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Messe Münster

Bad direkt: neue Chancen für das SHK-Handwerk

Die Fachmesse in Münster brachte am 7. Oktober über 30 Aussteller und Fachbesucher zusammen, um Trends und Geschäftschancen in der Badgestaltung zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass sich die Branche immer stärker vom klassischen Komplettumbau hin zu flexiblen und wirtschaftlichen Lösungen bewegt, die sowohl den Bedürfnissen der Kunden als auch den Anforderungen des Handwerks gerecht werden.

Bad direkt 2026 in Münster.

Das Bad direkt

Bad direkt 2026 in Münster.

Teilsanierung als wirtschaftlicher Einstiegspunkt

Ein zentraler Trend der Messe war die zunehmende Bedeutung der Teilsanierung als Alternative zur kompletten Badsanierung. Udo Kunze, Regionalleiter Deutschland von Artweger, betonte: „Warum das komplette Bad herausreißen, wenn sich beispielsweise die alte Badewanne durch eine Kombination aus Badewanne und Dusche ersetzen lässt?“

Für viele Haushalte sind umfassende Sanierungen finanziell kaum darstellbar, wodurch Teilsanierungen zu einem attraktiven Geschäftsfeld werden. Durch innovative Materialien wie Verbundplatten, die direkt auf vorhandene Fliesen geklebt werden können, lassen sich Bauzeiten erheblich verkürzen – ein entscheidender Vorteil besonders für ältere Kunden.

Individualität und einfache Pflege: Kundenwünsche im Fokus

Das Badezimmer wird immer mehr zum Ausdruck von Individualität und Stil. Farbige Armaturen, matte Oberflächen und Designlösungen wie das „Porsche im Bad“-Konzept von Artweger setzen Trends. Gleichzeitig fordern Kunden pflegeleichte und langlebige Produkte. So präsentierte Artweger sein Artclear Glas, eine UV-gehärtete Glasoberfläche, die die Reinigung erleichtert. Für das Handwerk bedeutet dies: Design und Alltagstauglichkeit müssen Hand in Hand gehen.

Reparatur und Recycling als Innovationsfelder

Auch die Themen Langlebigkeit und Reparierbarkeit gewinnen an Bedeutung. Mauersberger Badtechnik setzt beispielsweise auf durchgehärtete Platten, die im eingebauten Zustand repariert werden können. Dies ermöglicht die Bearbeitung von Schäden ähnlich wie bei Holz und reduziert Reklamationen. Gleichzeitig arbeiten Unternehmen wie Mauersberger an Recyclinglösungen, um Materialien nach ihrem Einsatz wiederzuverwerten.

Bad direkt 2026 in Münster.

Das Bad direkt

Bad direkt 2026 in Münster.

Sicherheit und Effizienz: Lösungen für das Handwerk

Ein weiterer Schwerpunkt der Messe war die Unterstützung des SHK-Handwerks durch einfache und sichere Systemlösungen. Luca Heiermann von Blanke GmbH & Co. KG hob hervor, dass fertige Systemlösungen, die direkt auf die Baustelle geliefert werden, die Arbeit des Fachbetriebs erleichtern. Solche Ansätze reduzieren Montagezeiten und ermöglichen eine bessere Planbarkeit. Beispiele wie das Permatop SF Spa-System zeigen, wie durch die Integration von Arbeitsschritten und kürzere Wartezeiten die Wertschöpfung pro Arbeitsstunde gesteigert werden kann.

Digitalisierung verändert die Beratung

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten in der Badplanung. Thomas Berner von ViSoft erklärte, dass Kunden ihr zukünftiges Bad dank realistischer digitaler Visualisierung bereits vor der Umsetzung erleben können. Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) helfen dabei, Fehlentscheidungen und Reklamationen zu vermeiden. Auch für das Handwerk bietet diese Technik wirtschaftliche Vorteile: Die Beratung wird effizienter und die Planung präziser.

Altbausanierung als weiteres Geschäftsfeld

Die Chancen für das SHK-Handwerk enden nicht am Badezimmer. Maincor stellte auf der Messe Lösungen für die Nachrüstung von Fußbodenheizungen vor, die sich mithilfe von Frässystemen in vorhandene Böden einarbeiten lassen. Solche Komplettservices eröffnen neue Geschäftsfelder, ohne dass Fachbetriebe alle Leistungen selbst erbringen müssen.

Fazit: Beratung und Kooperation als Schlüssel

Die Bad direkt in Münster zeigte, dass das SHK-Handwerk nicht nur Produkte verkaufen, sondern auch als Entscheidungshilfe agieren muss. Barrierearme Lösungen, nachhaltige Materialien und eine realistische Badplanung durch Digitalisierung stärken die Rolle des Fachbetriebs. Gleichzeitig bieten Kooperationen mit Partnerunternehmen und Systemherstellern die Möglichkeit, zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.

Die nächste Station der Bad direkt ist Neumarkt am 21. Oktober 2026, gefolgt von Salzburg am 4. Februar 2027. Der Eintritt für Fachbesucher ist kostenlos.

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