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Vollintegriertes Dusch-WC

Asien-Schwarzwald-Connection

Nach einem ruhigen Nachtflug erreichten wir die 22-Millionen-Metropole am Huangpu-Fluss. Ab ins Hotel, schnell duschen und umziehen und zur feierlichen Produktpremiere im Sigma-Filmclub. Schließlich soll das Produkt ein Star werden. Dabei ist „SensoWash i“ (siehe Produktkasten) für Duravit weit mehr als nur ein neues Produkt, erklärte uns Duravit-Vorstandsvorsitzender Frank Richter: „Erstmals wurde durch das Hornberger Unternehmen mit dem Dusch-WC nicht ein Produkt für den deutschen, sondern für den asiatischen Markt entwickelt. Wir wollen unsere Marke und unser gutes Image nach Asien transferieren.“ Dabei legt Richter Wert auf die Feststellung, dass Duravit nicht nach Shanghai gegangen ist, um ­etwa billig produzieren zu können, sondern in der Mutterregion des Dusch-WC Know-how zu tanken und die besten Ingenieure und Entwickler für das Schwarzwälder Unternehmen zu gewinnen. „Mit der Markteinführung von SensoWash i in China setzen wir unseren Ansatz fort, nachdem vor drei Jahren unsere SensoWash- WC-Sitze ebenfalls dort erstmals vorgestellt wurden. Der Bedarf und die Erwartungen an leistungsstarke und integrierte WCs sowohl im Projektgeschäft als auch im Handel sind hier am höchsten. Zudem befindet sich auch unser Technologie- und Montagewerk, in dem ein erheblicher Anteil der Entwicklungsarbeit sowie die Endmontage erfolgt, in Shanghai.“

Shanghai als Chinazentrale

Asien und insbesondere China zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten weltweit. Den Knotenpunkt für alle lokalen Marketing- und Vertriebsaktivitäten von Duravit in China bildet das Vertriebsbüro in Shanghai. Es liegt direkt am Huangpu-Fluss und wurde von Norman Foster erbaut. Die dortige Ausstellung ist eine wichtige Anlaufstelle für Händler und alle am Projektgeschäft beteiligten Personen: Hier treffen Investoren, Projektentwickler, Architekten und Planer nicht nur auf die Duravit-Produktpalette, sondern auch auf detaillierte Beratung und westliche Konzepte für anspruchsvolles Bad-Design.

Um das Potenzial insbesondere in den Geschäftsbereichen SensoWash sowie Wannen und Wellness auszuschöpfen, passte Duravit die bestehenden Strukturen an die vorhandene Wachstumsdynamik an: Im Jahr 2012 gründete das Unternehmen „Duravit Sanitaryware Technology Co. Ltd.“ (DST), ein neues Engineering- und Montagewerk in Shanghai, das wir am zweiten Tag unserer Reise besichtigten. Auf einer Fläche von 4700 m² sind rund 50 Mitarbeiter in den Bereichen Forschung, Montage, Qualitätsmanagement und Training sowie Kundendienst tätig. Neben spültechnischen Tests führen die Spezialisten vor Ort Belastungsproben sowie Materialprüfungen durch und stellen auch hier die hohen Qualitätsstandards des Unternehmens sicher. Damit profitiert Duravit von einem großen Know-how im eigenen Hause, das kontinuierlich maximale Qualität und Leistungen sichert. Das Technologie-Zentrum ist nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und OSHAS 18001 (Arbeitsschutzmanagement) zertifiziert. Das Produktionswerk im 1500 km entfernt liegenden Chongqing trägt zudem das Zertifikat ISO 50001 (Energiemanagement).

In der technologischen Heimat des Dusch-WCs produzieren

Als Standort bietet Shanghai viele Vorteile: Zum einen gilt Asien als technologische Heimat des Dusch-WCs. Bereits seit den frühen 1980er-Jahren werden Dusch-WCs hier entwickelt und erfolgreich vermarktet; entsprechend qualifiziert sind die lokalen Mitarbeiter und Zulieferer. Zum anderen zählt die Region um das Jangtse-Delta zu den bedeutendsten Industrie-Standorten Chinas. Sie bietet großes Entwicklungspotenzial und verfügt über gut vernetzte Transportwege, die den reibungslosen Export in wichtige Absatzmärkte wie Europa oder die USA gewährleisten.

