Die Mitglieder der ÜWG (Überwachungsgemeinschaft Technische Anlagen der SHK-Handwerke) trafen sich zur Mitgliederversammlung in Fulda.
Die ÜWG (Überwachungsgemeinschaft Technische Anlagen der SHK-Handwerke) sieht sich für die Wärmewende gut aufgestellt: Mit stabiler Mitgliederbasis, wachsendem Schulungsangebot und erweiterten Kompetenzen bei Wärmepumpen, Erdwärme und Solarthermie wollen die Fachbetriebe Hauseigentümer bei der Modernisierung ihrer Heizsysteme unterstützen. Auf der Mitgliederversammlung in Fulda standen zudem technologieoffene Regelungen im geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz und die Rolle erneuerbarer Brennstoffe sowie hybrider Heizlösungen im Fokus.
Klare Rahmenbedingungen, die die Innovationsbereitschaft der Hauseigentümer unterstützen und flexible Optionen für den Klimaschutz im Gebäudebereich bieten, sind für die ÜWG-Fachbetriebe die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Wärmewende.
Die Überwachungsorganisation zeigte sich zu ihrer Mitgliederversammlung am 17. Juni in Fulda dafür bestens gerüstet. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wird als dringende Voraussetzung gesehen, um im Heizungskeller voranzukommen. Dabei stehen die ÜWG-Fachbetriebe zum einen in gewohnter Weise für sichere, umweltschonende Heizölverbraucheranlagen, die mit einem steigenden Anteil erneuerbarer Fuels betrieben werden. Andererseits bauen die Mitgliedsunternehmen der Überwachungsgemeinschaft ihre Kompetenzen im Bereich Wärmepumpen kontinuierlich aus. Mit Blick auf die Veränderungen im Wärmemarkt arbeitet die ÜWG bereits seit zwei Jahren an der Etablierung ihres neuen Geschäftsfeldes „Erdwärme, Klima, solarthermische Anlagen und Wärmepumpen“.
Optimistischer Blick nach vorn mit fundierter Ausgangsposition
Nachdem die ÜWG über ein Jahr ohne hauptamtlichen Geschäftsführer gearbeitet hat, übernahm mit Frank Hehl ein erfahrener Branchenprofi diese Aufgabe. Seit dem Amtsantritt im April hat er sich intensiv und erfolgreich in die neue Funktion eingearbeitet. So konnte er in Fulda auf ein solides Jahr 2025 zurückblicken und gleichzeitig konkrete Vorhaben für die weitere Entwicklung der Überwachungsorganisation skizzieren. Der ÜWG-Vorsitzende Andreas Kröckel dankte allen Mitgliedern, Landesstellenleitern, Vorstandskollegen und dem Team der Geschäftsstelle in St. Augustin für ihren besonderen Einsatz in den zurückliegenden Monaten. Damit gelang es, die Überwachungsorganisation des SHK-Handwerkes auch in der Phase ohne Geschäftsführer als starke Gemeinschaft mit ihrem hohen fachlichen Niveau zu erhalten.
Wie gut das gelungen ist, zeigen etwa die weitgehend stabile Mitgliederzahl von über 5000 Fachbetrieben und die hohe Nachfrage nach Schulungen, die im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter zulegte. Das ist u. a. dem stärkeren Angebot an Online- und hybriden Formaten zu verdanken. Damit ist es den Fachhandwerkern möglich, mit geringem zeitlichem und logistischem Aufwand ihr Wissen zu erweitern. Auch der Zuspruch nach den Schulungen zum neuen Thema „Erdwärme, Klima, solarthermische Anlagen und Wärmepumpen“ legte spürbar zu. Andreas Kröckel nahm dies zum Anlass, alle Landesgeschäftsstellen zu ermuntern, in ihren Regionen dieses Schulungsangebot ebenfalls auszubauen. Dabei entsteht, wie er betonte, für die ÜWG-Mitglieder kein zusätzlicher Aufwand, da das neue Thema je nach Bedarf in die bisherigen Fachbetriebsschulungen integriert werden kann. Auch separate Schulungen dazu werden angeboten.
Die Technik ist da, die Brennstoffe sind verfügbar und wir, das Handwerk, stehen bereit.
Bild: HHManz
Dabei geht es, so Andreas Kröckel, nicht einfach um Marketing und bessere Kundenansprache mit einer weiteren Fachbetriebsqualifikation, sondern vielmehr um die Erfüllung behördlicher Anforderungen. Es soll den Endkunden die Sicherheit vermittelt werden, dass sie auch bei einer Wärmepumpe, die Glykol als Frostschutzmittel enthält, auf ihren Fachhandwerker vertrauen können. Da Glykol als schwach wassergefährdender Stoff gilt, legen verschiedene Behörden und Ämter Wert darauf, dass hier besonders geschulte Fachbetriebe – zumindest bei gewerblichen Anlagen – tätig werden. Frank Hehl verweist dazu auf die besonderen Anforderungen an Erdwärmesonden und -kollektoren, Solarkollektoren und Kälteanlagen nach § 35 AwSV. Am Ende stehen also auch hierbei immer Sicherheit und Umwelt, Verantwortung und umfassender Kundenservice im Mittelpunkt.
