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Wann erfahren Sie, dass Ihre Bestellung unvollständig ist?

„Wenn es schon nicht für einen reitenden Boten reicht, dann doch wenigstens für eine E-Mail.“

Wie oft haben Sie diese ärgerliche Situation in den vergangenen Wochen erlebt? Sie geben eine umfangreiche Bestellung auf, Großhändler und/oder Hersteller bestätigen Eingang und Preise und nennen ein Lieferdatum – in das die aktuell schwierige Beschaffungslage bestenfalls mit Puffer schon einkalkuliert ist. Sie planen also den weiteren Projektablauf und warten ab. Zum angegebenen Datum erhalten Sie einige Wochen später tatsächlich auch die avisierte Lieferung, aber: unvollständig. Ein Regelungsventil fehlt, ein Anschlussset oder ein Möbel. Sie würden gerne mit der Montage loslegen, von Ihrer Seite aus ist alles mit dem Kunden terminiert und vorbereitet, Sie können aber nicht starten. Weil wichtige Komponenten fehlen. Und das absolut Ärgerliche daran: Niemand hat Ihnen während der ganzen (Warte-)Zeit durchgemeldet, dass dieser oder jener Posten der Bestellung bis zum Lieferdatum nicht verfügbar ist. Kein Anruf, keine E-Mail, noch nicht mal ein Pieps. Wie kann das sein? Warum lassen Großhändler und Hersteller das Handwerk als vermeintlich letzte Stufe im Absatzmarkt so im Regen stehen?

Noch mal ausgeschrieben, um deutlicher zu werden: Dass es aktuell schwierig ist, die Lieferfähigkeit zu gewährleisten, ist offensichtlich. Es herrscht ein Mangel an diversen Werkstoffen und Bauteilen. So gut wie jeder bringt Verständnis auf für die weltpolitische Lage, für coronagebeutelte globale Lieferketten, für Containerschiff-Staus in Fernost. Da müssen alle durch. Aber dass auch die Kommunikationswege „verstopft“ sind, das kann ich nur schwer begreifen. Vielleicht bin ich auch schwer von Begriff, dennoch muss es doch möglich sein, Handwerksbetriebe deutlich früher auf nicht vorhandene oder nicht rechtzeitig eintreffende Bestellpositionen hinzuweisen. Wenn es schon nicht für einen reitenden Boten reicht, dann doch wenigstens für eine E-Mail (kostet auch weniger, so ein Pferd frisst ja ordentlich was weg). Ich nehme stark an, dass eine zusätzliche Benachrichtigung in den Bestellprozess des 21. Jahrhunderts eingebunden werden kann – auch auf SHK-Geschäftsebene. Denn wer als Privatperson in den vergangenen Jahren mal online bestellt hat, der wurde ja fast schon minütlich über den Zustand und Fortschritt seiner Bestellung auf dem Laufenden gehalten. Das vereinfacht die Situation zwar nicht sonderlich – was fehlt, fehlt –, aber es vermeidet böse Überraschungen am Liefertag und hilft Handwerksbetrieben, tagesaktuell besser zu planen. Das sollte den Verantwortlichen in Industrie und Handel doch eine Überlegung wert sein, oder?

Ich wünsche Ihnen weiterhin Nerven aus Stahl in diesen Tagen, Ihr

Dennis Jäger
SBZ-Chefredakteur