Dallmer
Die Entwicklung des Badezimmers seit den 1940er Jahren zeigt einen deutlichen Wandel: vom schlichten Funktionsraum hin zu einem komfortablen und gestalterisch anspruchsvollen Lebensbereich. Diese Veränderung beeinflusste auch die Anforderungen an die Entwässerungstechnik. Ein Beispiel für ein Unternehmen, das diesen Wandel über Jahrzehnte begleitet hat, ist Dallmer, das von den ersten Kunststoffsiphons bis zu modernen Duschrinnen Lösungen anbot.
Dallmer
Die Transformation des Badezimmers
In den 1960er Jahren hielt Kunststoff Einzug in die Sanitärtechnik. In dieser Zeit entwickelte der Hersteller den ersten Kunststoffsiphon. Das Badezimmer begann sich zum „weichen“ Wohnbad zu entwickeln, mit separaten Duschen und zusätzlichen Ablagen. Hohe Duschwannen und verschachtelte Raumarchitekturen stellten jedoch weiterhin Barrieren dar.
Gestalterisch spiegelte das Badezimmer den Zeitgeist wider. Nach gemusterten Fliesen in den 1970er Jahren folgten in den 1980er Jahren zurückhaltendere Modefarben wie Bahamabeige, Jasmin, Karamell, Manhattan oder Moosgrün. Für einen WC-Bogen in diesen Farben erhielt Dallmer einen Designpreis. Dieses Produkt war durch ein Kugelgelenk stufenlos verstellbar und eignete sich für Renovierungen. In den 1990er Jahren begann die Entwicklung hin zu flacheren Duschtassen, für die ebenfalls Entwässerungslösungen in den aktuellen Farben entstanden.
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Entwicklungen in der Entwässerungstechnik
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts brachte das Unternehmen Designabdeckungen für Punktabläufe auf den Markt. Duschrinnen entwickelten sich zu einem Trendprodukt. Direkt an der Wand installiert, ermöglichten sie eine großzügige Badgestaltung. Mit zunehmend großformatigen Fliesen reagierte das Unternehmen mit der Duschrinne CeraWall, die die Duschrinne vom Ablauf trennt. CeraWall entwickelte sich später zur Systemfamilie DallFlex, die verschiedene Ablaufgehäuse und Duschrinnen kombiniert. Moderne Entwässerungssysteme bieten heute gestalterische Möglichkeiten – ob Entwässerung an der Wand oder in der Fläche, als sichtbarer Akzent oder unsichtbare Lösung, in Farbe, befliesbar oder für dünnschichtige Designböden.
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Barrierefreiheit und altersgerechte Bäder
Parallel zu den Designentwicklungen gewann das Thema Barrierefreiheit an Bedeutung. Der Wunsch nach komfortablen und altersgerechten Badezimmern führte dazu, dass bodengleiche Duschen im Neubau und in der Sanierung eine wichtige Rolle spielen. Für die Modernisierung älterer Bestandsbäder wurden technische Lösungen entwickelt, die den Einbau ebenerdiger Duschen erleichtern und hohe Einstiege vermeiden. Yvonne Dallmer beschreibt die Entwicklung: „Aus dem funktionalen Bad wurde mit den Jahren ein wertvoll gestalteter Lebensraum. Damit haben sich für uns viele Chancen eröffnet, neue und schönere Lösungen zu entwickeln – weg vom einfachen Installationsmaterial, hin zu hochwertigen Design-Produkten.“
Martyna
Gestiegene Anforderungen an die Abdichtung
Mit der Verbreitung bodengleicher Duschen rückte die sichere Abdichtung stärker in den Fokus. Die DIN 18534, eine Norm für Bauwerksabdichtungen, regelt seit 2017 die Abdichtung von Innenräumen und wurde im Oktober 2025 erweitert. Der Ablauf wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil des gesamten Abdichtungssystems. Ein sicherer Anschluss der Abdichtung an den Ablaufkörper, etwa über geeignete Flansche, Dichtmanschetten oder systemgeprüfte Anschlusslösungen, ist entscheidend.
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Die DIN 18534 unterscheidet vier Wassereinwirkungsklassen:
● W0-I: geringe Einwirkung (z. B. Gäste-WC)
● W1-I: mäßige Einwirkung (Bad ohne Dusche oder mit Wanne)
● W2-I: hohe Einwirkung (Duschen, auch bodengleich)
● W3-I: sehr hohe Einwirkung (gewerbliche Bereiche, Schwimmbäder etc.)
Sobald ein Bodenablauf in einer Innenraumfläche vorhanden ist, fällt die Fläche in der Regel mindestens in die Klasse W1-I. Bodengleiche Duschen fallen in der Praxis meist mindestens in die Klasse W2-I. Eine falsche Zuordnung der Wassereinwirkungsklasse birgt ein hohes Risiko für Feuchteschäden, die sich oft erst nach Jahren zeigen. Daher sind fachgerechte Planung, sichere Anschlusslösungen und aufeinander abgestimmte Abdichtungssysteme von Bedeutung.
Sicherheit durch Systemlösungen
Dallmer
Der Trend geht zu kompletten Systemlösungen und vorkonfektionierten Bauteilen. Ziel ist es, Fehlerquellen auf der Baustelle zu reduzieren und die Verarbeitung sicherer und schneller zu gestalten. Dallmer hat die technische Entwicklung, die sich in der DIN 18534 widerspiegelt, mit vorangetrieben. So ist die geforderte Flanschbreite für Duschrinnen und Bodenabläufe von mindestens 50 mm bei dem Entwässerungsspezialisten Standard.
Ablaufsysteme wie DallFlex 2.0 für die Linienentwässerung oder DallDrain für die Punktentwässerung sind auf die Anforderungen der DIN 18534 abgestimmt; die mitgelieferte Dichtmanschette ermöglicht den sicheren und normgerechten Anschluss des Ablaufs an die Bauwerksabdichtung.
Die Entwicklung des Badezimmers umfasst nicht nur Designaspekte. Parallel zur gestalterischen Freiheit hat sich auch die technische Sicherheit der Entwässerung kontinuierlich weiterentwickelt – von einfachen Bodenabläufen hin zu normgerechten Systemlösungen für moderne Badarchitektur.
Warum viele Roste genau 90 × 90 mm groß sind:
Die typischen quadratischen Roste vieler Bodenabläufe, oft 90 × 90 oder 140 × 140 mm groß, orientierten sich an den Fliesenformaten der 1970er Jahre, um sich harmonisch ins Fugenbild zu integrieren. Diese Maße waren ursprünglich für Bodenabläufe in öffentlichen Bereichen gedacht, bevor sie Ende der 1980er Jahre auch gezielt in privaten Duschen eingesetzt wurden, was die Weiterentwicklung moderner Entwässerungssysteme mit sicheren Abdichtungen vorantrieb. Heute sind normgerechte Lösungen auf Basis aktueller Normen wie DIN 1253 und DIN 18534 Standard.
Quelle: Dallmer / fl