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Interview

Freiraum schaffen

SBZ: Welchen Einfluss hat bei der Entwicklung die Verschmelzung der zwei Geberit-­Welten Keramik und Sanitärtechnik ausgeübt?

Tina Neuber: Wir haben es uns bei Geberit zur Aufgabe gemacht, Kundenwünsche in Produkte zu übersetzen. Deshalb hinterfragen wir bei der Entwicklung neuer Badprodukte stets das Bestehende und überlegen immer, was wir besser machen können, um Kundenbedürfnisse bestmöglich zu erfüllen. Dabei gehen Ingenieurskunst und Designkompetenz stets Hand in Hand – ein enges Zusammenspiel unserer Spezialisten vor und hinter der Wand. Besonders deutlich wird der Zusammenschluss der zwei Welten am Badkonzept Geberit One, das voll integrierte Lösungen für den Waschplatz, den Duschbereich und das WC umfasst. Das Besondere: Es nutzt konsequent die Vorteile der Vorwand­installation. Das bedeutet: Alles, was vor der Wand nicht zwingend benötigt wird, verlegt das Badkonzept in die Ebene dahinter. Das Bad wirkt dadurch aufgeräumter, sauberer und bietet mehr Platz.

SBZ: An welchem Bereich im Bad erkennt man das besonders gut?

Neuber: Nehmen wir den Waschplatz als zentrales Element im Bad und schauen uns zunächst den Waschtisch an. Ganz gleich, ob sich der Kunde für den optisch frei schwebenden Waschtisch oder für die Kombination mit einem Unterschrank entscheidet: Was er nicht sieht, ist ein Siphon. Denn dieser ist verdeckt in einer Funktionsbox in der Installationsvorwand montiert. Das bedeutet mehr Platz unter dem Waschtisch beziehungsweise mehr Stauraum im Waschtischunterschrank. Kombiniert wird der Waschtisch übrigens mit der One-Wandarmatur. Ein passendes Montageelement in der Vorwand legt bereits bei der Planung die genaue Lage der Armatur fest, sodass der Waschtisch vollständig und sauber ausgespült wird. Auch der dazugehörende Spiegelschrank mit seiner kaum sichtbaren Ausladung nutzt die Vorwand geschickt als Stauraum aus und schafft damit nicht nur optisch mehr Platz.

SBZ: Also, Technik verschwindet, schlankes Design tritt in den Vordergrund – das ist ja ein allgemeiner Trend. Welche Chancen geben Sie ihm, sich dauerhaft im Bad festzusetzen?

Neuber: Die Funktionen, die ein Bad erfüllt, verändern sich nicht. Das Bad wird immer ein Ort der Reinigung bleiben und die dort verrichteten Rituale werden weiterhin bestehen. Bewegung in Sachen Design und Technik muss es jedoch auch künftig geben, um noch besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Neben einer zeitlosen, schlichten Ästhetik sind vor allem herausragende Funktionen ein unabdingbarer Bestandteil eines guten Designs. Deshalb ergänzen sich bei unseren Sanitärprodukten gutes Aussehen und optimale Funktion. Getreu dem Grundsatz: „Design meets Function.“

SBZ: Aber mal ehrlich, die enge Verknüpfung von Sanitärtechnik und Sanitärobjekten führt doch auch zu einer gewissen Einschränkung. Badgestalter können ihrer Kreativität nicht uneingeschränkt freien Lauf lassen. Was entgegnen Sie denen?

Neuber: Geberit One schränkt die Kreativität der Badgestalter keineswegs ein. Unser Badkonzept bietet umfassende Lösungen für das gesamte Bad. Das Besondere: Die Vorwand wird konsequenter für die Unterbringung der Technik und als zusätzlicher Stauraum genutzt. Das bedeutet mehr Platz im Bad und gleichzeitig weniger Reinigungsaufwand. Die Verknüpfung von Sanitärtechnik und Sanitärobjekt bietet an vielen Stellen Freiräume: Nehmen Sie etwa das Duo-Fresh-Modul von Geberit – eine Geruchsabsaugung, die auch das Geberit-WC ideal ergänzt. Das Modul ist zwar an die Betätigungsplatte gebunden, doch stehen zahlreiche unterschiedliche Designs zur Verfügung, die passend zum Einrichtungsstil gewählt werden können – bis hin zur kundenindividuellen Betätigungsplatte mit einem Motiv, das der Kunde sich aussuchen kann.

SBZ: Was ist denn, wenn der Kunde z. B. keine Armatur an der Wand möchte?

Neuber: Sollte sich der Kunde tatsächlich nicht von den Vorzügen einer Wandarmatur überzeugen lassen, bietet das Geberit- Portfolio sicherlich genügend andere Badserien als Alternativen, bei denen eine Wandarmatur nicht als dazugehöriges Element vorgesehen ist. Wobei die Vorteile der One-Wandarmatur auf der Hand liegen: Sie sorgt dafür, dass der Waschtisch frei bleibt und sich keine Schmutzränder wie bei einer Standarmatur bilden. Gleichzeitig ist sie durch das Montageelement in der Vorwand perfekt auf den Waschtisch ausgerichtet und spült diesen optimal aus.

SBZ: Ich sehe die enge Verzahnung von Sanitärtechnik und Keramik als ein Element zur Stärkung der Fachschiene an. Denn One bedingt Planung und Einbau durchs Fachhandwerk – da haben Onlineverkäufer, die Verbraucher direkt ansprechen und „nur Bad-Produkte loswerden wollen“, doch wenig Chancen. Oder?

Neuber: Wir setzen bei Geberit auf den dreistufigen Vertriebsweg und verkaufen unsere Produkte und Systeme über den Fachgroßhandel an das Sanitär-Fachhandwerk. Für die Planung und die Installation sind spezielle Fachkenntnisse notwendig. Daher entspricht Geberit One genau unserer Vorstellung von fachgerechter Planung und Montage der Badprodukte.

SBZ: Das neue Konzept ist jetzt seit rund einem Jahr verfügbar. Was haben Sie in dieser Zeit für Erfahrungen gesammelt – speziell was Rückmeldungen aus dem Fachhandwerk angeht?

Neuber: Die Rückmeldungen aus dem Fachhandwerk sind durchweg positiv. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Vorteile von One unmittelbar beim Einbau der einzelnen Elemente offenbaren. Denn das Badkonzept nutzt die bewährten Installationssysteme Geberit Duofix und GIS. Vorgefertigte Installationselemente und definierte Befestigungspunkte für die Dusche, das WC oder den Waschplatz erleichtern die Montage und alles sitzt am Schluss exakt an der Stelle, wo es bei der Planung angelegt wurde. Das freut nicht nur Planer und Installateure, sondern auch den Kunden. Monteure spielen uns auch ganz begeistert zurück, wie einfach und schnell sich das WC mit der höhenverstellbaren Befestigung installieren lässt. Das freut uns natürlich.

Info

Was die Entwicklung von Geberit One angestoßen hat, erläutern wir weiter vorne in dieser Ausgabe. ­Außerdem nennen wir die technischen Verbesserungen im Detail.