Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Energiewende

Professur für nach­hal­ti­ge Wär­me­ver­sor­gung in Zittau/Görlitz

Clemens Schneider hat die Professur „Nachhaltige Wärmeversorgung“ an der Hochschule Zittau/Görlitz übernommen.

Christiane Schleifenbaum / Fraunhofer IEG

Clemens Schneider hat die Professur „Nachhaltige Wärmeversorgung“ an der Hochschule Zittau/Görlitz übernommen.

Prof. Dr. Clemens Schneider, wissenschaftlicher Leiter des Competence Centers „Prozessintegration von Energieanlagen“ am Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG in Zittau, ist dem Ruf der Hochschule Zittau/Görlitz gefolgt.

Am 1. Mai hat er dort eine Professur für „Nachhaltige Wärmeversorgung“ an der Fakultät für Maschinenwesen übernommen. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung integrierter Energiesysteme und der Sektorenkopplung, um eine effiziente und kostengünstige Wärmeversorgung zu gewährleisten. Schneider betont die Wichtigkeit der zuverlässigen Verbindung von Strom-, Gas- und Wärmeinfrastrukturen für die Energiewende.

Schneider treibt Projekte voran, die bewährte Technologien wie PEM-Elektrolyse, Wärmepumpen und Wärmenetze koppeln. Ziel ist die Steigerung der Effizienz und die Reduktion von CO2-Emissionen durch hocheffiziente Wärme- und Speichertechnologien.

Aktuelle Forschungsprojekte

Ein Beispiel seiner Arbeit ist die Großversuchsanlage „La-SeVe“ im Rahmen des H2Giga-Projekts „IntegrH2ate“, die er zusammen mit der Linde GmbH und den Stadtwerken Zittau vorantreibt. Hierbei werden PEM-Elektrolyse, Wärmepumpe und Wärmenetz gekoppelt.

Ein weiteres Projekt ist „AQVA-Heat“, das er gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz und dem ILK-Dresden entwickelt hat. Es nutzt Wärme aus stehenden und fließenden Gewässern mittels Vakuumdirektverdampfer. Diese Technologie ermöglicht einen ganzjährigen Betrieb und benötigt weniger Wasser und Strom.

Aktuell untersucht Schneider das Zusammenspiel von Elektrolyseuren mit Kläranlagen. Dabei soll Ozon aus der Elektrolyse für eine vierte Reinigungsstufe zur Filtration von Arzneimittelrückständen und Hormonen genutzt werden. Gleichzeitig wird Abwärme aus dem Klärwasser und dem Elektrolyseur ins Fernwärmenetz eingespeist. Das anfallende Kondensat versorgt den Elektrolyseur mit Wasser und reduziert den Trinkwasserbedarf.

Lehre und Forschung in Zittau/Görlitz:

An der Hochschule Zittau/Görlitz wird Schneider u.a. die Nutzung und Aufwertung von Niedertemperaturpotentialen aus natürlichen und künstlichen Wärmequellen erforschen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Systemintegration von Technologien zur Sektorenkopplung in den Bereichen Strom/Wärme/Kälte und stoffliche Nutzung. Ziel ist es, Studierende zu befähigen, standortspezifische Wärmeversorgungskonzepte für Liegenschaften, Kommunen oder Regionen zu entwickeln.

Werdegang des Forschers:

Prof. Dr. Clemens Schneider begann seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Anschließend studierte er Energie- und Umwelttechnik an der Hochschule Zittau/Görlitz. Im Jahr 2015 promovierte er mit einer Arbeit über „Experimentelle Untersuchung von Siedevorgängen in Druckwasserreaktoren“. Nach über zehn Jahren am Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik wechselte er 2020 zum Fraunhofer IEG, wo er den Standort Zittau mit aufbaute.

Quelle: Fraunhofer IEG / fl