Die Nachfrage nach Dusch-WCs steigt kontinuierlich, bleibt in Deutschland jedoch hinter ihrem Potenzial zurück. Neben kulturellen Vorbehalten sind es vor allem wirtschaftliche und planerische Aspekte, die viele Bauherren und Investoren zögern lassen. Die Entscheidung für ein Dusch-WC ist häufig mit einer vergleichsweise hohen Anfangsinvestition verbunden und musste bislang in einer frühen Planungsphase verbindlich getroffen werden. Eine spätere Nachrüstung war zwar grundsätzlich möglich, in der Praxis jedoch meist mit einigem Aufwand verbunden.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Lösungen an Bedeutung, die eine schrittweise Entwicklung der Sanitärausstattung ermöglichen. Im Zentrum steht dabei die Idee, WCs mit den nötigen Installationsöffnungen zu versehen, so dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt mit wenigen Handgriffen zu einem Dusch-WC umrüsten lassen. Ein solches Kontzept für nachrüstbare Washlets bietet Toto erstmals an.
Für das SHK-Handwerk eröffnet sich damit ein neuer Beratungsansatz: Statt Kunden bereits heute von einer vollständigen Dusch-WC-Lösung überzeugen zu müssen, kann zunächst lediglich die Grundlage geschaffen werden. Die eigentliche Komfortentscheidung wird in die Zukunft verlagert. Das senkt die Investitionshürde und macht das Thema für deutlich mehr Zielgruppen zugänglich.
Heute WC, morgen Dusch-WC
In konventionellen Installationen erfordert die Umrüstung eines WCs auf ein Dusch-WC häufig Eingriffe in die Bausubstanz. Neben dem Austausch der Keramik müssen oftmals besonders Stromanschlüsse angepasst oder nachgerüstet werden. Der damit verbundene Aufwand führt dazu, dass die Nachrüstung im Bestand oftmals gescheut wird.
Mit aktuellen Entwicklungen in der WC-Keramik greift Toto dieses Problem auf. WC- Modelle, die für das Upgrade zum Washlet vorgesehen sind, verfügen bereits über integrierte Öffnungen für Wasser- und Stromanschlüsse, die bei der Nutzung als normales WC durch sogenannte Flex-Cover verdeckt werden. Diese passgenauen Abdeckungen sind farblich auf die Keramik abgestimmt und natürlich lichtbeständig, sodass auch nach Jahren keine sichtbaren Farbunterschiede entstehen. Wird das WC später zu einem Dusch-WC aufgerüstet, werden die Abdeckungen und der WC-Deckel einfach entfernt und die eigentliche Washlet-Technik wie sonst üblich auf der vorhandenen Keramik montiert, nur eben nachträglich. Die erforderlichen Anschlüsse lassen sich einfach durch die in der WC-Keramik vorbereiteten Öffnungen führen und unter dem WC an die bereits vorhandenen Anschlüsse für Strom und Wasser montieren.
Wird der passende Installationsrahmen von Toto verwendet, muss die WC-Keramik für das Upgrade noch nicht einmal von der Wand genommen werden. Der Anschluss an Wasser und Strom erfolgt dann wie bei jedem anderen Washlet auch. Mit etwas Übung lässt sich die Umrüstung auf diese Weise innerhalb weniger Minuten durchführen.
Die Technik hinter dem Upgrade-Prinzip
Der große Vorteil ist, dass bei Nutzung des WC-Elements von Toto zusammen mit der upgradefähigen WC-Keramik bei der späteren Nachrüstung Flexibilitität bei der Auswahl gegeben ist. Die Nachrüstung kann sowohl mit einem normalen Washlet als auch mit einem Autoflush-Washlet erfolgen. Für die mit automatischer Spülung kann das WC-Element zusätzlich mit einer Motoreinheit nachgerüstet werden. Dazu muss nur die Drückerplatte entfernt und die Motoreinheit entsprechend montiert werden. WCs mit automatischer Spülung erkennen die Sitzdauer der Nutzer und lösen dann entsprechend die große oder die kleine Spülung aus.
Investieren, wenn der Bedarf entsteht
Mit der technischen Möglichkeit zur Nachrüstung verändert sich auch die wirtschaftliche Betrachtung. Statt einer einmaligen Entscheidung für eine vollständige Ausstattung kann die Investition gestaffelt erfolgen. Es wird eine upgradefähige WC-Keramik installiert, während die Komfortfunktionen zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden können.
Diese Herangehensweise eröffnet neue Spielräume in der Beratung. Die Entscheidung für ein Dusch-WC wird aus der Planungsphase in die Nutzungsphase verlagert. Das reduziert die Einstiegshürde und erhöht gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass die Ausstattung später tatsächlich realisiert wird.
