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Den Nachwuchs fördern

Jede Lehrstelle ein Stück Zukunft

Die SHK-Branche ist eine Zukunftsbranche. Die Aussichten, als Unternehmer, Meister, Techniker, Geselle oder Angestellter im SHK-Handwerk beruflich erfolgreich zu sein, sind gut – im Gegensatz zu manch anderen traditionellen Handwerksberufen. Getrübt wird dieser positive Ausblick allein durch die wachsende Gefahr einer unzureichenden Nachwuchssicherung. Denn wie in allen Wirtschaftszweigen gilt auch im SHK-Handwerk: Ausbildung sichert die eigene Zukunft.

Die Perspektiven können kaum günstiger sein als im SHK-Handwerk. Jeder Eckringbetrieb weiß: Vom aktiven Umweltschutz über das Know-how zu mehr Energieeffizienz bis hin zur Realisierung von Wellness in den eigenen vier Wänden gibt es genügend Geschäftsfelder, die sich als überdurchschnittlich krisenfest erwiesen haben. Doch dieses Handwerk schlittert auf einen Fachkräftemangel zu. Selbst die besten Zukunftsaussichten begeistern junge Menschen nicht ­automatisch für die Energie- und Gebäudetechnik.

Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die 2009er Statistik weist aus, dass das Handwerk im Allgemeinen einen Rückgang von rund 7,5 % bei den Neuverträgen hinnehmen musste. Auch die SHK-Handwerke sind diesen Abwärtstrend mitgegangen, der aber von der Berufsorganisation noch nicht als bedrohlich angesehen wird: Ein Minus von 6,4 % gab es beim Anlagenmechaniker SHK. ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Elmar Esser: „Die Erfahrungen mit dem Krisenjahr 2009 haben gezeigt, dass sich die Betriebe trotz schwieriger Geschäftsaussichten erfolgreich im Markt behaupten konnten und voraus- schauende Personalpolitik betreiben, indem sie ihr Engagement in der Ausbildung weitgehend aufrecht erhalten haben.“

Zum jetzt gestarteten neuen Lehrjahr sowie über den Ausbildungsstand am Jahresende 2010 wird es gesicherte Zahlen erst im kommenden Frühjahr geben.

Viele Handwerksunternehmer müssen umdenken

Laut Prognose der Kultusministerkonferenz sind es in diesem Jahr rund 25000 Jugendliche weniger (–3 %), die im Vergleich zu 2009 die Schulen verlassen haben. Bei den Haupt- und Realschülern (den Hauptnachfragern nach Ausbildungsplätzen) beträgt der Rückgang sogar 4 %. Insgesamt summiert sich die Gesamtzahl zwar noch auf über 700000 ehemalige Schüler bundesweit, doch müssen viele Handwerksunternehmer umdenken.

Hatte man bisher günstigenfalls noch die Wahl zwischen mehreren Kandidaten für eine Lehrstelle, wird man sich in Zukunft um einen Auszubildenden bemühen müssen.

Schon im letzten Jahr zeigte sich, dass nicht nur die Zahl der Schulabgänger sank, sondern dass unter den Jugendlichen auch das Interesse an einer Lehrstelle deutlich zurückging.

Die Folgen liegen auf der Hand. „In Zukunft ist ein Fachkräftemangel zu erwarten, der seit Langem vorprogrammiert ist und sich bereits jetzt auszuwirken beginnt“, beschreibt ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Elmar Esser die Situation, die vor allem in einigen Regionen der neuen Bundesländer offensichtlich wird.

Initiative gegen ­Fachkräftemangel

Die SHK-Berufsorganisation stemmt sich gegen diesen Abwärtstrend. Die bundesweite Image-Kampagne des Handwerks hat in diesem Jahr ein gutes Beispiel dafür gegeben, dass ein selbstbewusst auftretender Wirtschaftszweig allgemein wohlwollend zur Kenntnis genommen wird. Ein Motto lautet: „Am Anfang waren Himmel und Erde – den Rest haben wir gemacht.“ Doch im Mittelpunkt dieser auf fünf Jahre angelegten ZDH-Werbung steht der unentbehrliche Handwerker – der nicht erst ausgebildet werden muss.