Bereits 2003 gründete das Hornberger Unternehmen „Duravit China Sanitaryware Co. Ltd.“ und erweiterte damit seine Aktivi­täten im asiatischen Raum. Das Werk mit Sitz in Chongqing verfügt über eine Produktions­kapazität von bis zu 500000 keramischen Teilen pro Jahr. Rund 600 Mitarbeiter arbeiten dort hauptsächlich für den chinesischen und südostasiatischen Markt.

Mittels eines global aufgestellten Qualitätsmanagements trägt Duravit dafür Sorge, dass Produkt- und Prozessqualität den über den gesetzlichen Normen liegenden Standards des Unternehmens entsprechen. Davon konnte sich die SBZ in Shanghai überzeugen, bevor es wieder ins Flugzeug nach Frankfurt ging. Für die konkrete Umsetzung sind vor Ort Fachleute verantwortlich, die in permanentem Austausch mit der Unternehmenszentrale in Hornberg stehen. Basierend auf der starken Nachfrage beginnt ­Duravit mit der Markteinführung des neuen Top-Produkts SensoWash i, zunächst im asiatischen Markt, weitere Regionen sollen schrittweise folgen. Denn auch in Europa und insbesondere in Deutschland steigt die Nachfrage für derart interessante Produkte, die immer mehr zu einer interessanten Erlösquelle für engagierte Installateure werden. DS

SensoWash i

Ikonisch, intuitiv und intelligent

Unter diesem Slogan präsentierte Duravit mit „SensoWash i“ sein erstes Dusch-WC aus einem Guss, designed by Philippe Starck. Damit erweitert das Unternehmen das SensoWash-Portfolio um eine High-End-Variante, die sich sowohl in die Architektur moderner Badserien eingliedert als auch solitär seinen Platz im Bad ausfüllt. Vor und nach jeder Benutzung reinigt sich der Duschstab selbsttätig. Vorbeugend verfügt der Stab aus Edelstahl über antimikrobielle Eigenschaften und lässt sich zur Reinigung mit einem Handgriff abnehmen.

Neben der Auswahl von individuellen Wasch- und Temperatureinstellungen wartet SensoWash i mit weiteren Funktionen auf, wie unter anderem Geruchsabsaugung, LED-Nachtlicht oder automatisches Öffnen und Schließen des Deckels. Zudem verfügt SensoWash i über einen Energiesparmodus, der dafür sorgt, dass die Sitzheizung nur in Benutzungsphasen aktiv ist. Im Stand-by-Modus verbraucht das Dusch-WC weniger als ein Watt. Umweltbewusst ist auch das Spülsystem dank dessen SensoWash i mit bereits ab 3,0 Litern spült.

Mit der von SensoWasch bereits bekannten Fernbedienung werden die Funktionen gesteuert. Eindeutige Symbole sorgen für intuitive und einfache Handhabung und ermöglichen so ganz individuelle Einstellungen für die Reinigung mit Wasser. Hat man die angenehmste Wassertemperatur und die passende Position der Düsen gefunden, können diese Einstellungen als persönliche Präferenz gespeichert und beim nächsten Mal abgerufen werden. Hier die Funktionen im Überblick:

Automatisches Öffnen und Schließen des Sitzes, regulierbare Sitztemperatur, abnehmbarer Deckel, austauschbarer Sitz, selbsttätige Vor- und Nachreinigung des Duschstabs, abnehmbare Düse zur Reinigung, Vorspülfunktion und automatische Spülung des WC-Innenbeckens, integrierte wassersparende Absaugspülung, unabhängig vom Wasserdruck, Gesäßdusche, Ladydusche, oszillierende und pulsierende Komfortdusche, justierbare Duschstab-Position, regulierbare Wassertemperatur, regulierbare Duschintensität, regulierbare Föhntemperatur, programmierbare Benutzerprofile, LED-Nachtlicht, intuitive Fernbedienung, Energiesparmodus, integrierte Geruchs-Absaugung und -filter.

