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Dünnbettabdichtung für Bodenabläufe

Schutz vor Feuchteschäden

Für feuchtigkeitsbelastete Bereiche, wie zum Beispiel das häusliche Bad, gelten Regelwerke, welche die Art der Abdichtungsstoffe, die Ausführung der Abdichtung sowie die Untergrundbeschaffenheit beschreiben. Wichtige Regelwerke, weil nach den Bauordnungen der Bundesländer Bauwerke und Bauteile so anzuordnen sind, dass durch Wasser, Feuchtigkeit sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse keinerlei Gefahren oder unzumutbare Einflüsse entstehen. Diese Voraussetzungen gelten nicht nur für herkömmliche Abdichtungsverfahren, sondern auch für die Dünnbettabdichtungen. Bei konventionellen Abdichtungen geschieht dies über meist unter dem Estrich verlegte Kunststoff- oder ­Bitumenfolien. Das ist kritisch zu betrachten, da nur die darunter liegenden Bauteile, nicht aber der Estrich selbst sowie gegebenenfalls die aufbauende Wärme- und Trittschalldämmung geschützt sind.

Flüssigfolien sicherer

Mit der seit rund einem Jahrzehnt auf dem Markt etablierten Abdichtungstechnik mit Flüssigfolien lässt sich hingegen unter Einsatz geeigneter Ablaufsysteme und modifizierter Werkstoffe eine dichte Einbettung der Bodenabläufe in den Estrich auf der Dämmung herstellen. Diese ,,nasse’’ Bauweise weist gegenüber anderen Systemen für bodengleiche Duschen entscheidende Merkmale auf:

• Die Gefälleausbildung zum Ablauf hin und somit auch die Position des Ablaufes kann vom Fliesenleger individuell gestaltet werden.

• Auch großflächige Fliesen können problemlos auf dem Estrich verlegt werden.

• Der Baustoff Estrich befindet sich auf der Baustelle und man benötigt kein zusätzliches Element.

Im Vergleich zur klassischen Folien-Abdichtung nach DIN 18195-5 unter dem Estrich sind nur im Dünnbettverfahren die geringen Fußboden-Aufbauhöhen möglich, durch die eine bodengleiche Dusche beispielsweise in einem Altbau überhaupt erst realisierbar ist. Genau für diesen Einsatzbereich hat Sys­tem­anbieter Viega den flachen Ablauf im Programm, der mit einer Bauhöhe von 70 mm für den Sanierungsmarkt geeignet ist. Ver­bund­abdichtungen sind nicht von der für Abdichtungen geltenden DIN 18195 erfasst, sondern bedürfen im geregelten Bereich einer bauaufsichtlichen Zulassung, die auf Grundlage eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses (ABP) erteilt wird. Die Anforderungen an die Flüssigfolien werden im Merkblatt des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) auch „Abdichtungen im Verbund“ genannten Dünnbettverfahren geregelt.

Doppelt hält besser

Die Montage der bodengleichen Entwässerungssysteme in Dünnbett-Abdichttechnik erfolgt nach einem bestimmten Schema. Zunächst wird vor dem Schütten des Estrichs der Ablaufkörper montiert, an die Entwässerungsleitung angeschlossen und das Aufstockelement justiert. Der Bodenaufbau muss dabei auf jeden Fall mit einem ausreichenden Gefälle zum Ablauf verlegt werden. Die erste vom Fliesenleger aufgebrachte dichtende Schicht verbindet sich intensiv mit dem auf dem Bodenaufbau aufliegenden gelochten Kunststoff-Anschlussrand, beispielsweise des Advantix Plus-Abdichtungsflansches. In die noch feuchte Dichtschicht wird nun zusätzlich eine deutlich über den Flansch hinausreichende Dichtmanschette eingelegt. Durch die jetzt aufzutragende, bis an den Aufsatz des Ablaufes heranreichende Flüssigabdichtung ist die gesamte Ablaufkonstruktion damit in den Dichtverbund integriert. Grundsätzlich müssen die wasserdichten Schichten in mindestens zwei Arbeitsgängen auf den Estrich aufgebracht werden. Die Mindeststärke der getrockneten Abdichtung liegt je nach Material zwischen 0,5 und 2mm. Auf die zweite getrocknete Abdichtschicht wird dann direkt mit Fliesenkleber der keramische Bodenbelag aufgebracht. Aufgrund der flexiblen Dünnbettabläufe aus dem Advantix-Programm ist der Handwerker in der Lage, die Höhe des Abdichtungsflansches ­exakt an die Bodenverhältnisse anzupassen. Durch die Möglichkeit einer Seitenverstellung des Rostes kann dieses zudem an die Fliesenhöhe und das Fliesenraster angepasst werden.

Hand in Hand

Bei den Viega-Visign-Duschrinnen wie auch den neuen Eckabläufen in halbrunder oder dreieckiger Ausführung erfolgt die Abdichtung grundsätzlich mit dem Dünnbettverfahren. Damit das aufeinander abgestimmte Abdichtungssystem auch auf der Baustelle zum Einsatz kommt, und somit mögliche Bauschäden dauerhaft vermieden werden, sind hier bereits sämtliche Abdichtungskomponenten (Dichtband und Kleber) im Lieferumfang enthalten. Bei diesen Ablaufvarianten wird, genauso wie bei den konventionellen Dünnbettabläufen, zunächst der Grundkörper gesetzt und der Ablauf angeschlossen. Nach Aushärten des Estrichs und Aufbringen der ersten Flüssigfolie überbrückt ein mit Spezialkleber fixiertes Dichtband großflächig den Rinnenflansch mit dem Fußboden. Die anschließend aufgetragene zweite Dichtschicht sorgt für die innige Verbindung dieses Aufbaus, der so dauerhaft zuverlässig das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. Wie stark anschließend der keramische Bodenbelag einschließlich Kleber ausfällt, spielt dabei keine Rolle: Mit den im Lieferumfang enthaltenen Distanzstücken lässt sich der Rahmen der Visign-Duschrinne immer exakt auf Fliesenniveau anheben und noch bis zu 5 mm aus der Mitte heraus in jede Richtung seitlich verstellen. Im Idealfall arbeiten bei der Erstellung solcher bodengleicher Abläufe Fachinstallateur und Fliesenleger Hand in Hand: Der Fachhandwerker setzt den Ablauf, der Fliesenleger sorgt für die Abdichtung und verlegt die Fliesen.

Die praxisgerechten Eigenschaften der Dünnbettabdichtung haben ­wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Verfahren heute auf jeden Fall als ­aktueller Stand der Technik anzusehen ist. Dies gilt umso mehr, als für besonders be­anspruchte Sanitäranlagen zusätzlich spe­zielle Dicht­materialien beispielsweise aus Kunststoffdispersionsmaterialien oder Zwei-Komponenten-Dichtmassen auf Reaktionsharz-basis zur Verfügung stehen. Die Viega-Entwässerungssysteme sind für alle im ZDB-Merkblatt aufgeführten Abdichtungen geeignet.

Weitere Informationen

Unser Autor Patrick Schäfer ist Produktmanager Ent­wässerungstechnik bei Viega in 57428 Attendorn, Tele-fon (0 27 22) 61-0, Telefax (0 27 22) 61-14 15, E-Mail: pschaefer@viega.de

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