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Feine halbe Sachen machen

Die Teilsanierung im Bad stellt aus fachlicher Sicht ein eigenständiges und zunehmend strategisch wichtiges Leistungsfeld für Badplaner und SHK-Handwerksbetriebe dar. Gerade jetzt ist es für etablierte Fachbetriebe entscheidend, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen, weil sich die Wettbewerbslandschaft im Bereich Bad zunehmend verändert. Neben klassischen Mitbewerbern tritt mit Unternehmen wie Viterma ein Wettbewerbsmodell auf, das ursprünglich in der Schweiz entwickelt wurde und seit einigen Jahren versucht, im deutschen Markt Fuß zu fassen.

Viterma arbeitet mit einem Franchiseansatz, mobilen Vor-Ort-Beratungsteams, standardisierten Produkten und Festpreisangeboten. Kunden werden vor Ort betreut, das Unternehmen bietet maßgefertigte Wandverkleidungssysteme und Duschlösungen an und verspricht einen möglichst schnellen Umbau in wenigen Tagen. Das Konzept adressiert gezielt Verbraucher, die einfache Entscheidungsprozesse, transparente Preise und kurze Realisierungszeiten suchen. Durch diese kundenorientierte Positionierung entsteht ein Wettbewerbsdruck auf klassische SHK-Betriebe, weil solche Vermarktungsansätze die Kundenerwartungen an Service, Schnelligkeit und Erlebnis verändern.

Neben Franchise und Systemanbietern wächst die Konkurrenz auch durch große Baumärkte und Onlineplattformen, die mit attraktiven Einstiegspreisen, Teilpaketen oder digital unterstützten Beratungsprozessen um Marktanteile kämpfen. Für SHK-Handwerksbetriebe bedeutet dies, dass traditionelle Akquisewege und klassische Angebotsprozesse allein in Zukunft nicht mehr ausreichen, um Nachfragepotenziale zu sichern. Gleichzeitig eröffnet diese Entwicklung Chancen für Betriebe, die Teilsanierungen als strategisches Geschäftsfeld professionalisieren. Wer seine Kompetenzen klar herausarbeitet, kundenorientierte Lösungen effizient organisiert und gleichzeitig eine hohe Beratungs- und Ausführungsqualität bietet, kann sich im Wettbewerb behaupten und darüber hinaus profitieren. Insbesondere bei Verbrauchern, die kurze Projektlaufzeiten, geringe Belastung im Alltagsbetrieb und transparente Leistungen schätzen, gewinnt Teilsanierung an Bedeutung.

In Zeiten zurück­haltender Investitionen ist die Teilsanierung eine ­attraktive Alternative.

Unter einer Bad-Teilsanierung wird die gezielte Erneuerung einzelner Funktions- und Gestaltungsbereiche eines Badezimmers verstanden, ohne einen vollständigen Rückbau vorzunehmen. Typische Maßnahmen sind der Austausch von Dusche oder Badewanne, die Erneuerung von Sanitär­objekten und Armaturen, die Modernisierung von Möbeln und Beleuchtung, die partielle Erneuerung von Wand- und Bodenflächen sowie punktuelle Anpassungen der Installationstechnik. Ziel ist es, mit begrenztem Eingriff eine funktionale, hygienische und optische Aufwertung zu erreichen.

Der Prozess einer Teilsanierung beginnt in der Regel mit der Akquise über Websiteanfragen, telefonische Kontakte, Empfehlungen, Ausstellungen, Messen oder Kooperationen. Bereits im Erstkontakt werden grundlegende Informationen wie Baujahr, Badgröße, Art der gewünschten Maßnahme, Budgetrahmen, zeitlicher Horizont und Nutzungssituation erfasst. Es folgt ein Vor-Ort-Termin mit detaillierter Bestandsaufnahme. Dabei werden Maße genommen, Leitungsführungen geprüft, der Zustand von Abdichtungen, Wand- und Bodenaufbau bewertet, Feuchtebelastung und Lüftungssituation analysiert sowie Fotos und Skizzen erstellt. Diese Phase ist entscheidend für die technische Machbarkeit und die spätere Kalkulationssicherheit.