INFO

Produkttests und Qualitätskontrolle

In umfangreichen Prüfszenarien testet Duravit Material und die Funktionen der Produkte.

Spültests bei WC und Dusch-WC: Bei Spültest kann man zwischen Ausspültests und Flächenspültests unterscheiden. Die essenzielle Frage ist in beiden Fällen identisch: Wie viel Wasser wird benötigt, um sauber und hygienisch einwandfrei zu spülen? Dies testet Duravit mit unterschiedlichen Substanzen, die in die WC-Keramik eingefüllt und ausgespült werden. Dabei kommen genormte Spülkörper, Granulat oder Kugeln als Nachbildungen menschlichen Stuhls zum Einsatz.

Auch das Ausspülen von einlagigem Toilettenpapier gehört zum Test. Dieses saugt sich weniger mit Wasser voll als mehrlagiges Papier und stellt daher beim Ausspülen die größere Herausforderung dar. Noch kritischer ist ein ähnlicher Test mit kleinen Schwämmen, die an der Wasseroberfläche schwimmen. Ob ein Spülvorgang hygienisch die gesamte Fläche bespült, prüft man mit dem sogenannten Ink-Test. Hierbei wird das Keramikinnenbecken flächig mit Tinte benetzt und ausgespült. Darüber hinaus untersuchen die Techniker, insbesondere bei Absauge-WCs, wie effektiv die angeschlossenen Leitungen durchspült werden, also welche Distanz die Prüfkörper in einer waagerechen Rohrleitung nach dem Spülen zurückgelegen. Dies ist wichtig, um Verstopfungen und Kosten einer Rohrreinigung zu vermeiden.

Nachlaufwassertest: Auf welches Niveau sich die Spülmenge reduzieren lässt, zeigt der Nachlaufwassertest. Hierbei werden vier genormte Prüfkörper in die Keramik gegeben, ausgespült und wieder aufgefangen. Eine Lichtschranke stellt fest, wann der letzte Prüfkörper den Abfluss passiert hat. Danach wird das Restlaufwasser gemessen. Diese Wassermenge ist entscheidend für die hygienische Reinigung eines WC-Innenbeckens.

Spritztest: Um sicherzustellen, dass beim Spülvorgang kein Wasser aus der Keramik überspritzt, wird eine große Schablone von außen an die Keramik angelegt. Dann wird gespült und die Platte auf Wasserspritzer kontrolliert.

Geräuschtest: In einem speziell akustisch isolierten Raum, wie man ihn aus Tonstudios kennt, werden die Dezibel gemessen, die ein Spülvorgang verursacht sowie die Lautstärke der Aggregate und Nebenaggregate. Dabei soll die Toilettenspülung die Lautstärke eines normalen Gespräches nicht übersteigen.

Dauerbelastungstests: Die Soft-Close-Technik der WC-Sitze wird wie folgt getestet: In einem ständigen Kreislauf wird der WC-Deckel bis zu 60° angehoben und frei fallen gelassen. Nach insgesamt 30000 Durchläufen muss immer noch ein langsames Schließen von mehr als drei Sekunden gewährleistet sein. Bei einem identischen Aufbau, allerdings mit aktivem Zudrücken des Deckels, muss die Soft-Close-Technik nach 10000 Durchläufen immer noch einwandfrei funktionieren.

Spezialtests: Die SensoWash-WC überprüft man unter festgelegten Bedingungen, wie beispielsweise einem Wasserdruck von 10 bar und einer Wassertemperatur aus der Leitung von 20°C, jeweils die Temperatur des Duschwassers sowie die eingesetzte Wassermenge. Ebenso unterliegen die Föntemperatur, das Luftvolumen sowie die Temperatur des beheizbaren Sitzes Langzeittests mit bis zu 50000 Durchgängen. Auch die Fernbedienung von SensoWash setzt Duravit dem Härtetest aus. Das Material muss seine Beständigkeit gegenüber Wasser, Chemikalien und starkem Druck auf die Bedienfelder unter Beweis stellen. Die metallischen Teile des Dusch-WCs unterzieht Duravit einem Test, bei dem sie 96 Stunden mit Salz besprüht werden. Danach darf keine Beschädigung von mehr als 0,1 % erkennbar sein.