Am 10. Juli stimmt der Bundestag über das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ab und ausgerechnet an diesem Tag steht ein Teil der Heizungsbranche still. Das ist mehr als eine unglückliche Koinzidenz. Es ist ein politisches Signal – und zwar das falsche. Ein Statement von SBZ-Redakteurin Katrin Drogatz-Krämer.
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Seit dem 9. Juli befindet sich die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in einer Umstellungsphase. Die KfW hat kurzfristig angekündigt, dass neue Bestätigungen zum Antrag (BzA) erst ab dem 21. Juli wieder erstellt werden können.
Für SHK-Betriebe bedeutet das faktisch einen Förderstopp: Neue Kunden können derzeit keine Förderanträge auf den Weg bringen. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Die Telefone stehen nicht still, Kunden sind verunsichert, Investitionsentscheidungen werden vertagt, Angebote müssen neu kalkuliert, Aufträge verschoben oder storniert werden. Betriebe verbringen ihre Zeit damit, politische Entscheidungen zu erklären, auf die sie keinen Einfluss haben.
Am Morgen des 10. Juli erreichte mich ein Schreiben zweier SHK-Unternehmerinnen. Eine führt ihren Betrieb seit vielen Jahren, die andere hat ihn erst vor wenigen Monaten übernommen – nach Meisterprüfung, hohen Investitionen und mit Verantwortung für Mitarbeitende und Auszubildende. Beide schildern die Sachlage: Förderprogramme können sich ändern, doch wenn die Spielregeln über Nacht geändert werden, fehlen Betrieben und Kunden jede Planungs- und Handlungssicherheit.
Besonders kritisch ist die Gleichzeitigkeit der Entscheidungen:
- Das GModG erleichtert künftig wieder den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen und streicht die bisher vorgesehene 65%-Vorgabe für neue Heizungen ab 2028.
- Gleichzeitig wird die BEG-Förderung für klimafreundliche Heizsysteme reduziert.
- Zeitgleich können neue Bestätigungen zum Antrag bis zum 21. Juli nicht erstellt werden.
Das sendet ein fatales Signal.
Die Bundesregierung betont, dass die Wärmepumpe weiterhin ein zentraler Baustein der Wärmewende bleibt und dass die Grundstruktur der BEG erhalten bleibt. Gleichzeitig sinken Förderanreize und regulatorische Vorgaben werden gelockert. Die notwendige Lenkungswirkung muss somit künftig umso stärker über wettbewerbsfähige Strompreise und einen wirksamen CO2-Preis erfolgen.
Vor allem aber braucht die Branche eines: Verlässlichkeit, denn die Energiewende wird nicht in Ministerien umgesetzt, sondern in den Heizungsräumen – von SHK-Betrieben, die investieren, ausbilden, beraten und politische Entscheidungen täglich gegenüber ihren Kunden erklären müssen. Wer das Handwerk als Schlüssel der Wärmewende bezeichnet, darf ihm nicht über Nacht die Planungsgrundlage entziehen.
Eine Branche, die Milliarden in die Transformation investiert, Fachkräfte qualifiziert und Kapazitäten aufgebaut hat, verdient einen politischen Rahmen, auf den sie sich verlassen kann. Denn Vertrauen ist kein Fördertatbestand. Es ist die Voraussetzung dafür, dass die Wärmewende gelingt. ■
Quelle: SBZ / kdk
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