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SHK-Konjunktur

Umsatzrückgang bremst die SHK-Branche

Gautier Normand - stock.adobe.com

Das SHK-Handwerk in Deutschland verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang und eine nachlassende Dynamik. Trotz stabiler Ausbildungszahlen bleibt der Fachkräftemangel ein strukturelles Risiko, während politische Unsicherheiten Investitionen hemmen.

Das SHK-Handwerk erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 59,1 Mrd. Euro. Dieser Wert liegt leicht unter dem des Vorjahres. Die Branche umfasst etwa 48.000 Betriebe mit 390.000 Beschäftigten. Nach Jahren hoher Nachfrage zeigen sich eine spürbare Abkühlung, sinkende Aufträge und eine rückläufige Auslastung.

Michael Hilpert, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), bewertet die Lage: „Die Branche ist stabil, aber sie kommt nicht voran. Was fehlt, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen auslösen – und nicht immer neue Unsicherheit.“

Investitionsstau bremst Entwicklung

Das Geschäft wird weiterhin maßgeblich vom Gebäudebestand getragen, vor allem durch Reparatur- und Instandhaltungsleistungen. Investitionen in neue Heizungen oder Bäder bleiben oft aus. Diese Zurückhaltung bremst die Entwicklung der Branche. Neubauimpulse kommen im SHK-Handwerk kaum an. Lediglich das Kundendienst- und Wartungsgeschäft erweist sich als stabile Umsatzsäule.

Der ZVSHK sieht die politische Unklarheit rund um das Gebäudeenergiegesetz und die Förderlandschaft als zentralen Bremsklotz. Viele Investoren verschieben Entscheidungen oder warten ab. Hilpert betont: „Die Leute wollen investieren – aber sie warten. Solange die Regeln unklar sind, passiert zu wenig. Das trifft Betriebe und Klimaziele gleichermaßen.“ Im Gebäudebestand liegt ein erhebliches Potenzial: Millionen veralteter Heizungsanlagen und sanierungsbedürftige Bäder erfordern in den kommenden Jahren umfassende Investitionen, was ein Marktvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe eröffnen könnte.

Fachkräftemangel bleibt strukturelles Risiko

Die Ausbildung im SHK-Handwerk entwickelt sich leicht positiv, jedoch nur in kleinen Schritten. Im zentralen Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker SHK waren 2025 insgesamt 40.770 Auszubildende registriert, ein Zuwachs von 316 oder 0,8 % gegenüber dem Vorjahr. Auch in den weiteren SHK-Gewerken zeigt sich ein stabiles Ausbildungsniveau, mit Ausnahme der Ofen- und Luftheizungsbauer, die einen Rückgang von 8,9 % verzeichneten (224 Auszubildende). Bei Klempnern gab es einen Zuwachs von 3,1 % (902 Auszubildende) und bei Behälter- und Apparatebauern von 8,2 % (146 Auszubildende).

Trotz dieser Entwicklung meldet rund die Hälfte der Betriebe offene Stellen. Vor fünf Jahren war dieser Anteil noch deutlich höher, was auf eine leichte Entspannung hindeutet. Dennoch bleibt der Fachkräftebedarf eines der größten strukturellen Wachstumshemmnisse der Branche. Hilpert erklärt: „Die Ausbildung läuft – aber sie reicht nicht. Wir bilden auf stabilem Niveau aus, doch das Wachstum hält mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt. Ohne zusätzliche Unterstützung bei der Fachkräftesicherung werden wir die anstehenden Aufgaben nicht im notwendigen Tempo bewältigen können.“ Er fügt hinzu: „Die Aufgaben sind da, das Potenzial ist enorm – aber ohne genügend Fachkräfte bleibt es liegen.“ Aus Sicht des Zentralverbands ist es entscheidend, die Attraktivität der beruflichen Bildung zu stärken, Zugänge zu erleichtern und Betriebe bei der Ausbildung zu unterstützen.

Ausblick 2026 ohne Trendwende:

Für das Jahr 2026 erwartet der ZVSHK keine grundlegende Trendwende. Die wirtschaftliche Entwicklung wird voraussichtlich weiterhin von verhaltener Nachfrage und zurückhaltenden Investitionsentscheidungen geprägt sein. Der Modernisierungsmarkt bleibt zwar stabil, echte Wachstumsimpulse sind jedoch kurzfristig nicht zu erwarten. Die politische Ausgestaltung des angekündigten Gebäudemodernisierungsgesetzes sowie die Verlässlichkeit der Förderkulisse werden dabei entscheidend sein. Ohne schnelle Klarheit und spürbaren Bürokratieabbau droht die Branche, unter ihren Möglichkeiten zu bleiben. Der Fachkräftemangel limitiert weiterhin die Umsetzungsgeschwindigkeit der Wärmewende.

Quelle: ZVSHK / fl