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Die Stimmung hebt sich, aber die Herausforderungen bleiben

Der sogenannte SHK‑Geschäftsklima­index, der auf einer Befragung bayerischer Innungsfachbetriebe basiert, bildet die Stimmung im SHK‑Handwerk halbjährlich ab. Im Herbst 2025 zeigt sich ein deutlicher Anstieg des Gesamtindex gegenüber dem Vorjahr. Dies ist vor allem auf die stark verbesserten Erwartungen der Betriebe für die kommenden sechs Monate zurückzuführen – dieser Indexwert hat sich von einem historisch niedrigen Niveau des ­Herbstes 2024 deutlich nach oben bewegt. Die Betriebe blicken zwar weiterhin vorsichtig, aber spürbar optimistischer in die nahe Zukunft als noch vor einem Jahr.

Trotz der freundlicheren Erwartungslage bewertet der Verband die aktuelle Ertragslage vieler Betriebe negativ. Dieser Rückgang in der laufenden Geschäftsbewertung bremst den Gesamt­index. Besonders die Diskrepanz zwischen steigenden Materialeinkaufspreisen und vergleichsweise geringeren Angebotspreissteigerungen drückt auf die Profitabilität der Betriebe – ein Umstand, der viele Handwerksunternehmen auch über das Jahr 2025 hinaus beschäftigt.

Betriebe blicken ­weiterhin vorsichtig, aber spürbar optimistischer in die ­nahe Zukunft.

Der Auftragsbestand der SHK‑Betriebe ist im Herbst 2025 annähernd stabil geblieben (im Mittel rund 12,1 Wochen), verglichen mit dem Vorjahreswert. Diese Stagnation lässt auf eine gewisse Basiskonjunktur schließen, verhindert jedoch eine dynamischere Entwicklung in der Auftragslage.

Ein wiederkehrendes Thema bleibt der Preisdruck: Die Einkaufspreise für Materialien steigen stärker als die Preise, die Handwerksbetriebe an ihre Kunden weitergeben können. Dies führt zu Belastungen in den Margen und wirkt sich negativ auf die Ertragslage vieler Unternehmen aus. Besonders in Zeiten, in denen sich Märkte insgesamt nur zaghaft erholen, wird diese Schieflage von vielen Betrieben als ernsthafte Belastung empfunden.

Parallel zur konjunkturellen Entwicklung kann der Verband auch in einem anderen Bereich positive Nachrichten vermelden: Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge in den SHK‑Ausbildungs­berufen in Bayern ist gestiegen. Damit setzt sich ein Trend fort, der zeigt, dass das Handwerk bei jungen Menschen weiterhin attraktiv ist und die Nachwuchsgewinnung gelingt – wichtig für die Zukunftssicherung der Branche.

Den offiziellen Jahresabschluss in Bayern bildete der traditionelle Nikolausempfang im Künstlerhaus in München. Rund 200 Gäste aus dem installierenden Handwerk, der Industrie, dem Fachgroßhandel sowie aus Verbands‑ und Politikbereichen kamen zusammen. In seiner Eröffnungsrede betonte Landesinnungsmeister Erich Schulz die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs zwischen den Akteursgruppen im SHK‑Handwerk: Er hob hervor, wie wichtig es sei, gemeinsam Herausforderungen wie Materialpreissteigerungen, politische Rahmenbedingungen oder Fachkräftesicherung anzugehen, und verwies ausdrücklich auf die IFH/Intherm 2026 in Nürnberg als zentrale Plattform für Produktinnovationen und Fachdialog im kommenden Jahr.

Ein inspirierender Programmpunkt war der Vortrag von Bruder Paulus, einem Kapuzinermönch, der unter dem Titel „Kraft durch den Wandel“ moderne Herausforderungen – nicht nur im beruflichen Kontext, sondern auch im persönlichen Umgang mit Veränderungen – beleuchtete. Sein Beitrag fand bei den Gästen großen Anklang und setzte einen menschlich‑reflektierenden Akzent inmitten der wirtschaftlichen und politischen Diskussionen.