Auf Basis der Bestandsaufnahme erfolgen die Beratung und die Konzeptentwicklung. Hier werden Leistungsumfang, Materialien, Gestaltungsvarianten, technische Lösungen, Kostenrahmen und Ablaufplanung definiert. Badplaner ergänzen diesen Schritt häufig durch 3D-Visualisierungen. Anschließend wird ein Angebot erstellt, das Leistungsbeschreibungen, Materialangaben, Marken und Serien, Montageleistungen, Nebenarbeiten, Entsorgung, Terminplanung und Zahlungsbedingungen enthält. Transparenz in dieser Phase ist wesentlich für die Abschlussquote und die spätere Kundenzufriedenheit.

Der Baustellenablauf ist bei Teilsanierungen in der Regel ähnlich. Nach der Einrichtung der Baustelle und dem Schutz angrenzender Bereiche erfolgt die Demontage der zu erneuernden Sanitärobjekte und gegebenenfalls ein Teilrückbau. Anschließend werden Leitungen angepasst, Abdichtungen überprüft und Untergründe vorbereitet. Es folgen die Montage von Wandverkleidungen oder Teilfliesen, der Einbau von Duschwannen oder Ablaufsystemen sowie die Abdichtung. In der Endphase werden Armaturen, Sanitärobjekte, Duschkabinen, Möbel und Elektroanschlüsse montiert, wenn beauftragt. Abschließend erfolgen Reinigung, Funktionsprüfung, Abnahme und Einweisung des Kunden. Abhängig vom Umfang liegt die Bauzeit meist zwischen zwei und vier Arbeitstagen.

Parallel zur technischen Umsetzung spielen Werbung und Verkauf eine zentrale Rolle. Erfolgreiche Betriebe nutzen professionelle Webseiten, Referenzprojekte, Vorher-nachher-Darstellungen, Bewertungsportale, Social Media, lokale Werbung, Kooperationen und Showrooms. Es ist wichtig, schon früh sichtbar zu sein, um das Angebot der Teilsanierung bei potenziellen Kunden im Kopf zu verankern. Gerade dieses Feld wird von den eingangs genannten „neuen Anbietern“ meist gut bespielt. Es gilt dagegenzuhalten.

Der Verkaufsprozess folgt meist einer klaren Struktur aus Bedarfsanalyse, Problemerkennung, Lösungsdarstellung, Visualisierung, Preisargumentation, Nutzenkommunikation und Abschluss. Dabei ist es entscheidend, technische Eigenschaften in verständlichen Kundennutzen wie Komfort, Pflegeleichtigkeit, Hygiene, Zeitersparnis und Werterhalt zu übersetzen. Teilsanierungen sind beratungsintensiv, weshalb eine lösungsorientierte und vertrauensbildende Kommunikation zentral ist.

Für SHK-Betriebe und Badplaner bietet die Teilsanierung damit ein planbares und wachstumsfähiges Geschäftsfeld.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Schnelligkeit der Abwicklung einer Teilsanierung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kurze Projektlaufzeiten reduzieren die Kapitalbindung, erhöhen die Durchlaufzahlen, senken den Koordinationsaufwand und steigern die Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig ermöglichen sie eine bessere Auslastung der Mitarbeiter. Kundenorientierung zeigt sich insbesondere durch verbindliche Termine, saubere Arbeitsweise, gute Erreichbarkeit, transparente Kommunikation, lückenlose Dokumentation und strukturierte Nachbetreuung. Diese Faktoren beeinflussen Weiterempfehlungen und Wiederbeauftragungen maßgeblich. In der Margenstruktur bieten Teilsanierungen häufig Vorteile, da höhere Stundenverrechnungssätze, stabile Materialmargen, geringere Nachtragsrisiken und planbare Abläufe realisierbar sind. Durch standardisierte Module und Systemlösungen lassen sich wiederholbare Prozesse mit kalkulierbaren Deckungsbeiträgen etablieren.

