Hüppe
Die Hüppe GmbH hat im Rahmen ihres Restrukturierungsprozesses einen Sanierungsplan eingereicht. Dieser sieht die Fortführung des Geschäftsbetriebs am Standort Bad Zwischenahn und den Erhalt von 78 Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor.
Die Geschäftsführung hat mit Zustimmung des Betriebsrats, des vorläufigen Gläubigerausschusses und des Sachwalters Dr. Rainer Eckert ihren Sanierungsplan beim Amtsgericht Oldenburg eingereicht. Dieser Schritt erfolgt im Schutzschirmverfahren, das seit November des Vorjahres läuft.
Ziel des Plans ist die Fortführung des Geschäftsbetriebs am Standort Bad Zwischenahn, wobei 78 Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten bleiben sollen, darunter 8 Auszubildende. Die Entscheidung über die Annahme des Sanierungsplans obliegt nun den Gläubigern. Bis dahin wird das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung unter Aufsicht des Sachwalters und des Amtsgerichts Oldenburg weitergeführt.
Fokus auf Premiumsegment
Der Sanierungsplan sieht grundlegende Veränderungen zur Verbesserung der Prozesseffizienz und Kostenstrukturen vor. Künftig konzentriert sich das Unternehmen am Standort Bad Zwischenahn ausschließlich auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Duschplatzlösungen im mittleren und oberen Preissegment, einschließlich maßgeschneiderter Manufakturarbeit.
Julian Henco, Vorsitzender der Geschäftsführung: „Zugleich setzen wir bei der Entwicklung neuer Lösungen weiter konsequent auf außerordentliche Innovations- und Designqualität, um uns so wie zuletzt mit Hüppe Sphere klar vom Wettbewerb abzuheben.“
Nicht-strategische Fertigungsbereiche, wie die Produktion von Duschabtrennungen für das preissensible Premiumvolumensegment sowie die energieintensive Wannenfertigung und Lackiererei, werden ausgelagert und an spezialisierte Zulieferbetriebe in Deutschland und im Ausland vergeben.
Personalabbau im Rahmen der Restrukturierung
Die umfassende Neuausrichtung bedingt einen betriebsnotwendigen Personalabbau. Dieser erfolgt auf Basis eines mit der Arbeitnehmerseite ausgehandelten Sozialplans, der für einen Interessensausgleich zur Restrukturierung sorgt und den Stellenabbau sozialverträglich gestaltet. Von ursprünglich 191 Beschäftigten zum Stichtag 30. November des Vorjahres werden 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen verbleiben. Die betroffenen Angestellten werden durch die Einbindung in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft seit dem 15. Februar über 6 Monate hinweg bei ihrer beruflichen Neuorientierung unterstützt und qualifiziert.
Hintergrund und Ausblick:
Belastet wurde die wirtschaftliche Lage des Unternehmens in den vergangenen Jahren durch eine rückläufige Baukonjunktur, anhaltende Nachfrageschwäche in Europa, steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie wachsenden internationalen Preisdruck. Mit dem nun vorgelegten Sanierungsplan sollen die Weichen für eine nachhaltig profitable Zukunft gestellt werden. Ziel ist es, die Position als Premiumanbieter weiter auszubauen und weiterhin Maßstäbe in Design, Qualität und Innovation zu setzen. Henco betont, dass es damit eine klare Zukunftsperspektive für das Unternehmen gibt, das vor 60 Jahren die Duschkabine in Europa einführte.
Quelle: Hüppe / fl