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Am Puls des SHK-Handwerks

Mit dieser Ausgabe schlägt die SBZ ein neues Kapitel des SHK-Fachjournalismus auf: Künftig kann die Redaktion bei Berichten über die Branche auch auf repräsentativ erhobene Daten zurückgreifen. Ab sofort bestimmt die Berichterstattung nicht mehr nur eine Mischung aus Bauchgefühl, individueller Meinung des Redakteurs in Bezug auf die Relevanz eines Themas sowie gelegentlichen Gesprächen mit Lesern. Diese sind zwar wichtig, aber eben auch nicht repräsentativ. Berücksichtigung finden nun auch Ergebnisse von regelmäßigen Branchenbefragungen nach strengen Regeln der Demoskopie.

Der Gentner Verlag, in dem die SBZ erscheint, versteht sich und seine Publikationstätigkeit als Plattform für die Kommunikation und den Austausch in der Haustechnik-Branche. Zeitgemäß ist, dass die Kommunikation in beide Richtungen stattfindet: Die Redaktion bekommt über das Internet, über Social-Media-Angebote und im direkten Austausch viel Feedback von Lesern – was die Berichterstattung natürlich inspiriert. Durch die Erhebung von repräsentativen Daten kommt aber noch eine weitere, wichtige Komponente hinzu: Was tut und denkt die Mehrheit tatsächlich? Oder Teilmengen? Und weshalb? Solchen Fragen kommt man mit Social Media & Co. objektiv nicht bei. Da sind wissenschaftlich fundierte Methoden erforderlich.

Erfahren, was und wie das Handwerk wirklich denkt

Die Redaktion befragt mit dem neuen Tool die Branche zu heißen Themen – oder klärt Dinge, die sie oder die Branche immer schon wissen wollten. Das nutzt allen – Handwerk, Handel und Industrie. Aber die SBZ braucht Sie dazu: Falls unser Meinungsforschungsinstitut Sie kontaktiert – seien Sie bitte bereit, Ihre Meinung, Haltung oder Erkenntnisse mitzuteilen. Die Leserschaft der SBZ ist eine wichtige, vielleicht die wichtigste Teilzielgruppe dieses Marktes. Dennoch ist das Konzept keine Leserbefragung – wir lassen eine Stichprobe befragen, die den Gesamtmarkt und nicht nur unsere Leserschaft repräsentiert. Das wird unsere Arbeit befruchten und es stellt vor allem sicher, dass Sie bei uns erfahren, was die Branche wirklich bewegt und denkt.

Was Heizungsbauer über die ErP-Richtlinie wirklich wissen

Die ErP-Richtlinie für Heizgeräte und Warmwassererzeuger gehört sicher zu den wichtigsten Themen des Jahres. Sie war auch ein großes ISH-Thema – zumindest bei den Heiztechnikern – und auch wir in der SBZ-Redaktion beschäftigen uns damit schon seit 2013 intensiv und haben eine Vielzahl von Fachaufsätzen veröffentlicht. In unserem ISH-Technikheft (SBZ 6/2015) haben wir die ErP-Richtlinie zum Top-Thema gemacht. Fest steht, dass die Richtlinie tief in alle Geschäftsprozesse unserer Branche eingreifen wird, und vor allem steht fest, dass ab dem 26. September 2015 keine Anlage mehr ohne Effizienzlabel über die Ladentheke gehen darf.

Jetzt stellt sich die Frage, wie die ganzen Informationsangebote von Handel, Industrie, den Verbänden und auch von uns Journalisten bei den Handwerkern aufgenommen wurden. Genau das wählten wir als Themenkomplex unserer aktuellen repräsentativen Befragung aus. Das Ergebnis ist durchwachsen. Erfolge lassen sich durchaus quantifizieren, aber es gibt auch noch einiges zu tun. Kommen wir zu den harten Zahlen.

Befragt wurden Geschäftsführer und Inhaber von SHK-Betrieben in Deutschland, quotiert in Bezug auf Betriebsgröße und Region. Die Befragungen wurden Ende Juni abgeschlossen. Satte 25,4 % haben noch nie etwas davon gehört, dass im Herbst ein Effizienzlabel für Heizgeräte und Warmwassererzeuger gemäß Ökodesign-Richtlinie (ErP-Richtlinie) eingeführt wird (Bild 2). Aus der Sicht des Redakteurs können das natürlich nur solche Handwerker sein, die keine SBZ lesen und die auch gegen alle anderen Informationskanäle grundsätzlich resistent sind. Es gibt auf jeden Fall also noch einiges zu tun, um alle Betriebe zu erreichen. Werden bei dieser Frage die Betriebe herausgefiltert, die nicht im Bereich Heizungsinstallation tätig sind, sinkt diese Zahl auf 21,9 %. Das ist etwas besser, überzeugt aber auch nicht wirklich. Im Folgenden wollen wir uns auf die Gruppe beschränken, die im Bereich Heizungsinstallation tätig ist und von der ErP-Richtlinie zumindest schon einmal etwas gehört hat. Reine Trinkwasser- oder Lüftungsinstallateure beispielsweise schließen wir also aus und bei denen, die von Effizienzlabel & Co noch nie etwas gehört haben, erübrigen sich aufbauende Fragen natürlich ebenfalls.

