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100 Jahre Dallmer

Geschichte trifft Gegenwart

Bisher hütete das Traditionsunternehmen Dallmer, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Firmenjubiläum feiert, seine Produktionsstätte im sauerländischen Arnsberg wie ein Geheimnis. Doch nun konnte sich die SBZ-Redaktion Mitte Juni während einer Pressekonferenz erstmals einen Eindruck über die modernen Produktionstechniken des inzwischen in vierter Generation geführten Familienbetriebes verschaffen. Mit aktuell 185 Beschäftigten ist das Werk mittlerweile zu einem regional bedeutenden Fertigungsstandort für Ablaufsysteme in der Hausentwässerung geworden. Umsatzzahlen nennt das Unternehmen traditionell nicht. Dabei war die Herstellung von Produkten für die Gebäudeentwässerung nicht der Grundstein des Unternehmens.

Geschäftlicher Wandel

1913 gründete der Leipziger Handwerksmeister Johannes Dallmer eine Gravieranstalt in der industriell aufstrebenden Kleinstadt Neheim im Sauerland. Hier boomte die Leuchten­industrie, und das Unternehmen florierte mit der Herstellung von Stempeln, Prägungen und Prägwerkzeugen sowie feinen Ziselier­arbeiten an Leuchten. 1950 übernahm Helmuth Dallmer mit 27 Jahren den väterlichen Betrieb und erweiterte ihn durch Produktion von Kunststoffartikeln wie Knöpfe, Schalter und Griffe. Aber auch Rohre und erste Ablaufgarnituren wurden produziert. 1963 kamen dann Spülen-Röhrensiphons und die erste Serie mit industriell gefertigten Bodenabläufen aus Kunststoff auf dem Markt. Der Grundstein für die Sanitärtechnik war gelegt.

Ab 1977 folgte mit Johannes Dallmer jr. als tätiger Inhaber die dritte Generation im Familienbetrieb. Das Lieferprogramm wuchs, immer mehr sanitärtechnische Artikel aus Kunststoff wurden under dem Slogan „Damit’s gut abläuft!“ entwickelt. Dieser Spruch begleitet das Unternehmen bis heute. Ende der 80er- Jahre wurden unter dem Markennamen CeraDrain die ersten Spezialabläufe für Verbundabdichtungen hergestellt.

Neuer Meilenstein

Die Erfindung der Design-Roste im Jahr 2001 ist ein markanter Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens, schuf Dallmer damit doch eine neue Kategorie von Ablaufarmaturen. Zu den Zugpferden der Designlinie von Dallmer zählen die etwas später entwickelten Duschrinnen für bodengleiche Duschen, mit denen das Unternehmen seine Design-Kompetenz hervorhebt. Sie sind heute eines der meist verkauften Dallmer-Produkte und werden seit einigen Jahren in immer mehr Objekten eingebaut. Berühmte Beispiele sind der Londoner Luxus-Appartement-Komplex One Hyde Park, der Marco Polo Tower in Hamburg oder auch das höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai.

Zu den vielfach ausgezeichneten Produkten der Dallmer-Designlinie gehören u.a. das Premierenmodell CeraLine, CeraNiveau und Zentrix, um nur einige Beispiele zu nennen. Mittlerweile sind im Dallmer-Produktkatalog über 1000 Teile gelistet, die sowohl auf dem deutschen Markt vertrieben als auch in über 40 Länder exportiert werden. Langjährige Partnerschaften bestehen u. a. mit Österreich, Israel und Dubai, und auch in den USA wird die Duschrinne CeraLine erfolgreich verkauft.

Mit Yvonne Dallmer trat Ende 2008 die vierte Generation in das Unternehmen ein. Gemeinsam mit ihrem Vater Johannes, ihrem Großvater Helmuth Dallmer sowie Harry Bauermeister bildet sie die Geschäftsführung und führt die Philosophie und Vision des Firmengründers fort.

Fazit

Die Dallmer Sanitärtechnik ist ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen, das im sauerländischen Arnsberg Produkte für die Gebäudeentwässerung entwickelt, fertigt und an Handelshäuser und Bauträger im In- und Ausland vertreibt. Dazwischengeschaltet sind als Entscheider in bestimmten Fällen noch Architekten und Planer. Das Programm umfasst circa 5000 Artikel. Die Auftragslage des Familienbetriebes ist offensichtlich gut, denn man will expandieren. Es ist geplant, das jetzige, fast 10000 m2 große ­bereits bebaute Areal um weitere mehrere Tausend m2 Betriebsfläche zu erweitern. ­Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Näheres will Dallmer mitteilen, wenn ­alles spruchreif ist.