Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Gebäudemodernisierungsgesetz

BUND warnt vor Kos­ten­fal­le durch ge­plan­tes GMG

Neue Berechnungen im Auftrag des BUND verdeutlichen die finanziellen Auswirkungen des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes.

gourmecana - stock.adobe.com

Neue Berechnungen im Auftrag des BUND verdeutlichen die finanziellen Auswirkungen des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes.

Neue Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verdeutlichen die finanziellen Auswirkungen des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG). Demnach können neue Gasheizungen, die mit einer steigenden Beimischung von Biomethan betrieben werden, über die Jahre zu erheblich höheren Heizkosten führen als Wärmepumpen.

Der BUND kritisiert die Pläne der Bundesregierung, den Einbau von Öl- und Gasheizungen weiterhin zu erlauben, sofern eine „Bio-Treppe“ mit steigenden Anteilen grüner Brennstoffe eingehalten wird. Laut Julius Neu, Experte für Energie- und Klimapolitik beim BUND, sei dies nicht nur ein klimapolitischer Rückschritt, sondern verursache auch soziale Folgen durch steigende Heizkosten.

Kostenfalle für Mieter

Für Mieter in einer typischen Wohnung eines Mehrfamilienhauses (70 m2, Effizienzklasse D) prognostizieren die Berechnungen des Fraunhofer ISI bis 2045 über 18.000 Euro höhere Heizkosten, wenn Vermieter im Jahr 2027 eine neue Gasheizung anstelle einer Wärmepumpe installieren. Die monatliche Mehrbelastung in den Betriebskosten könnte von 55 Euro im Jahr 2035 auf 272 Euro im Jahr 2045 ansteigen.

Neu betont, dass Mieter nicht selbst über ihre Heizung entscheiden und daher durch solche Entscheidungen der Vermieter mit Tausenden Euro an höheren Heizkosten belastet würden. Der BUND fordert daher klare Regeln für den Umstieg auf erneuerbare Heizungen und einen Heizkostendeckel zum Schutz der Mieter.

Deutliche Mehrkosten für Eigentümer

Auch Eigentümer von Einfamilienhäusern (121 m2, Effizienzklasse E) sind von potenziellen Mehrkosten betroffen. Hier könnten die Heizkosten bis 2045 um knapp 24.000 Euro höher ausfallen, wenn sie sich für eine neue Gasheizung statt einer Wärmepumpe entscheiden. Die monatliche Mehrbelastung könnte von 73 Euro im Jahr 2035 auf 326 Euro im Jahr 2045 steigen.

Der BUND rät Eigentümern, unabhängig von politischen Entscheidungen, auf erneuerbare Heizsysteme wie die Wärmepumpe zu setzen, um nicht in eine Kostenfalle zu geraten. Neu hebt hervor, dass Wärmepumpen in den meisten Fällen die kostengünstigere und klimafreundlichere Lösung darstellen. Er fordert, dass die Bundesregierung einen klaren Umstiegspfad zu erneuerbaren Heizungen schafft und Förderprogramme sozial ausgestaltet, um den Umstieg für alle zugänglich zu machen.

Hintergrund der Berechnungen:

Die Analysen des Fraunhofer ISI vergleichen die monatlichen Betriebskosten einer neuen Gasheizung mit denen einer Wärmepumpe bis zum Jahr 2045. Dabei wurde angenommen, dass der Heizungstausch im Jahr 2027 erfolgt. Die sogenannte „Bio-Treppe“, wie in den Eckpunkten des GMG vorgesehen, startet ab 2029 mit 10 % Biomethan, steigt auf 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 und erreicht 100 % im Jahr 2045.

Die zugrunde liegenden Annahmen für die Entwicklung von Energiepreisen (Strom, Erdgas, Biomethan), CO2-Bepreisung und Netzentgelten sind moderat konservativ gewählt. Selbst bei einem Szenario mit besonders günstigen Betriebskosten für Gasheizungen und hohen Kosten für Wärmepumpen bleibt das Heizen mit einer Gasheizung teurer oder führt nur zu einem geringen monatlichen Vorteil im Vergleich zur Wärmepumpe. Im ungünstigsten Fall für Gasheizungen könnten die monatlichen Mehrausgaben für Mieter auf 141 Euro im Jahr 2035 und 453 Euro im Jahr 2045 steigen, für Einfamilienhausbesitzer auf 185 Euro im Jahr 2035 und 558 Euro im Jahr 2045.

Quelle: BUND / fl

Lesen Sie auch:
Info-Flyer beleuchtet zu­ge­las­se­ne Hei­zungs­tech­ni­ken
VDKF zu GMG-Eckpunkten
BUND verleiht Ne­ga­tiv­preis für GMG-Eck­punk­te
SHK-Handwerk: ver­läss­li­che Hei­zungs­wahl statt Po­li­tik-Hö­rig­keit