Fotografie Golz
Mit dem „Neuen Soester Norden“ entsteht derzeit das größte Neubaugebiet der Stadt Soest. Auf einer Fläche von rund 35 Hektar werden etwa 600 Wohneinheiten in Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern realisiert, teilweise sind diese bereits fertiggestellt. Die Stadt Soest verfolgt mit diesem Projekt das Ziel der Klimaneutralität. Dazu tragen Maßnahmen wie Flachdachbegrünung, hohe energetische Gebäudestandards und Photovoltaik bei. Ein zentraler Baustein des Wohnquartiers ist ein kaltes Nahwärmenetz, das aktuell zu den größten bundesweit zählt.
Das Prinzip der kalten Nahwärme
Ein Nahwärmenetz versorgt mehrere Gebäude über ein geschlossenes Leitungsnetz mit zentral erzeugter Wärme und Warmwasser. Im Unterschied zur klassischen Fernwärme sind die Transportdistanzen bei Nahwärme meist kürzer als 2 km, wodurch Temperatur- und Leistungsverluste reduziert werden. Kalte Nahwärmenetze nutzen niedrige Temperaturniveaus und beziehen ihre Energie aus Quellen wie Geothermie, Abwasser oder Solarthermie. Im „Neuen Soester Norden“ wird Erdwärme genutzt. Kollektoren in 1,5 bis 3 m Tiefe nehmen die Wärme auf und transportieren sie über Rohrleitungen zu den einzelnen Gebäuden. Dort bringen Wärmepumpen die Erdwärme auf ein für die Heizung nutzbares Temperaturniveau.
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Die Technikzentrale als Kern der Verteilung
Das Herzstück des Nahwärmenetzes bildet die Technikzentrale, in der die Wärmeverteilung und -steuerung zusammenlaufen. Für die dortigen Verteiler und Sammler entschieden sich die Stadtwerke Soest als Energieversorger und die Stadt Soest für das Rohrleitungssystem aquatherm blue. aquatherm lieferte die großen Verteiler und Sammler als passgenaue Bauteile vor. In der Technikzentrale kommen Rohrdurchmesser von 125 bis 630 mm zum Einsatz. Dies erforderte eine präzise Planung, hohe Fertigungskompetenz und eine enge Abstimmung aller Beteiligten.
Vorteile durch Vorfertigung
Für das Projekt wurden insgesamt vier individuelle Großverteiler sowie weitere Sonderanfertigungen aus aquatherm blue gefertigt. Diese Bauteile wurden passgenau auf die Einbausituation in der Technikzentrale abgestimmt. Die Verteiler erreichen Längen von bis zu 6 m und ein Gewicht von bis zu 570 kg. Die komplexesten Baugruppen umfassen bis zu 50 Schweißungen. Die Vorfertigung erfolgte am aquatherm Hauptsitz in Attendorn. Dies ermöglichte wetterunabhängige Schweißarbeiten mit hoher Prozesssicherheit und dokumentierter Qualität. Auf der Baustelle konzentrierten sich die Arbeiten somit auf den Einbau der vorgefertigten Verteiler.
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Herausforderungen und termingerechte Umsetzung
Ulrich Hermes, Projektleiter des beteiligten Installationsunternehmens Henke GmbH, berichtete von guten Erfahrungen mit der Verarbeitung der Rohrleitungen in Dimensionen bis 630 mm, auch unter erhöhtem Zeitdruck. Die Technikzentrale und das kalte Nahwärmenetz sollten pünktlich zur Heizperiode fertiggestellt sein. Die schnelle Planung und die kurze Vorfertigungszeit seitens aquatherm trugen dazu bei, diesen Zeitrahmen einzuhalten. Die geplante Fertigstellungszeit der Anlage lag bei rund 50 Werktagen. Durch die Vorfertigung und die passgenaue Lieferung der Baugruppen konnte der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden.
Quelle: aquatherm / fl