Eine zentrale Rolle in der modernen Bad-Teilsanierung spielen Wandverkleidungssysteme. Sie haben sich als Schlüsseltechnologie für schnelle und saubere Umbauten etabliert, da sie eine Montage neuer Oberflächen ohne vollständigen Fliesenrückbau ermöglichen. Anbieter wie HSK Duschkabinenbau und Roth Werke stellen Komplettsysteme aus Paneelen, Profilen, Abdichtungen und Zubehör bereit. Diese Systeme basieren auf wasserfesten Trägerplatten mit Mehrschichtaufbau und hochdruckbeschichteten Oberflächen, fugenarmen Verbindungstechniken und integrierten Abdichtungslösungen. Sie zeichnen sich durch hohe Formstabilität, Langlebigkeit und einfache Pflege aus. Der Montageablauf ist standardisiert und umfasst Untergrundprüfung, Reinigung, gegebenenfalls Grundierung, Anbringen von Dichtbändern, Verklebung oder Verschraubung der Paneele, Profilmontage und Versiegelung.

Durch den Wegfall klassischer Fliesenarbeiten und langer Trocknungszeiten lassen sich Fehlerquellen reduzieren und Bauzeiten erheblich verkürzen. Für Betriebe bedeuten diese Systeme Zeitersparnis, geringere Staubbelastung, weniger Reklamationen, standardisierte Arbeitsabläufe und höhere Kalkulationssicherheit. Für Kunden ergeben sich kurze Bauzeiten, eine geringe Belastung im Alltag, pflegeleichte Oberflächen, eine moderne Optik und häufig auch Kostenvorteile. Wirtschaftlich ermöglichen Wandverkleidungssysteme die Entwicklung von Paketangeboten mit Festpreisen und klaren Leistungsinhalten, wodurch skalierbare Geschäftsmodelle entstehen.

Um Effizienz und Wirtschaftlichkeit weiter zu steigern, strukturieren erfolgreiche Betriebe ihre Teilsanierungen über Modulangebote, Standardpakete, Fixpreise, Checklisten und Prozessvorlagen. Typische Pakete sind etwa Dusche komplett, Badmöbel-Austausch, WC-Modernisierung, Komfort-Upgrade oder barrierefreie Dusche. Diese Standardisierung reduziert Planungsaufwand, erhöht Prozesssicherheit und erleichtert die Schulung von Mitarbeitern.

Im aktuellen Marktumfeld gewinnt die Bad-Teilsanierung zusätzlich an Bedeutung. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist die Bereitschaft vieler Verbraucher zu großen Investitionen begrenzt. Komplettbadsanierungen im hohen fünfstelligen Bereich werden häufiger verschoben oder ganz vermieden. Demgegenüber sind Kunden eher bereit, moderate Beträge für gezielte Verbesserungen zu investieren, die schnell spürbaren Nutzen bringen. Teilsanierungen profitieren dabei von geringerem Investitionsbedarf, kürzeren Entscheidungsprozessen, schneller Nutzbarkeit, reduziertem finanziellen Risiko und hoher Planbarkeit. Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie alternde Bausubstanz, demografischer Wandel, steigender Bedarf an Barrierefreiheit, energetische Anforderungen, Vermietungsdruck und Interesse am Werterhalt von Immobilien. Die Möglichkeit, ein Bad schrittweise zu modernisieren, ohne es langfristig außer Betrieb zu nehmen, entspricht den aktuellen Bedürfnissen vieler ­Nutzer.

Für SHK-Betriebe und Badplaner bietet die Teilsanierung damit ein stabiles, planbares und wachstumsfähiges Geschäftsfeld. Wer sich jetzt in diesem Segment positioniert, profitiert von zunehmender Nachfrage und kann sich gleichzeitig gegenüber neuen Marktteilnehmern, Franchise-Anbietern wie Viterma, Onlineplattformen und Baumärkten behaupten. Sie verbindet technische Kompetenz mit kundenorientierter Beratung, wirtschaftlicher Effizienz und hoher Nachfrage. Durch den gezielten Einsatz standardisierter Abläufe und moderner Systemlösungen lassen sich kurze Projektlaufzeiten, hohe Kundenzufriedenheit und stabile Margen erzielen. In Zeiten zurückhaltender Investitionsbereitschaft stellt die Bad-Teilsanierung somit eine wirtschaftlich attraktive und zukunftsfähige Alternative zur Komplettsanierung dar.

