Die Informationsplattform Allianz Freie Wärme weist darauf hin, dass Hauseigentümer bei der Wahl ihrer künftigen Heizungsanlage nicht auf die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) warten müssen. Modernisierungen sind weiterhin erlaubt und bieten die Möglichkeit, erneuerbare Energien mit staatlichen Förderungen zu nutzen.
Obwohl viele Städte und Gemeinden intensiv an ihren Wärmeplänen arbeiten, können bis zur Umsetzung konkreter Bauvorhaben oder der Entstehung neuer Wärmenetze Jahre vergehen. Dieser Prozess erfordert politische Beschlüsse, detaillierte technische Machbarkeitsstudien sowie aufwändige Finanzierungs- und Ausschreibungsverfahren. Fachleute, darunter die Förderbank KfW, rechnen bis zum Jahr 2045 mit Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich.
Freie Wärme
Handlungsspielraum für Hausbesitzer
Gemäß §14 des Wärmeplanungsgesetzes haben Kommunen die Möglichkeit, bereits heute Gebiete festzulegen, in denen Fernwärme weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies betrifft beispielsweise Stadtteilrandlagen oder ländliche Regionen. In solchen freigegebenen Quartieren können Hausbesitzer umgehend handeln und ihre Heizungen modernisieren.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) erlaubt eine Vielzahl moderner Heizungs- und Ofenlösungen, solange künftig mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Die Auswahl ist groß und umfasst Wärmepumpen, Pelletheizungen, Hybridlösungen sowie Kamin- oder Kachelöfen, wobei die Förderung weiterhin attraktiv bleibt.
Wirtschaftlichkeit und Flexibilität im Fokus
Die Wirtschaftlichkeit der Heizsysteme spielt eine entscheidende Rolle. Aktuelle Auswertungen der Heizkosten in Deutschland zeigen, dass die Preise für Fernwärme zuletzt stärker gestiegen sind als die für Holz, Heizöl oder Gas. Da Wärmenetze meist nur einen einzigen Anbieter haben und ein Kündigen oder Wechseln des Anbieters nicht möglich ist, kann dies langfristig zu höheren Kosten führen. Die Allianz Freie Wärme empfiehlt daher, auf flexible Systeme zu setzen, die an die individuelle Situation im eigenen Haus angepasst sind.
Wärmenetze können ein wichtiger Bestandteil der Energiewende sein, stellen jedoch keine universelle Lösung für jedes Gebäude dar. Politik und Gesetzgebung sehen bewusst mehrere Wege vor, um die Klimaziele im Wärmesektor zu erreichen. Es ist nun entscheidend, dass Kommunen diese Wahlfreiheit transparent kommunizieren und Bürgerinnen und Bürger sich umfassend informieren. Beratung erhalten sie bei Heizungs- und Ofenbauern, Schornsteinfegern sowie im örtlichen Energiehandel. ■
Quelle: Freie Wärme / fl
Lesen Sie auch:
Ist die kommunale Wärmeplanung ein sinnvoller Schritt?
„Halten Sie sich aus dem Kerngeschäft des Heizungshandwerks heraus!“
DEPV und BWP appellieren: Keinen Umbruch bei GEG und BEG
Kommunale Wärmeplanung: Wie realistisch ist das strategische Planungsverfahren?
Kommunale Wärmeplanung: BBSR-Studie Weckruf für die Politik