Der ZVSHK will hier draufsatteln: Unter ­Jugendlichen soll publik werden, welche Chancen sich durch einen Ausbildungsplatz in einem der SHK-Handwerke eröffnen. Details zu einer bundesweiten Werbe-Kampagne werden momentan ausgearbeitet. Schon auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr gab es ein eindeutiges Votum der SHK-­Verbandsorganisation, möglichst bald diese ­Initiative zu ergreifen.

Ausbildungsbetriebe fördern schwache Lehrlinge

Es geht nicht nur darum, dass es ganz allgemein weniger Schulabgänger gibt. Hinzu kommt, dass bei denjenigen, die den Abschluss geschafft haben, das Leistungsniveau häufig zu wünschen übrig lässt. Diese Erfahrung haben viele Handwerksunternehmer in den letzten Jahren machen müssen.

Mehr Engagement ist gefragt – auf beiden Seiten. Statt über das mangelhafte Leistungsvermögen von Schulabgängern zu klagen, greifen die Unternehmen zur Selbsthilfe. Nach einer Umfrage des Deutschen Indus­trie- und Handelskammertages organisiert bereits die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe Nachhilfe für einen Teil ihrer Auszubildenden. Lernen lernen ist dabei eine der wesentlichsten Zielsetzungen. Aber es geht auch um Motivation, Disziplin oder Teamfähigkeit.

Die Schwierigkeit beginnt oft schon einen Schritt vorher: Für viele Betriebe erweist es sich als mühsam, überhaupt einen neuen Lehrling zu bekommen. Nicht selten springen die, die bereits zugesagt hatten, kurzfristig ab, weil sie eine Zusage an anderer Stelle bekommen haben.

Der Blick nach vorne ist gefragt: Handwerksunternehmer, die im vierten Quartal 2010 noch eine Lehrstelle zur Verfügung haben, sollten kurz entschlossen diesen freien Platz publik machen bzw. die Agentur für Arbeit in Kenntnis setzen. Nachmeldungen für das neue Ausbildungsjahr lassen sich bis Ende Dezember 2010 bei den Berufsschulen und Kammern einreichen.

CD mit Testfragen für ­Lehrstellenbewerber

Der ZVSHK hat für Mitgliedsbetriebe der SHK-Organisation einen Eignungstest für Lehrstellenbewerber zusammengestellt, der Aufschluss über die Leistungen des Bewerbers in einzelnen Bereichen gibt. Die Lösungen der Aufgaben sind weitgehend nach dem Multiple-Choice-Verfahren aufgebaut. Dadurch ist die Auswertung schnell und einfach möglich und lässt eine qualitative Bewertung des Leistungsstandes des Bewerbers in der jeweiligen Disziplin zu. Auch der direkte Vergleich zwischen mehreren Bewerbern ist möglich und erleichtert dadurch die Entscheidung bei der Lehrlingsauswahl. Die CD ist über das Referat Berufsbildung im ZVSHK (Telefax (0 22 41) 2 11 31) zu bekommen.

Umschüler bieten oftmals ­Vorsprung

„Was vielen Handwerksunternehmern nicht präsent ist – ein Ausbildungsplatz kann auch einem Umschüler angeboten werden“, unterstreicht Friedrich-Wilhelm Göbel, Referent für Berufsbildung im ZVSHK. Statt beispielsweise das Ausbildungsangebot mangels Nachfrage unbesetzt zu lassen, sollte man diese Alternative als Chance sehen, die sogar Vorteile haben kann. „Ein solcher Kandidat hat in der Regel bereits einen Beruf erlernt und ist mit vielen betrieblichen Abläufen vertraut – teils auch mit den Besonderheiten des Handwerks“, weiß Göbel aus Erfahrung und führt ein weiteres Argument an, das für den „reiferen Jahrgang“ spricht: „Die Motivation von Umschülern ist meist groß, weil sie sich der Chance bewusst sind, die in einem beruflichen Neuanfang steckt.“ Eine Umschulung dauert in der Regel lediglich zwei Jahre und wird in den meisten Fällen über die Arbeitsagenturen finanziert.

