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50 Jahre IFH/Intherm: ein Jubiläum mit Zukunft

SBZ: Fangen wir mal optimistisch an: Wird es 2076 eine Feier zum 100-jährigen Bestehen der ­IFH/­Intherm geben?

Oliver Gossmann: Ja, unbedingt. Ob ich persönlich dann noch mitfeiere, lasse ich offen – vielleicht als Ehrengast. Klar ist aber: Die IFH/Intherm ist auf Dauer angelegt und richtet ihren Blick konsequent nach vorne.

SBZ: Aber die Messe feiert 2026 auf jeden Fall Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen. Was bedeutet das für die Messe selbst und für die SHK-Branche im südlichen und östlichen Deutschland?

Gossmann: Das Jubiläum zeigt vor allem eines: Die IFH/Intherm hat sich als regionale Leitmesse im süddeutschen Raum etabliert. Diese regionale Verankerung, verbunden mit Stabilität und kontinuierlicher Weiterentwicklung, hat sich über die Jahre als klarer Erfolgsfaktor erwiesen. Wir wären heute nicht da, wenn wir an alten Konzepten festgehalten hätten. Produkte, Aussteller und auch die Messe selbst haben sich stetig weiterentwickelt. Die IFH/Intherm ist dabei immer ein Ort geblieben, an den man gerne kommt – wegen der Atmosphäre, der Fachlichkeit und des persönlichen Austauschs.

SBZ: Sie sind seit gut 25 Jahren an Bord. Wie hat sich die Messe in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?

Gossmann: Die Messe ist über die Jahre gemeinsam mit der Branche gewachsen. Viele Impulse kamen dabei aus der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Ausstellern, Verbänden und dem Handwerk. So ist die IFH/Intherm zu einer Plattform geworden, die eng mit den Akteuren der Branche verbunden ist und sich an deren Anforderungen orientiert – etwa am Wunsch nach geführten Messerundgängen, nach kompakten Informationsformaten wie kurzen Vorträgen in den Foren oder auch an der gemeinsam entwickelten Webinarreihe Forum plus, die den Wissens­transfer bereits im Vorfeld der Messe unterstützt. Diese partnerschaftliche Weiterentwicklung prägt den nachhaltigen Erfolg der Messe.

Wir wären heute nicht da, wenn wir an alten Konzepten festgehalten hätten.

Oliver Gossmann

SBZ: Welche Bedeutung hat „Messe heute“ für das Fachhandwerk im Vergleich zu „Messe früher“?

Gossmann: Vom Grundgefühl her ist vieles gleich geblieben: Handwerker kommen auf die Messe, um sich zu informieren, Neuheiten kennenzulernen, Kontakte zu pflegen und den persönlichen Austausch zu suchen.

Verändert haben sich vor allem die Rahmenbedingungen und damit auch die Erwartungen. Während früher Produkte stärker für sich standen, geht es heute zusätzlich um Einordnung, Wissenstransfer und Systemlösungen. Besucher kommen besser vorbereitet, stellen konkretere Fragen und nutzen die Messe gezielt zur Orientierung im Markt. Entsprechend hat sich die ­IFH/­Intherm zu einer Arbeits- und Wissensplattform entwickelt, die Entscheidungsfindung, Weiterbildung und Networking miteinander verbindet.

SBZ: Wie wichtig ist der direkte Kontakt zu Herstellern, Planern und Kollegen in Zeiten von ­Social ­Media und Co.?

Gossmann: Der direkte Kontakt lässt sich nicht ersetzen. Gleichzeitig sehe ich Messe und Social Media nicht als Gegensätze, sondern als Ergänzung. Digitale Kanäle helfen bei der Vorbereitung und Vernetzung. Auf der Messe selbst setzt man dann noch einmal einen drauf: persönlich, direkt und in echten Begegnungen. Vertrauen, Haptik und das von Mensch zu Mensch sind klare Stärken der Messe.

SBZ: Wo sehen Sie den Stellenwert der Messe für die Zukunft der SHK-Branche, z. B. im Hinblick auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder neue Technologien?

Gossmann: Die IFH/Intherm versteht sich nicht als Treiber, der der Branche Themen überstülpt. Vielmehr verstehen wir uns als Katalysator. Die Lösungen kommen aus dem Handwerk. Wir bündeln sie, machen sie sichtbar und setzen Schwerpunkte.

Uns geht es darum, dem Handwerk eine Plattform zu bieten, auf der neue Technologien, digitale Entwicklungen und nachhaltige Lösungen sichtbar werden und praxisnah eingeordnet werden können.

Der direkte Kontakt lässt sich nicht ersetzen, Vertrauen entsteht von Mensch zu Mensch.

Peter Gossmann

SBZ: Zurück ins Jahr 2026. Welche Fachthemen werden auf der ­IFH/­Intherm in den Vordergrund gestellt, und welche Trends sollte ein Fachhandwerker auf keinen Fall verpassen?

Gossmann: 2026 orientieren wir uns an klar definierten Fokusthemen, die den Arbeitsalltag des SHK-Handwerks widerspiegeln. Dazu zählen unter anderem Baddesign und Sanitärtechnik, Wärme- und Energiesysteme, Raumklima- und Lüftungslösungen sowie die Haus- und Gebäude­technik – ergänzt um Themen rund um Elektroinstallation, Energietechnik und Smart Home.

Dabei geht es mehr um den konkreten Anwendungsnutzen als um einzelne Technikdetails. Fachhandwerker müssen heute fundierte Antworten auf aktuelle Kundenfragen geben können, zum Beispiel zu gesetzlichen Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten oder zur Wirtschaftlichkeit von Systemlösungen. Auf der IFH/­Intherm werden diese Fragestellungen gebündelt aufgegriffen und aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert.