  • Wachsender Wettbewerbsdruck durch neue Anbieter: Franchise, Baumärkte und Online-Plattformen erhöhen die Marktanforderungen stark.
  • Teilsanierung als wachstumsstarkes Geschäftsfeld: Kurze Bauzeiten, eine geringe Investition und planbare Abläufe steigern die Nachfrage.
  • Einfache Abläufe und Systemlösungen als Erfolgsfaktor: Modulangebote, Wandverkleidungen und Fixpreise sichern Effizienz und Margen.
Autor
Dennis Jäger
ist Chefredakteur der SBZ.

Bild: SBZ

Checkliste Bad-Teilsanierung

Zielsetzung und Umfang

Die geplante Maßnahme sollte klar definiert sein, zum Beispiel Austausch von Dusche, WC, Waschbecken, Badmöbeln oder Wandverkleidung. Es sollte festgelegt werden, ob es sich um eine technische Modernisierung, rein optische Renovierung oder ein Komfort- beziehungsweise Barrierefreiheits-Upgrade handelt. Budgetrahmen und zeitlicher Horizont sollten vorab abgestimmt werden.

Bestandsaufnahme

Der Raum sollte vollständig vermessen und dokumentiert werden. Der Zustand von Fliesen, Wänden, Böden und Abdichtungen ist zu prüfen. Leitungsführungen und Installationen müssen erfasst werden. Ebenso wichtig ist die Bewertung von Feuchtigkeit, Lüftung und möglichen Bauschäden. Fotos, Skizzen und Messwerte dienen als Grundlage für Planung und Angebot.

Planung und Beratung

Leistungsumfang, Materialien und Produkte wie Sanitärobjekte, Armaturen, Möbel oder Wandverkleidungssysteme werden ausgewählt. Technische Machbarkeit, Ablauf- und Zeitplanung werden geprüft. Bei Bedarf kann eine 3D-Visualisierung oder ein Designkonzept für den Kunden erstellt werden. Die Abstimmung mit angrenzenden Gewerken ist erforderlich.

Angebot und Vertragsgestaltung

Das Angebot sollte eine detaillierte Leistungsbeschreibung, Materialangaben, Marken und Serien, Montageleistungen und Nebenarbeiten enthalten. Entsorgung und Schutzmaßnahmen sollten berücksichtigt werden. Festpreis oder Zahlungsplan, Terminplanung und Abnahmeprozess werden klar definiert.

Baustellenvorbereitung

Die Räume werden geschützt, Abdeckungen und Staubschutzmaßnahmen werden vorbereitet. Materiallogistik und Lagerung werden organisiert. Koordination aller beteiligten Gewerke und Einhaltung von Arbeitsschutz und Sicherheit sind sichergestellt.

Ausführung

Zunächst erfolgt die Demontage alter Sanitärobjekte und gegebenenfalls ein Teilrückbau. Leitungen, Abdichtungen und Untergründe werden angepasst. Wandverkleidungen oder Teilfliesen werden montiert, danach Duschwanne, WC, Waschtisch und Möbel eingebaut. Armaturen und Elektroanschlüsse werden installiert. Abschließend werden Abdichtung, Versiegelung und Funktionsprüfung durchgeführt.

Wandverkleidungssysteme

Beim Einsatz von Wandverkleidungssystemen wird der Untergrund geprüft, vorbereitet und gereinigt. Dichtbänder und Befestigungssysteme werden montiert, Paneele verklebt oder verschraubt und Profile eingesetzt. Die Oberflächen sind fugenarm, wasserfest und pflegeleicht. Wandverkleidungssysteme bieten Vorteile wie kurze Bauzeit, reduzierte Staubbelastung, planbare Abläufe für den Betrieb und moderne Optik sowie Komfort für den Kunden.

Abschluss

Die Baustelle wird gereinigt. Alle Installationen werden funktionsgeprüft. Der Kunde wird eingewiesen, die Abnahme erfolgt, und die Arbeiten werden dokumentiert. Nachbetreuung und Serviceangebote sollten kommuniziert werden.

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