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Lust auf 500 digitale Konzepte und Ideen?

Es fehlt einfach die Zeit, allem und allen zu folgen.

Sie sind begehrt. Um es etwas genauer auszudrücken: Alle wollen Ihre Aufmerksamkeit als SHK-Handwerksunternehmer. Das Ringen darum war nie härter als zurzeit, und es wird noch massiver. Denn Hersteller und Großhändler, Verbände und Messeveranstalter werden zunehmend mehr um Sie buhlen. Die Ansprache erfolgt über viele Kanäle, über Broschüren und Kunden­magazine, über Internetseiten, Newsletter und ­Webinare, über Social Media. Es ist ziemlich eindeutig auf Corona zurückzuführen, dass vor allem onlinebasierte Kanäle als Hauptzugang zu Ihnen bevorzugt genutzt wurden und werden.

Gerade im Frühjahr, als in Deutschland alles stillstand, als die ersten Fachmessen abgesagt wurden und Außendienstmitarbeiter sich allenfalls telefonisch meldeten, da blühten die Onlineangebote auf. Kurzerhand wurden Messestände einfach digital abgebildet, Neuheiten per Webkonferenz präsentiert und ganze Foren ins Internet verlagert. Vorläufiger Tiefpunkt der Entwicklung ist die coronabedingte Absage der ISH 2021 als Fachmesse mit physischer Präsenz in Frankfurt. Damit fällt eine gewaltige „Info-Drehscheibe“ fürs kommende Jahr schon mal aus. Auch diese Veranstaltung erhält jetzt ein Online-Abbild (mehr dazu in dieser Ausgabe ab Seite 8). Das ist bedauerlich, aber die Umstände ließen letztlich keine andere Lösung zu.

Ich stelle fest: Es wird zunehmend in digitale Produktpräsentationen investiert (was wir beim Gentner Verlag und bei der SBZ im Übrigen auch tun). Aber die Teilhabe aus dem Handwerk ist meist eher verhalten bzw. rechnet sich kaum, verglichen mit dem Aufwand, der dafür betrieben wird. Denn eines ist klar: Wenn jeder an eigenen Lösungen bastelt und diese „aufs Handwerk loslässt“, dann stehen wir irgendwann bei gefühlt 500 Konzepten, Ideen und Ansprache-Varianten – da können Sie als SHK-Handwerksunternehmer gleich ein halbes Jahr Arbeitszeit für das Konsumieren dieser Informationen verplanen, egal, wie die ihnen jetzt digital zugespielt werden.

Das ist die Kehrseite der jüngsten Entwicklung. Es fehlt einfach die Zeit, allem und allen zu folgen. Und ich habe die Befürchtung, dass gerade die fachlich neutrale Orientierung fürs Fachhandwerk mit dem Wegfall der SHK-Messen einen wichtigen Baustein im Info-Mix verliert. Ganz zu schweigen von den zwischenmenschlichen Interaktionen, die unsere Arbeitswelt im Grunde sympathischer und erlebenswerter machen. Das kann kein Monitor und kein Display glaubwürdig transportieren.

So interessant und aufschlussreich die neuen Onlinekonzepte auch ausfallen mögen, ich hoffe inständig, dass der Wert herkömmlicher Messen auch nach Corona noch anerkannt wird.

Was meinen Sie dazu?

Mit besten Grüßen, Ihr
Dennis Jäger
SBZ-Chefredakteur

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