SBZ: Wie werden Lösungen und Technologien praxisnah auf der Messe erlebbar gemacht?

Gossmann: Zum einen natürlich direkt an den Ständen der Aussteller mit Systemlösungen, Montagetischen und Live-Anwendungen, bei denen man Dinge ausprobieren und erleben kann. Ergänzt wird das durch verschiedene Formate wie Foren, Themenflächen, Panels und geführte Rundgänge, die den Wissenstransfer unterstützen und die Inhalte vertiefen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Fachverbände und der BDH. Sie sind zentrale Anlaufstellen für die fachliche und politische Einordnung aktueller Entwicklungen in der Branche und bringen diese Themen auch mit eigenen Vorträgen und Beiträgen ins Forum ein.

Durch die Inhalte im Forum führen Handwerkscoach Klaus Tessmann und Moderationsprofi ­Robert Bittig. Zu den Programmpunkten zählt unter anderem auch ein Vortrag von KI-­Experte ­Christoph Krause, der praxisnah zeigt, welche Rolle künstliche Intelligenz heute bereits im Handwerk spielen kann.

SBZ: Welche Rahmenangebote und Aktionen gibt es, um den Messebesuch für Fachhandwerksbetriebe attraktiv zu gestalten?

Gossmann: Ein zentraler Mehrwert liegt im effizienten Wissenstransfer. Schon im Vorfeld bieten wir in Zusammenarbeit mit SBZ und IKZ das Forum plus an, eine begleitende Webinarreihe. In insgesamt vier Ausgaben erhalten SHK-Profis aktuelle Einblicke in Trendthemen und konkrete Umsetzungstipps – von Elektroinstallation und Smart Home über Baddesign bis hin zu Wärme- und Energiesystemen sowie Raumklima und ­Lüftung.

Auf der Messe selbst lässt sich dieses Wissen dann gezielt vertiefen, etwa in den Vorträgen im IFH/Intherm Forum oder bei geführten Rundgängen, die sich an Handwerker, Fachplaner und Architekten richten. So können sich die Besucher ihren Messebesuch sehr bewusst zusammenstellen und in kurzer Zeit einen fundierten Überblick über die für sie relevanten Entwicklungen gewinnen.

SBZ: Sind spezielle Veranstaltungen zum Jubiläum 50 Jahre ­IFH/­Intherm geplant und bin ich eingeladen?

Gossmann: Ja, das Jubiläum werden wir auf jeden Fall feiern. Geplant ist eine Veranstaltung im Kreis ausgewählter Branchenakteure, die die Entwicklung der ­IFH/­Intherm über viele Jahre hinweg begleitet und geprägt haben. Uns geht es dabei um einen Rahmen, in dem wir gemeinsam auf die Geschichte der Messe zurückblicken und den Austausch pflegen können. Ergänzend dazu ist eine besondere Besucheraktion geplant: Unter allen, die bis zum 1. April ihr Ticket für die ­IFH/­Intherm erwerben, verlosen wir ein Goldenes Ticket. Dieses beinhaltet eine Einladung für eine Person plus Begleitperson zur Jubiläumsparty der ­IFH/­Intherm.

SBZ: Wenn Sie ein Highlight der ­IFH/­Intherm 2026 herausstellen müssten – welches wäre das?

Gossmann: Ganz klar: die Menschen. Diese vier Tage leben von echten Begegnungen auf Augenhöhe – das ist für mich das Herzstück der ­IFH/­Intherm. Und genau darin spiegelt sich auch die Vielfalt der SHK-Branche wider: in spannenden Vorträgen, kontroversen Diskussionen und in den vielen persönlichen Gesprächen, in denen die gesamte thematische Bandbreite ihren Platz findet.

SBZ: Besten Dank für die Ein- und Ausblicke!

IFH/Intherm im Jahr 2026

Die IFH/Intherm findet vom 14. bis 17. April 2026 im Messe­zentrum Nürnberg statt und markiert zugleich das 50-jährige Bestehen der Fachmesse. Seit ihrer Gründung im Jahr 1976 hat sich die Veranstaltung als zentraler Branchentreff im süddeutschen Raum etabliert. Im Mittelpunkt stehen 2026 aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Sanitärtechnik, Heiztechnik, Klima- und Lüftungs- sowie Energie- und Gebäudetechnik. Präsentiert werden unter anderem moderne Wärmeerzeuger, Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien, Lösungen für energieeffiziente Gebäudeautomation sowie Konzepte zur Trinkwasserhygiene. Ergänzt wird das Angebot durch Neuheiten aus den Segmenten Badgestaltung, Installationstechnik, digitale Planung und vernetzte Anwendungen im Gebäude. Ein besonderer Fokus liegt auf den Herausforderungen der Energiewende und der nachhaltigen Transformation des Gebäudesektors. Darüber hinaus gewinnen digitale Werkzeuge für Planung, Ausführung und Service zunehmend an Bedeutung. Die Messe greift diese Entwicklungen auf und schafft eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Handwerk, Industrie, Großhandel, Planung und Energieberatung.

Neben der Fachausstellung ist ein umfangreiches Rahmenprogramm vorgesehen. Ergänzend werden zahlreiche Live-Demonstrationen und Fachforen angeboten, in denen Systemlösungen, technische Innovationen und praxisorientierte Anwendungen vorgestellt werden. Die direkte Präsentation vor Ort ermöglicht einen praxisnahen Vergleich und die Diskussion spezifischer Lösungen. Die ­IFH/­Intherm versteht sich als Arbeitsmesse mit klarem Praxis­bezug. Im Jubiläumsjahr 2026 wird zudem ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte Branchenentwicklung geboten.

Bild: GHM

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