SBZ Ausgabe: 06-2012
BWP setzt auf Qualitätssicherung

„Installateure sind für uns die Schlüsselfiguren“

Von der Planung und der Ausführung durch das Fachhandwerk hängt das Renommee der gesamten Branche ab. Deshalb bietet der BWP hier vielfältige Unterstützungen an.

SBZ: Herr Stawiarski, warum konzentriert sich das Engagement des BWP so stark auf die Planungs- und Handwerkerleistung?

Stawiarski: Fachinstallateure sind für uns die Schlüsselfiguren. Zum einen hängt das Renommee der gesamten Branche davon ab, ob Wärmepumpen fachgerecht und qualitativ hochwertig geplant und installiert werden. Deshalb sind Ausbildung und Qualitätssicherung für uns zentrale Themen. Zum anderen sind Handwerker für uns die wichtigsten Botschafter, wenn es darum geht, mehr Menschen von Wärmepumpen zu überzeugen. Denn sie sind vor Ort und sehen, wo eine Beratung über eine neue Heizung sinnvoll ist. Um die Installateure bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, stellen wir ihnen im Rahmen unserer Kampagne „Zeichen setzen – Wärme pumpen!“ auch in diesem Jahr wieder ein durchdachtes Paket an Informations- und Hilfsmitteln zur Verfügung.

SBZ: Inwieweit lohnt sich die Teilnahme an der Kampagne für SHK-Handwerker?

Stawiarski: Der Wärmepumpenmarkt ist ein Boom-Markt. So wird bereits heute jedes vierte Haus mit einer Wärmepumpe gebaut. Auf qualifizierte Fachbetriebe wartet hier dauerhaft ein lukratives Marktsegment mit interessanten Margen. Wärmepumpen werden mit Sicherheit auch in zwanzig Jahren noch stark nachgefragt sein. Ob das bei fossilen Heizsystemen noch der Fall sein wird, kann ich nicht sagen.

SBZ: Gilt das Ihrer Meinung nach auch für den Altbau-Sektor?

Stawiarski: Auch und gerade die zahlreichen Besitzer von Althäusern stellen ein hochinteressantes Kundensegment dar: Es gibt in Deutschland 18 Millionen Heizungen. Davon sind nur 13 % auf dem aktuel­len Stand der Technik. Das ist etwa so, als hätten 87 % aller Autobesitzer Autos auf dem technischen Stand von 1975. Aber auch wenn es für Heizungen leider keinen TÜV gibt, das Thema Heizungsmodernisierung ist hochaktuell – für Hausbesitzer ebenso wie für das planende und ausführende Handwerk.

SBZ: Braucht ein Handwerksbetrieb denn gleich einen Lobbyverband, um sich dieses Kundenpotenzial zu erschließen?

Stawiarski: Natürlich profitiert das Handwerk von unserer politischen Arbeit. Auch in einem Boom-Markt hängt die weitere Entwicklung der Nachfrage stark von den politischen Rahmenbedingungen ab. In unserer Branchenstudie 2011 haben wir die weitere Entwicklung des Wärmepumpen-Absatzes in zwei Szenarien untersucht: Einmal gehen wir davon aus, dass geeignete politische Maßnahmen den Sanierungsstau auflösen. Unter diesen Voraussetzungen werden in Deutschland 2030 etwa 300000 Wärmepumpen verbaut. Der Jahresabsatz hat sich dann mehr als verfünffacht. Bleibt der Wärmemarkt hingegen weiterhin das politische Stiefkind, so wird sich der Wärmepumpenabsatz bis 2030 lediglich auf jährlich 115000 Anlagen verdoppeln.

SBZ: Herr Stawiarski, vielen Dank für das interessante Gespräch.

  • Karl-Heinz Stawiarski ist Geschäfts­führer vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V., 10117 Berlin, Telefon (0 30) 2 08 79 97 11, stawiarski@waermepumpe.de

Literatur

  1. Teil: Marketing für die Wärmepumpe
  2. Teil: „Installateure sind für uns die Schlüsselfiguren“
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