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Forschungsprojekt Wespe

Wie SHK-Betriebe beim Wärmepumpen-Einbau Zeit gewinnen

StockMediaSeller / stock.adobe.com

Das dreijährige Forschungsprojekt Wespe (Wärmepumpen-Einbau schneller, produktiver und effizienter) hat unter Koordination des ZVSHK die Abläufe beim Einbau von Wärmepumpen untersucht. Betriebe können ab sofort einen Selbstcheck und eine Wissensplattform nutzen.

Der ZVSHK hat gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern und 15 Handwerksbetrieben untersucht, wo sich Abläufe rund um Planung, Installation und Inbetriebnahme verbessern lassen. Bei der Abschlussveranstaltung am 17. September in Berlin präsentierte der ZVSHK mit den Projektpartnern die Ergebnisse und diskutierte mit Vertretern aus Handwerk, Wissenschaft und Branche über den Transfer in die Praxis.

Zeit lässt sich nicht nur bei der Montage gewinnen. Auch Planung, digitale Abläufe und die Organisation rund um die Baustelle bieten Potenzial. Fachkräfte sollen nicht schneller arbeiten, sondern ihre knappe Arbeitszeit produktiver einsetzen.

„Wer einen SHK-Betrieb führt, weiß: Uns fehlt nicht die Arbeit. Knapp ist vor allem die Zeit unserer Fachkräfte“, sagt Frank Senger, Vizepräsident des ZVSHK. „Deshalb geht es nicht darum, dass unsere Leute noch schneller arbeiten. Es geht darum, unnötige Wege, Wartezeiten und Doppelarbeit zu vermeiden. Genau da setzt Wespe an.“

Projekt betrachtet die gesamte Prozesskette

Wespe hat nicht nur die Arbeit auf der Baustelle betrachtet, sondern den gesamten Ablauf rund um den Wärmepumpen-Einbau: von der Kundenberatung und Planung über digitale und physische Prozesse bis hin zu Einbau und Service.

Die Fraunhofer-Institute für Bauphysik IBP und für Solare Energiesysteme ISE analysierten die physischen und digitalen Prozesse. Die Forschenden des Fraunhofer ISE entwickelten unter anderem das digitale Softwaretool „Heatpump PlanAR“, mit dem SHK-Betriebe Wärmepumpenanlagen virtuell planen können. Die Hans Schramm GmbH stellte den Bezug zur Handwerkspraxis sicher, die SHK-Innung Berlin brachte ihre Kompetenz bei Qualifizierung und Wissenstransfer ein. Welche Ansätze funktionieren, erprobten 15 SHK-Handwerksbetriebe unter realen Bedingungen.

„Mein besonderer Dank gilt den 15 Betrieben, die uns auf ihre Baustellen gelassen und ihre Abläufe offengelegt haben“, sagt Senger. Das mache man nicht mal eben so. Gerade der ehrliche Blick darauf, wo es hakt, habe Wespe wertvoll gemacht.

Betriebe können Check und Plattform ab sofort nutzen

Ab dem 17. September beziehungsweise 5. Oktober stehen den SHK-Betrieben unter www.shk-wespe.de zwei Angebote zur Verfügung: Der Wespe-Check ermöglicht eine Selbsteinschätzung der eigenen Prozesse beim Wärmepumpen-Einbau. Eine Online-Wissensplattform zeigt anhand einer interaktiven Prozessgrafik konkrete Optimierungsmöglichkeiten für einzelne Arbeitsschritte.

„Der Wespe-Check und die Lernplattform sind kein Ergebnis für die Schublade“, erklärt Senger. „Die Betriebe können beides ab heute nutzen. Entscheidend ist jetzt, dass sie ausprobieren, was davon ihnen im eigenen Betrieb tatsächlich Zeit spart.“

Zudem entwickelt der ZVSHK seine Datenplattform „Open Datapool“ weiter. Künftig lassen sich dort auch VDI 3805-Daten (Blatt 22 Wärmepumpen) recherchieren und abrufen, die den Produktdatenaustausch für Komponenten und Anlagen der Heiz-, Raumluft- und Sanitärtechnik im digitalen Planungsprozess regeln.

Bund fördert dreijähriges Vorhaben

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) förderte das dreijährige Forschungsprojekt, der ZVSHK koordinierte es. Ziel war es, die Installationszeiten beim Wärmepumpeneinbau durch die Optimierung der gesamten Prozesskette zu verkürzen.

Beteiligt waren das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Hans Schramm GmbH und die SHK-Innung Berlin sowie 15 Handwerksbetriebe. Unterstützung kam zudem von Drittmittelgebern aus Industrie und Handel sowie von Verbänden und Organisationen im Projektbeirat.

Quelle: ZVSHK / oja