Ausbildungspakt hat sich bewährt

Bereits 2004 wurde der „Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs“ zwischen der Bundesregierung und der Wirtschaft geschlossen. Damals war das Gerangel um einen Ausbildungsplatz besonders groß und die Appelle aus dieser Vereinbarung bewirkten, dass Jahr um Jahr weitere erschließbare Ausbildungs-Chancen mobilisiert wurden. 2007 wurde der Pakt, der auch in den Bundesländern durch viele Maßnahmen unterstützt wird, um weitere drei Jahre verlängert.

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des nationalen Ausbildungspaktes spielt das Thema Ausbildungsreife. In einem bereits 2006 ausgearbeiteten Kriterienkatalog wird deutlich, welche Anforderungen an künftige Auszubildende gestellt werden. Das Ziel: Eine Berufsorientierung an allen allgemein bildenden Schulen zu verankern und umzusetzen.

Auch über 2010 hinaus soll der Ausbildungspakt weiter entwickelt werden. Im Fokus steht, die Ausbildungsreife bei zunehmendem Bewerbermangel zu fördern.

Initiative Abschluss und ­Anschluss

Als zunehmend wichtig gilt es, die Potenziale und Risiken bei Jugendlichen in der Schule zu erkennen sowie eine praxisorientierte frühzeitige Berufsorientierung bundesweit auszubauen. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit dem Deutschen Handwerkskammertag die Initiative „Abschluss und Anschluss“ ins Leben gerufen.

Unter Mitarbeitern von Bildungsträgern bis hin zu Lehrlingswarten werden Interessenten gesucht, die sich zu sogenannten Einstiegsbegleitern weiterbilden lassen wollen. Bis zum Dezember sollen es bereits 500 Personen sein. Bundesweit geht es um etwa 1000 Schulen. Interessenten erfahren mehr über die Ausschreibung von Berufseinstiegsbegleitern im Rahmen der BMBF-Initiative Bildungsketten beim Deutschen Handwerkskammertag. TD

INFO

Noch freie Lehrstellen

Das Handwerk insgesamt meldete zum 31. August 2010 bundesweit 114345 neue Ausbildungsverträge. Das sind 3,5 % mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. In Westdeutschland konnten 4,4 % mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, in Ostdeutschland ist die Zahl dagegen um 1,7 % gesunken. Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „In den neuen Bundesländern bekommen die Betriebe den Rückgang der Schulabgänger deutlich zu spüren.“ Anfang September vermeldeten die Kammern dort noch mehr als 3500 offene betriebliche Ausbildungsplätze. Bundesweit konnten bis zu diesem Zeitpunkt fast 10000 Stellen nicht besetzt werden.

INFO

Interesse wecken

Trotz zurückgehender Schülerzahlen gilt es, möglichst viele qualifizierte Jugendliche für die SHK-Handwerke zu begeistern. In der Nachwuchswerbung besteht das Leistungsangebot der SHK-Verbandsorganisation aus:

Flyer zu den einzelnen Berufs­bildern

Stellwand für Prospekte und weitere Infos

Web-Auftritt http://www.deineAusbildung.de

DVD-Film zum Anlagenmechaniker SHK (steht auch unter http://www.deineAusbildung.de zum Download)

Powerpoint-Präsentation für die Lehrlingswerbung zum Anlagenmechaniker SHK

CD mit Testfragen-Katalog für die Lehrstellenbewerbung.