Seit seiner Einführung im Jahr 2019 ist das ZVSHK-Qualitätszeichen (QZ) ein unverzichtbares Instrument für die SHK-Branche. Es bietet Orientierung und Sicherheit bei der Auswahl von Produkten und Herstellern – zertifiziert vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) selbst. Das Besondere: Das QZ wurde vom Handwerk für das Handwerk entwickelt und basiert auf über 30 praxisrelevanten Kriterien, die kontinuierlich an aktuelle Branchenanforderungen angepasst werden. Im Interview mit Birgit Jünger, QZ-Beauftragte im ZVSHK, beleuchten wir, wie das Qualitätszeichen die Arbeitsabläufe im Handwerk erleichtert, welche Neuerungen für 2026 geplant sind und warum das QZ eine zentrale Rolle in der SHK-Branche spielt.
SBZ: Frau Jünger, was macht das ZVSHK-Qualitätszeichen im Vergleich zu anderen Zertifizierungen so besonders?
Birgit Jünger: Das ZVSHK-Qualitätszeichen ist einzigartig, weil es vom Handwerk selbst entwickelt wurde. Die Kriterien sind also nicht von externen Stellen vorgegeben, sondern gezielt auf die Bedürfnisse der SHK-Fachbetriebe zugeschnitten. Diese „Schwarmintelligenz“ des Handwerks sorgt – gemeinsam mit permanenten Evaluierungen – dafür, dass das QZ praxisnah und zukunftsfähig bleibt. Hersteller müssen kontinuierlich nachweisen, dass sie die Anforderungen erfüllen – vom Materialmanagement bis hin zur digitalen Unterstützung. Besonders wichtig ist außerdem, dass nicht einzelne Produkte, sondern komplette Hersteller inklusive ihrer Services zertifiziert werden. Das schafft Vertrauen und Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
SBZ: Welche Rolle spielt die Partizipation des Handwerks im Zertifizierungsprozess?
Jünger: Die Partizipation des Handwerks ist der Kern des ZVSHK-Qualitätszeichens. Fachbetriebe, Innungen und Landesverbände bringen aktiv ihre Erfahrungen und Anforderungen ein, sodass die Kriterien kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das Handwerk entscheidet selbst, welche Standards gesetzt werden – ein Ansatz, der Transparenz und hohe Praxisnähe garantiert. Dieser dynamische Prozess hat auch das EU-Marken- und Patentamt überzeugt: Das QZ ist als EU-Gewährleistungsmarke eingetragen.
Besonders positiv war das Feedback aus dem Handwerk, das die praxisnahen Vorteile des QZ schätzt.
SBZ: Blicken wir auf das Jahr 2025 zurück. Wie fällt Ihr Resümee aus? Was ist gut gelaufen, wo sehen Sie Anpassungsbedarf?
Jünger: 2025 war ein sehr erfolgreiches Jahr für das ZVSHK-Qualitätszeichen. Wir konnten unsere Reichweite durch gezielte Social-Media-Kampagnen deutlich steigern und auf der ISH mit BWT einen weiteren namhaften Hersteller gewinnen. Besonders positiv war das Feedback aus dem Handwerk, das die praxisnahen Vorteile des QZ schätzt – von der Absicherung im Produktschadensfall bis hin zur zuverlässigen Ersatzteilversorgung. Gleichzeitig sehen wir noch Optimierungspotenzial in der Kommunikation. Die Bekanntheit des QZ sowohl im SHK-Handwerk als auch bei den zertifizierten Herstellern muss weiter ausgebaut werden.
SBZ: Welche Ziele verfolgt der ZVSHK für 2026? Mit welchen Maßnahmen wollen Sie das Qualitätszeichen weiter profilieren?
Jünger: Unser Ziel ist es, das Qualitätszeichen in der SHK-Branche weiter zu etablieren und zusätzliche Hersteller zu gewinnen. Für 2026 planen wir unter anderem eine Erweiterung des Kriterienkatalogs – insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit und digitale Services. Zudem möchten wir die Zusammenarbeit mit den Innungen weiter intensivieren. Ein Highlight wird der QZ-Reel-Wettbewerb sein, der die SHK-Community auf kreative Weise aktivieren soll. Darüber hinaus rücken wir verstärkt die Vorteile in den Fokus, die das QZ auch für Endkunden bietet. Einige SHK-Betriebe nutzen diese Argumente bereits erfolgreich, um ihre Kunden von der Qualität ihrer Arbeit zu überzeugen.
Marktforschungsergebnisse zeigen, dass Handwerksbetriebe das QZ als wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl von Produkten und Herstellern nutzen.
SBZ: Wie geht der ZVSHK bei der Gewinnung neuer Hersteller vor? Gibt es bestimmte Zielgruppen?
Jünger: Die Gewinnung neuer Hersteller ist ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Wir sprechen gezielt Unternehmen an, die bereits hohe Qualitätsstandards erfüllen und bereit sind, sich den umfangreichen QZ-Kriterien zu stellen. Besonders im Bereich nachhaltiger Technologien und digitaler Lösungen sehen wir großes Potenzial. Viele Hersteller erkennen zunehmend, dass das QZ eine echte Chance bietet, sich als verlässlicher Partner des Handwerks zu positionieren und wertvolles Feedback aus dem gesamten Markt zu erhalten – nicht nur von einzelnen Schlüsselkunden.
SBZ: Das QZ geht inzwischen in sein siebtes Jahr. Wie wird es von den Handwerksbetrieben angenommen?
Jünger: Die Resonanz aus der Praxis ist durchweg positiv. Marktforschungsergebnisse zeigen, dass Handwerksbetriebe das QZ als wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl von Produkten und Herstellern nutzen. Je nach Betrieb werden unterschiedliche Vorteile hervorgehoben – etwa effizientere Arbeitsabläufe durch schnelle Lieferzeiten oder eine gesicherte Ersatzteilversorgung. Viele Betriebe berichten, dass das QZ ihre tägliche Arbeit spürbar sicherer und wirtschaftlicher macht. Diese Rückmeldungen nutzen wir gezielt für die Kommunikation rund um das Qualitätszeichen.
SBZ: Welche konkreten Neuerungen sind für den Kriterienkatalog 2026 geplant?
Birgit Jünger: Es gibt mehrere Ansatzpunkte. Nachhaltigkeit wird künftig eine noch größere Rolle spielen, ebenso digitale Services und professionelles Datenmanagement. Diese Themen gewinnen nicht nur für das Handwerk, sondern auch für Hersteller und Endkunden zunehmend an Bedeutung. Unser Anspruch ist es, dass das QZ stets die aktuellen Anforderungen der Branche widerspiegelt. Deshalb freuen wir uns ausdrücklich über konkrete Anregungen aus dem Kreis der SHK-Unternehmer.
Das QZ wurde vom Handwerk für das Handwerk entwickelt und basiert auf über 30 praxisrelevanten Kriterien, die kontinuierlich an aktuelle Branchenanforderungen angepasst werden.
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