Wie die Chefs die Relevanz der Richtlinie einschätzen

Die nächste Frage zielt auf die Einschätzung der Relevanz dieses Themas. Hierzu sollten die Firmenchefs Beurteilungen innerhalb des Spektrums „1 = sehr relevant“ bis „6 = überhaupt nicht relevant“, also ähnlich der Schulnoten, abgeben. Die ErP-Richtlinie wird von den im Heizungsbau tätigen Betrieben, in denen die Richtlinie bekannt ist, zu 62 % als relevant und sehr relevant eingeschätzt. Im Mittelfeld (Note 3 und 4) befinden sich 37,2 % der Befragten und nicht oder überhaupt nicht relevant empfinden die Richtlinie 0,8 % der Chefs (Bild 3). Das dürfte sich alles im erwarteten Rahmen befinden.

Interessant ist auch die Frage, wie die Firmenchefs den Wissensstand in ihrem eigenen Betrieb einschätzen. Die Antworten sind in Bild 4 detailliert dargestellt. Der überwiegende Teil schätzt den eigenen Wissensstand sehr gut bis ausreichend ein. Nur ein sehr geringer Anteil, nämlich 8,4 %, schätzen ihren Wissensstand als mangelhaft oder ungenügend ein. Wer noch nichts getan hat, hat also wenigstens ein Problembewusstsein. Immerhin bleibt noch ein bisschen Zeit, um sich fit zu machen.

Was wird im Herbst tatsächlich passieren?

Auch zu dieser Frage liefert unsere Umfrage ein paar gute Anhaltspunkte. Bild 5 zeigt detaillierte Ergebnisse. Erfreulich ist, dass ein knappes Drittel schon Überlegungen angestellt hat, wie sich das Effizienzlabel marketingtechnisch verwerten lässt. Bei Herstellern, die Komponenten liefern, um die Effizienz der Anlagen, für die ein Package-Label erforderlich ist, zu erhöhen, sollten jetzt aber die Alarmglocken schrillen: 28,1 % der Geschäftsführer und Inhaber wollen künftig nur noch Paketlösungen der Hersteller verarbeiten. Hier gibt es einen dringenden Kommunikationsbedarf, denn auch das Package-Label ist dank umfangreicher Hilfsangebote auf EDV-Basis von Verbänden, Handel und Industrie für einen Handwerker kein unüberwindliches Hindernis.

Das Bild 6 zeigt schließlich die Antworten, welche Wege die Handwerker schon beschritten haben und noch beschreiten wollen, um ihren Wissensstand auf das erforderliche Niveau zu bringen. Die überwältigende Mehrheit – nämlich 90,9 % – erwartet entsprechenden Support von Industrie, Handel und Verbänden, was sie nach aktuellem Stand auch bekommen dürfte. Immerhin 86 % haben schon einmal Artikel in den Fachmedien zum Thema gelesen und wollen das auch weiter tun. Das zeigt uns Fachjournalisten, dass wir unsere Arbeit in den Verlagen nicht umsonst machen. Und genau deshalb werden wir von der SBZ-Redaktion das Thema ErP-Richtlinie auch weiterhin prominent bedienen. UB

Info

Marktforschung im Gentner Verlag

Ziel der Studie „f.ma Fachentscheider Gebäudetechnik SHK“ ist die kontinuierliche Analyse der Mediennutzung von Fachentscheidern sowie die Erhebung von Daten zu aktuellen Fragen rund um das Thema Gebäudetechnik. Die Neutralität in Konzeption, Durchführung und Analyse wird durch die ausschließliche Beauftragung von externen Experten und Instituten sichergestellt. Die Studienreihe will der Alfons W. Gentner Verlag im Markt der Gebäudetechnik-Fachtitel etablieren.

Ausgegangen wird von einer Grundgesamtheit, die ausschließlich Geschäftsführer von Betrieben mit dem Hauptgeschäftsbereich SHK umfasst. Filialen und Zweigniederlassungen werden herausgefiltert. Es erfolgt keine Selbstauswahl der Befragten wie bei ungesteuerten Internet- oder Leserbefragungen. Stattdessen werden die Stichproben – sprich Unternehmen – nach Betriebsgröße (Mitarbeiterzahl) und Regionen (Nielsengebiete) quotiert. Innerhalb dieses Rahmens trifft das durchführende Institut entsprechende Zufallswahlen.

Zweimal jährlich werden jeweils 175 SHK-Entscheider (Inhaber und Geschäftsführer) telefonisch rekrutiert und per Online-Erhebung zu zentralen Themen der Branche befragt. Nach drei Wellen liegen über 525 Fälle vor, was auch Reichweitenaussagen zu Fachmedien ermöglicht. Sobald eine weitere Welle erhoben ist, werden die ältesten Daten entfernt und die neuesten Daten angefügt. Durch dieses rollierende Stichprobensystem ist gewährleistet, dass die Studie zu jeder Zeit die aktuelle Mediennutzung und das Informationsverhalten der in der Grundgesamtheit genannten Zielgruppe abbildet.

Auch die Redaktion bekommt ein Befragungs-Volumen und ist damit in der Lage, die Stimmung in der Branche zu erfragen. Die hier ausgewertete fünfte Befragungswelle umfasst 177 Fallzahlen. Die Feldzeit war vom 13. Mai bis zum 30. Juni 2015.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Microsite des Gentner Verlags für die Studie www.fmafachentscheider.de oder direkt bei Sandra Bayer, Projektleiterin f.ma Fachentscheider Gebäudetechnik SHK, Telefon (07 11) 8 36 72-8 65, sandra.bayer@gentner.de