Generell kann die ÜWG dank ihrer stabilen wirtschaftlichen Ausgangslage wichtige Zukunftsprojekte vorantreiben. Dazu zählen beispielsweise neben dem Ausbau neuer Geschäftsfelder die weitere Digitalisierung aller Geschäftsprozesse – von den Schulungen über die Fachbetriebsüberwachung und Zertifizierung bis zur Arbeit der Geschäftsstelle selbst. „Überall sind wir auf gutem Wege, haben aber auch noch einige Punkte abzuarbeiten. Dabei gehen wir sehr zielgerichtet, nach einer langfristig erstellten Planung vor“, sagte Frank Hehl.
Aktueller Stand beim GmodG
Schon bei seinen Begrüßungsworten hatte Andreas Kröckel auf die noch immer mageren Absatzzahlen bei Wärmeerzeugern verwiesen, die sich im ersten Quartal 2026 fortsetzten. Es wird dringend neuer Schwung gebraucht und klare Regelungen, damit die Verunsicherung der Endkunden zurückgeht. „Ob auf der ISH 2025 oder auf den SHK-Regionalmessen in Essen und Nürnberg im laufenden Jahr: Das Thema Hybrid stand bei vielen Heiztechnikherstellern neben der Wärmepumpe ganz oben auf der Agenda“, so der ÜWG-Vorsitzende. Das stimmt in durchaus positiv. Denn, so sein Fazit: „Die Technik ist da, die Brennstoffe sind verfügbar und wir, das Handwerk, stehen bereit“.
All das bestätigte Dirk Arne Kuhrt (Geschäftsführer Wärmemarkt beim Uniti-Bundesverband Energie-Mittelstand) in seinem Gastbeitrag zu aktuellen Entwicklungen im Wärmemarkt aus Sicht des Energiemittelstands. Einer seiner Schwerpunkte war das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GmodG). Hier sieht er ebenso wie Andreas Kröckel das Fachhandwerk – und dabei insbesondere die qualifizierten und zertifizierten Fachbetriebe der ÜWG – und die mittelständischen Energiehändler als natürliche Partner im Markt. Sie können gemeinsam mit den Endkunden an zweckmäßigen und nachhaltigen technischen Lösungen bei energetischen Sanierungen im Heizungskeller arbeiten.
Denn dort, wo die Hauseigentümer für die kommenden Jahrzehnte investieren sollen, sind gegenseitiges Vertrauen, gemeinsame solide Fachberatung und zuverlässige Arbeit – sowohl bei der Installation der Anlagen als auch bei der Belieferung mit Brennstoffen gefragt.
Wir gehen zielgerichtet, nach einer langfristig erstellten Planung vor.
Bild: HHManz
„Handwerk und Energiehandel haben vielleicht teilweise unterschiedlich Blickwinkel, in der Grundtendenz sind wir aber in der gleichen Richtung unterwegs“, stellte Kuhrt fest und betonte: „Noch immer gibt es an die fünf Millionen Heizungen für flüssige Brennstoffe in Deutschland. Ein Potenzial, das nicht einfach verschwindet und für dessen Modernisierung wir technologieoffene Rahmenbedingungen erwarten, um brennstoffseitige Perspektiven entwickeln und individuell passende Angebote unterbreiten zu können.“ Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GmodG) eröffnen sich nun flexible Möglichkeiten, um die regulativen Anforderungen und gleichzeitig die Klimaziele im Gebäudebereich zu erfüllen
Mittels einer steigenden Bioquote und der Biotreppe können moderne Ölheizungen schrittweise bis zu 100 % auf erneuerbare Fuels umgestellt werden. Die Vorzüge der bewährten Technologie sind also weiter nutzbar mit neuen Geräten – beispielsweise auch als Teil von Hybridsystemen. Dabei müsse sich niemand Sorgen machen, dass der Einsatz von „Green Fuels“ nicht funktioniert. Die Produkte der Hersteller von Heizgeräten, Tanks und Armaturen tragen inzwischen das „Green-Fuels-Ready“-Label. In verschiedenen Bundesländern – wie etwa seit 2010 in Baden-Württemberg – wird zur Betankung neuer Kessel Heizöl mit erneuerbaren Anteilen bereits eingesetzt. Und an der Tankstelle sind Anteile von Biokraftstoffen längst gelebte Praxis. Der brennstoffseitigen Erfüllung der GmodG-Anforderungen stehe also nichts im Wege. Zusätzlich lassen die technischen Erfüllungsoptionen im GmodG viel Spielraum für individuelle und an den Bedarf der Eigenheimbesitzer angepasste Lösungen. Dazu werden im Gesetz verschiedene Hybrid-Varianten beschrieben – mit Wärmepumpen, fester Biomasse oder Solarthermie.
Fazit: Die diesjährige ÜWG-Mitgliederversammlung gab gute Gründe für die Fachbetriebe, zuversichtlich in den Markt der kommenden Jahre zu gehen.
Bild: HHManz
Das Leitungsgremium (von links): Hans-Albert Fritsch (stellv. Vorstandsvorsitzender), ÜWG-Geschäftsführer Frank Hehl, Vorsitzender Andreas Kröckel und Vorstandsmitglied Thorsten Jakob.
Bild: HHManz
Dirk Arne Kuhrt (Uniti-Geschäftsführer Wärmemarkt) Sprach als Gastredner zu aktuellen Entwicklungen im Wärmemarkt aus Sicht des Energiemittelstands. Ein Schwerpunkt dabei: die Biotreppe.