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So wird eine Wannentür nachgerüstet

Der demografische Wandel sowie der Wunsch nach möglichst langer selbstständiger Nutzung der eigenen Wohnung führen zu veränderten Anforderungen an die Badgestaltung. Insbesondere die klassische Badewanne stellt für viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein zunehmendes Risiko dar. Hohe Wannenränder erschweren den Einstieg und erhöhen die Sturzgefahr erheblich. Gleichzeitig besteht häufig der Wunsch, die Funktion der Badewanne zu erhalten und sie nicht vollständig durch eine Dusche zu ersetzen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Konzepte zur barrierereduzierten Anpassung bestehender Badelemente an Bedeutung.

Ein solches Konzept wurde im Umfeld der SHK-Verbundgruppe „Interdomus Haustechnik“ entwickelt und in den Markt getragen. Im Mittelpunkt steht die nachträgliche Umrüstung vorhandener Badewannen durch den Einbau einer Tür oder eines abgesenkten Einstiegs. Ziel ist es, die bestehende Wanne weiterhin nutzbar zu halten und gleichzeitig den Zugang deutlich zu erleichtern. Die Lösung richtet sich insbesondere an Bestandsbäder, in denen ein vollständiger Umbau aus wirtschaftlichen oder baulichen Gründen nicht gewünscht ist. Im Rahmen des „­proBad Wannentür“ genannten Konzepts kommt ein standardisierter Einbauprozess zum Einsatz, der auf geschulte Abläufe und systemgebundene Materialien ausgerichtet ist. Die Ausführung erfolgt auf Basis eines abgestimmten Gesamtsystems, das den Partnerbetrieben im Zuge von Schulungen vermittelt wird.

Das technische Prinzip basiert auf der gezielten Öffnung der bestehenden Wannenstruktur.

Das technische Prinzip basiert auf der gezielten Öffnung der bestehenden Wannenstruktur. In einem definierten Bereich der Wannenseitenwand wird ein Ausschnitt erstellt, in den ein passgenaues Türelement eingesetzt wird. Dieses Element besteht in der Regel aus mehrschichtigen, wasserbeständigen Materialien und verfügt über ein umlaufendes Dichtungssystem. Die Verriegelung erfolgt mechanisch, sodass im geschlossenen Zustand eine dauerhaft dichte Verbindung gewährleistet ist.

Der Umbau erfolgt in mehreren klar definierten Arbeitsschritten. Zunächst wird die vorhandene Wanne hinsichtlich Material, Einbausituation und statischer Eignung geprüft. Anschließend erfolgt die exakte Vermessung und Festlegung der Einbauposition. Im nächsten Schritt wird der Wandausschnitt mit Spezialwerkzeugen hergestellt. Die Schnittkanten werden geglättet und für die Aufnahme des Türelements vorbereitet. Danach wird das vorgefertigte Türmodul eingesetzt, verklebt und mechanisch fixiert. Abschließend erfolgt die Abdichtung der Anschlussbereiche sowie eine Funktions- und Dichtigkeitsprüfung. Je nach System kann der gesamte Umbau innerhalb eines Arbeitstages durchgeführt werden, ohne dass angrenzende Fliesenflächen wesentlich beschädigt werden.

Ergänzend können weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit integriert werden, etwa rutschhemmende Beschichtungen, Haltegriffe oder Sitzsysteme. Dadurch lässt sich die Nutzung der Badewanne individuell an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen. Für entsprechende Umbaumaßnahmen bestehen verschiedene Fördermöglichkeiten. Im Vordergrund stehen Zuschüsse der Pflegekassen für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Bereits ab Pflegegrad 1 können Zuschüsse von bis zu 4180 Euro gewährt werden, sofern der Umbau die Selbstständigkeit verbessert oder die häusliche Pflege erleichtert. Voraussetzung ist in der Regel die Antragstellung vor Beginn der Arbeiten. Außerdem kommen beim Badumbau Förderkredite der KfW für barrierereduzierende Maßnahmen in Betracht, wobei das Zuschussprogramm meist recht schnell ausgeschöpft ist.