Mit dem WASHLET umziehen
Interessant ist dieser Ansatz auch für Mietwohnungen. Die größte Hürde beim Umzug besteht für viele Verbraucher oft in der Vorstellung, das gesamte (teure) Dusch-WC umziehen zu müssen. Mit dem upgradefähigen WC kann man die Keramik auch in der alten Wohnung lassen und sich für die neue Wohnung lediglich eine neue upgradefähige WC-Keramik kaufen. Die eigentliche Washlet-Technik aber wird mitgenommen und auf die neue WC-Keramik montiert. Das alte WC wird mit Flex-Covern und WC-Deckel bleibt als voll funktionsfähiges WC in der alten Wohnung gelassen. So bleibt die Investition mobil und kann in der nächsten Wohnung weiter genutzt werden.
Vom Produktverkauf zur Zukunftsplanung
Aus Sicht des SHK-Handwerks zeigt sich, dass upgradefähige WCs nachgefragt werden. Wie aus der Praxis eines mit Toto kooperierenden Betriebs hervorgeht, besteht bei vielen Kunden grundsätzliches Interesse an Dusch-WCs, ohne dass bereits im Rahmen von Neubau oder Sanierung eine endgültige Entscheidung getroffen werden soll. Wird die entsprechende Infrastruktur jedoch von Anfang an vorgesehen, fällt die spätere Nachrüstung erfahrungsgemäß deutlich leichter und wird häufiger umgesetzt.
Gleichzeitig verändert sich die Argumentation im Verkaufsgespräch. Statt ausschließlich über technische Funktionen zu sprechen, können Fachbetriebe konkrete Nutzungsszenarien aufzeigen: die junge Familie, die zunächst nur das Elternbad ausstattet, der Mieter, der seine Investition beim Umzug mitnimmt, oder der Eigentümer, der bereits heute die Voraussetzungen für mehr Komfort im Alter schafft.
Altersgerechtes Wohnen: Vorsorgen statt später umbauen
Neben der bodenebenen Dusche ist ein Washlet das zweite wichtige Ausstattungsmerkmal eines altersgerechten und barrierefreien Badezimmers. Studien zeigen, dass Deutschland vor einer erheblichen strukturellen Herausforderung steht: Nach Berechnungen des Pestel-Instituts fehlen bereits heute rund 2,2 Millionen altersgerechte Wohnungen. Gleichzeitig ist der Bestand nur unzureichend angepasst. Von rund 2,8 Millionen Seniorenhaushalten lebt derzeit nur ein vergleichsweise kleiner Teil in einer Wohnung, die als altersgerecht gilt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird sich diese Situation weiter verschärfen. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2040 ein Bedarf von bis zu 3,3 Millionen altersgerechten Wohnungen entstehen wird.
Für die Sanitärplanung ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Bäder müssen so konzipiert werden, dass sie sich an veränderte Anforderungen im Lebensverlauf anpassen lassen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Möglichkeit, die persönliche Hygiene selbstständig durchführen zu können. Dusch-WCs leisten hier einen wichtigen Beitrag, da sie die Eigenständigkeit auch bei eingeschränkter Beweglichkeit unterstützen.
In der Praxis wird diese Ausstattung jedoch häufig erst dann realisiert, wenn der Bedarf bereits akut ist – oft verbunden mit baulichem Aufwand und zusätzlichen Kosten. Genau hier können die upgradefähigen WCs von Toto ansetzen. Das Bad bleibt damit langfristig nutzbar und anpassungsfähig.
Flexibilität wird zum Verkaufsargument
Die Möglichkeit, eine annähernd normale WC-Keramik in nur wenigen Minuten zu einem Dusch-WC aufzurüsten, verändert die Planungs- und Entscheidungsprozesse im Bad grundlegend. An die Stelle einer frühzeitigen Festlegung tritt ein flexibles System, das sich an zukünftige Anforderungen anpassen lässt. Wer heute die richtigen Voraussetzungen schafft, ermöglicht nicht nur mehr Komfort, sondern auch zusätzliche Perspektiven für zukünftige Leistungen – und trägt gleichzeitig dazu bei, dass Nutzer ihr Bad
auch im Alter selbstständig und sicher nutzen können.
- Nachrüstbare WC-Keramiken senken Einstiegskosten und erleichtern spätere Entscheidungen pro Dusch-WC.
- Vorbereitete Anschlüsse und Aussparungen in der WC-Keramik ermöglichen eine spätere Erweiterung ohne großen Aufwand.
- Flexible Verwendungsmöglichkeiten schaffen neue Chancen für Beratung und Kundenbindung.
- Eine vorausschauende Planung unterstützt langfristige die Nutzbarkeit des Bades und die Selbstständigkeit der Bewohner.