Die Bestandsgebäude der Bauverein Wesel AG zeigen nach einem Jahr Pilotbetrieb, dass sich der Energieverbrauch bereits mit überschaubaren Maßnahmen senken lässt. Elektronische Heizkörperregler wurden in Zusammenarbeit mit dem Hersteller unter Praxisbedingungen erprobt und mit Referenzgebäuden verglichen. Die Ergebnisse liefern konkrete Anhaltspunkte, welches Einsparpotenzial ohne Eingriffe in die Heizungsanlage möglich ist.
Der Bauverein Wesel vermietet rund 2500 Wohneinheiten in etwa 500 Gebäuden. Hierdurch können umfassende energetische Sanierungen nicht überall gleichzeitig umgesetzt werden. Deshalb suchte das Unternehmen nach praktikablen Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz, die mit überschaubarem Montage- und Serviceaufwand für die ausführenden Installateure verbunden sind. So wurden Mitte 2023 im Rahmen eines Pilotprojekts in sieben teilsanierten Gebäuden aus den 1950er-Jahren insgesamt 45 Wohnungen mit den elektronischen Heizkörperreglern HR90 von Resideo zur Heizzeitprogrammierung ausgestattet. Diese konnten durch einen einfachen Schließmechanismus am Ventilaufsatz an den Heizkörpern in den Wohnungen installiert und eingestellt werden. Zusätzlich erhielt auch das Verwaltungsgebäude des Bauvereins elektronische Heizkörperregler inklusive der Einzelraumregelung evohome von Resideo pro Etage. Um die Effekte dieser Maßnahme unter realen Bedingungen zu messen, stellte die Bauverein Wesel AG die Verbrauchsdaten vor und nach der Installation einander gegenüber. Zusätzlich verglich sie die Energieverbräuche mit baugleichen Referenzgebäuden ohne Heizzeitprogrammierung.
Energieeinsparung durch Heizzeitprogrammierung
Die Idee dahinter bestand darin, durch die Programmierung von individuellen Heizzeiten die Wohn- bzw. Büroräume gezielter zu beheizen, nämlich dann, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Bei Nichtnutzung wird die Temperatur abgesenkt. Auf diese Weise lässt sich unnötiges Heizen reduzieren. Als Stand-alone-Regler bot der HR90 hierfür die passenden Funktionen für das Projekt und überzeugte durch seine einfache Bedienung. Mit sechs Schaltpunkten pro Tag und drei unterschiedlichen Sollwerttemperaturen ermöglicht er eine flexible Zeitprogrammierung, die sich an den persönlichen Tagesablauf anpassen lässt. Zusätzlich kann der integrierte Eco-Betrieb für eine weitere Absenkung der Sollwerttemperatur um bis zu 3 °C sorgen. Hervorzuheben ist die Fenster-offen-Erkennung, die das Ventil automatisch schließt, sobald ein Fenster geöffnet wird. Hierdurch wird vermieden, dass buchstäblich zum Fenster hinaus geheizt wird.
Dank der intuitiven Bedienung gab es seit dem Einbau kaum Anfragen von Mietern, sodass sich unser Aufwand für Service und Wartung nicht erhöht hat.
Einfache Installation und Heizkörpereinstellung
Für den Austausch der alten Regler gegen die neuen elektronischen Heizkörperregler HR90 wurden mit den Mietern Termine vereinbart. „Die neuen Regler ließen sich einfach und ohne bauliche Veränderung an die bestehenden Heizkörper montieren, sodass die Umrüstaktion trotz der hohen Stückzahl schnell erledigt war“, so Thorsten Schröter, einer der ausführenden SHK-Installateure der Bauverein Wesel AG. Im Rahmen des Einbautermins wurden auch direkt erste Heizzeitprogrammierungen vorgenommen, die sich nach den individuellen Tages- und Wochenabläufen der Mieter richteten. Insgesamt nahmen die Einstellung und Einweisung pro Wohnung maximal 30 Minuten in Anspruch. Im Alltag können die Mieter selbst Anpassungen vornehmen – die Bedienung erfolgt einfach über Tasten, Drehrad und mit Display. Installation und Bedienung sind unkompliziert und bewirkten einen minimalen Service- und Wartungsaufwand bei gleichzeitiger Nutzeranpassung. Eine gemeinsame Ersteinstellung mit den Nutzern und deren Einweisung sind hierfür entscheidend.
Bilanz nach einem Jahr
Hinsichtlich der Energieeinsparungen zieht die Bauverein Wesel AG nach einem Jahr eine positive Bilanz: Im Durchschnitt konnte der Energieverbrauch in den umgerüsteten Gebäuden im Jahr 2024 im Vergleich zum Zeitraum vor dem Einbau des HR90 um 18 % gesenkt werden. Auch die baugleichen Vergleichsgebäude ohne Heizzeitprogrammierung verzeichneten eine Verbrauchsreduktion, die möglicherweise auf bewussteres Heizen oder bessere Einstellungen der Heizzentralen zurückzuführen ist. Hier betrug die Reduktion 12 %. Daraus ergibt sich, dass in den Gebäuden mit dem elektronischen Heizkörperregler HR90 6 % mehr Energieeinsparungen als in den Häusern ohne Heizzeitprogrammierung erreicht werden konnten.
Das Pilotprojekt der Bauverein Wesel AG zeigt, dass kleine, technisch einfache Maßnahmen wie der Einbau elektronischer Heizkörperregler und ihre entsprechende Einstellung einen spürbaren Beitrag zur Energieeinsparung leisten können. Die Kombination aus Energieeffizienz und Nutzerkomfort schafft eine attraktive Lösung für den Gebäudebestand, während gleichzeitig der Service- und der Wartungsaufwand für die Installateure gering blieb.
Elektronische Heizkörperregler senkten den Energieverbrauch in den Pilotgebäuden aus den 1950er-Jahren um durchschnittlich 18 % im Vergleich zum Vorjahr.
Auch die Gebäude ohne Heizzeitprogrammierung reduzierten den Energieverbrauch um 12 %; vermutlich durch bewussteres Heizen und bessere Einstellungen der Heizzentralen.
Die HR90-Regler lassen sich ohne bauliche Änderungen installieren und ermöglichen eine flexible Heizzeitprogrammierung mit integrierter Fenster-offen-Erkennung.
Auswertung der Verbrauchsdaten nach dem einjährigen Pilotprojekt.
Die elektronischen Heizkörperregler ermöglichen die Programmierung von Heizzeiten und somit ein genau an den individuellen Tagesablauf angepasstes Heizen.
V. l. n. r: Thorsten Wellmann, Sara Broß, Björn Boland und Thorsten Schröter (alle Bauverein Wesel) vor einem der Wohngebäude, das mit HR90 Heizkörperreglern ausgestattet wurde.