendelssohn-Medaille im Jahr 2006 das Preisgeld ein, um ein dauerhaftes Zeichen für Ausbildungsleistungen zu schaffen. Stephan Schwarz, ehemaliger Wirtschaftssenator und Ehrenpräsident der Handwerkskammer, hob das Engagement der Handwerksbetriebe für den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt der Stadt hervor. Der Preis motiviert Auszubildende in Berlin seit 20 Jahren.
Auszeichnung der Jahrgangsbesten
Im Mittelpunkt der Feier standen die neuen Gesellinnen und Gesellen, insbesondere die drei Jahrgangsbesten:
- Christian Kölbl (ausgebildet bei HESAT GmbH)
- Valentin Kaiser (ausgebildet bei Leuthäuser & Scharfe)
- Leon Würpel (ausgebildet bei Kempinger GmbH)
Sie erhielten jeweils einen Geldpreis, gestiftet von der Leppin Haustechnik GmbH. Kölbl wurde zusätzlich mit dem Eventuspreis ausgezeichnet, der in diesem Jahr von Buderus Deutschland ermöglicht wurde.
Handwerk im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
In einer anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Matthias Trunk (GASAG), Axel Pinkert (Berliner Energie und Wärme) und Dennis Eisen (Buderus) über die wachsende Bedeutung des Handwerks im Kontext der Energie- und Wärmewende. Dabei wurde auch erörtert, wie Künstliche Intelligenz das Handwerk verändern wird, ohne es überflüssig zu machen.
Digitale Werkzeuge können Prozesse erleichtern, die Planung beschleunigen und Wissen zugänglich machen. Die Umsetzung vor Ort, handwerkliche Präzision, das Verständnis für komplexe Gebäudesysteme und der direkte Kundenkontakt bleiben jedoch menschliche Kernkompetenzen. Eine qualifizierte Ausbildung ist daher entscheidend, um die Zukunft des Klimahandwerks zu sichern. ■
Quelle: Innung Berlin / fl
digiprofessionals / SBZ
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