SBZ Ausgabe: 09-2019

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Effizienzhaus-Plus-Siedlung mit Wärmepumpen

Die Effizienzhaus-Plus-Siedlung „Hügelshart“ in Friedberg bei Augsburg zeigt, dass derartige Projekte bereits heute privatwirtschaftlich funktionieren. Dort hat die Asset Bauen Wohnen GmbH in Kooperation mit der Baywa AG ein kleines Kunststück vollbracht: nämlich durch ein übergreifendes, wirtschaftlich ausgerichtetes Qualitätsmanagement und den Einsatz hocheffizienter, aber konventioneller Baustoffe Effizienzhäuser Plus mit nur geringen Mehrkosten gegenüber EnEV-Standard zu realisieren.

„Wir haben sehr intensiv geplant und dabei die Varianten mit dem besten Verhältnis aus Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit gewählt“, erklärt Steffen Mechter von Baywa Baustoffe. „Dabei wurde auch der Bedarf an Haushaltsstrom in die Planung miteinbezogen.“ Aus wirtschaftlichen Gründen wurde beispielsweise eine Stromeigenversorgung über Photovoltaik von „nur“ etwa 70 % gewählt. Hierfür sind die Dächer winteroptimiert ausgeführt, also steiler als sonst üblich, was sich im letzten schneereichen Winter schon ausgezahlt hat.

Herzstück des Energiekonzepts ist die Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Invertertechnik, Heizkreispufferspeicher, Trinkwasserspeicher, PV-Anlage und einem Zwei-Tages-Batteriespeicher. Eine Besonderheit für Einfamilienhäuser ist zudem die Heiz- und Kühldecke zur ganzjährigen Temperierung der Wohnräume. So sei eine um 3 °C niedrigere Vorlauftemperatur möglich, mit der laut Mechter eine Energieeinsparung von ca. 18 % erreicht werde. Die Option „Raumkühlung“ war wohl ein mitentscheidendes Verkaufsargument.

Während die Gebäudetechnik der Häuser über ein Energiemanagementsystem gesteuert wird, verzichtete der Objektentwickler auf die „intelligente Verknüpfung“ der Hausgeräte mit der PV-/Batterieanlage. „Familien können sich nicht nach den Vorgaben intelligenter Hausgeräte richten“, begründet Mechter diesen Schritt. „Bei einer Familie mit Kindern muss die Wäsche zum Zeitpunkt X fertig sein, egal ob die PV-Anlage Strom liefert oder nicht.“

Konflikte um das volatile, von der Sonne abhängige Stromangebot gibt es dennoch. Das Monitoring der Energieanbieter (PV, Netz) und der Energieverbraucher (Wärmepumpe, Haushalt, Ladepunkt Elektroauto) zeigt, dass die Gleichzeitigkeit von Wärmepumpe und Beladung des Elektroautos die Energiebilanz eines Effizienzhauses Plus und damit die Eigenversorgung mit Strom signifikant verschlechtert.

Margot Dertinger-Schmid

Literatur

  1. Teil: Weniger ist mehr
  2. Teil: Info
  3. Teil: Info
  4. Teil: Autor
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