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Gebäudemodernisierungsgesetz

Clage und Grüne MdB for­dern Tech­no­lo­gie­of­fen­heit

Die Clage GmbH traf sich im März mit der Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen) zu einem fachlichen Austausch über das zukünftige Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Dekarbonisierung des Gebäudebestandes und die Rolle strombasierter Technologien für eine klimafreundliche Energieversorgung.

v.l.: Lea Sophie Welzel (Clage), Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen), Alexander Gerdes (CEO, Clage)

Büro Verlinden

v.l.: Lea Sophie Welzel (Clage), Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen), Alexander Gerdes (CEO, Clage)

Kritik an aktueller Politik und Rolle von Unternehmen

Verlinden hob im Rahmen des Austauschs die Bedeutung vonUnternehmen für die Energiewende im Gebäudesektor hervor. Unternehmen wie Clage zeigten, wie dezentrale Warmwasserbereitung ohne Öl und Gas realisiert werden kann – klimafreundlich und bezahlbar. Gleichzeitig kritisierte Verlinden das von ihr so genannte „Teuer-Heizen-Gesetz“ der Bundesregierung. Dieses Gesetz schaffe Unsicherheit, erhöhe die Heizkosten für Verbraucher und treibe diese in eine fossile Heizkostenfalle. Dies bremse Klimaschutz und günstiges Heizen aus, während künftig mehr Menschen hohe Öl- und Gasrechnungen drohen.

Dezentrale Warmwasserbereitung als Effizienzpotenzial

Dezentrale elektrische Durchlauferhitzer werden als strombasierte Technologie bewertet, die zur Klimaneutralität und Dekarbonisierung des Gebäudebestandes beitragen kann. Im Gespräch wurde hervorgehoben, dass es nicht nur eine einzelne Lösung wie die Wärmepumpe gibt. Vielmehr sollten unterschiedliche technologische Ansätze je nach Gebäude und Anwendung sinnvoll kombiniert werden. Entscheidend ist dabei die Betrachtung der Gesamtsystemeffizienz. Insbesondere bei zentralen Warmwassersystemen entstehen oft hohe Verluste durch Standby-Betrieb, lange Leitungswege und Zirkulation, dies bei gleichzeitig sinkendem Warmwasserbedarf.

Entkopplung von Heizung und Warmwasser

Vor diesem Hintergrund kann es sinnvoll sein, die Warmwasserversorgung von der Heizung zu entkoppeln und beispielsweise auf dezentrale elektrische Durchlauferhitzer zu setzen. Durch diese Trennung von Heiz- und Warmwassersystemen lassen sich in vielen Gebäuden Energieverluste deutlich reduzieren. Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass Einsparungen von mindestens 40 %, in größeren Gebäuden bis zu 80 %, möglich sind. Die Entkopplung der Systeme ermöglicht zudem eine kleinere Auslegung der Heizung. Diese wird im Betrieb entlastet und kann über die Sommermonate vollständig abgeschaltet werden. Besonders im Gebäudebestand bieten solche Lösungen die Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Investitionsaufwand kurzfristig Energie- und CO2-Einsparungen zu realisieren.

Forderung nach verlässlichem Rechtsrahmen

Die Gesprächspartner betonten die Bedeutung technologischer Offenheit. Klimafreundliche Optionen, von Wärmepumpen über E-Direktheizungen bis hin zur dezentralen Warmwasserbereitung, sollten gleichberechtigt im gesetzlichen Rahmen berücksichtigt werden. Darüber hinaus gilt es, weitere Effizienzpotenziale wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, dezentrale Energieerzeugung und -speicherung sowie weitere innovative Technologien anzuerkennen und regulatorisch zu verankern.

Alexander Gerdes, CEO der Clage GmbH, erklärte hierzu, dass für eine erfolgreiche Energiewende im Gebäudesektor ein verlässlicher gesetzlicher Rahmen erforderlich sei, der alle klimafreundlichen Technologien gleichberechtigt berücksichtigt. Dezentrale, strombasierte Lösungen wie der E-Durchlauferhitzer ließen sich insbesondere im Gebäudebestand schnell und kosteneffizient umsetzen und trügen zur Reduzierung von Energieverlusten und CO2-Emissionen bei. Entscheidend sei, dass die Politik diese Effizienzpotenziale anerkenne und langfristige Planungssicherheit schaffe – nicht nur für Hersteller, sondern auch für Installationsunternehmen, Planende, Energieberater, Eigentümer, Wohnungswirtschaft sowie Endkunden.

Bezahlbarkeit und Kurs ohne fossile Brennstoffe

Einigkeit bestand darüber, dass die Dekarbonisierung des Gebäudebestandes nur gelingen kann, wenn realisierbare und bezahlbare Lösungen für Verbraucher zur Verfügung stehen. Neben Investitionen in neue nachhaltige Heizsysteme spielen daher auch geringinvestive Maßnahmen eine Rolle, um kurzfristig Energie einzusparen und langfristig den Übergang zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung zu sichern.

Die Gesprächspartner betonten abschließend, dass für das Erreichen der Klimaziele alle verfügbaren nachhaltigen Energiequellen und Technologien genutzt werden sollten, jedoch keine Rückschritte zu fossilen Brennstoffen gemacht werden sollten. Ein stabiler, technologieoffener Rechtsrahmen mit anreizstarken Förderungen sei dafür eine zentrale Voraussetzung. ■
Quelle: Clage / fl

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