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Eine schwierige Entscheidung

Jäger: Das musst du dir mal vor Augen halten: Dieses Jahr hat noch keine große SHK-Regionalfachmesse stattgefunden. Egal ob Essen, Nürnberg oder Hamburg, die permanente Ausnahmesituation um das Coronavirus herum erstickte die Bemühungen der Veranstalter. Was mich zur aktuell branchenpolitisch wichtigsten Frage führt: Wie wird die ISH 2021 in Frankfurt über die Bühne gehen?

Geßler: Also, Kollege, ich denke, der Besuch auf der ISH wird schwierig. Wir alle sollten Großveranstaltungen und Menschenansammlungen aus den bekannten Gründen so weit irgendwie möglich meiden. Weitgehende Sicherheit wird erst ein Impfstoff bringen, der bis dahin wohl nicht flächendeckend verfügbar sein wird, wenn überhaupt.

Jäger: Diese Sichtweise teile ich nicht. Ja, ich sehe natürlich auch, dass das Thema Sicherheit für Aussteller und Besucher oberste Priorität haben sollte. Soweit ich die Bemühungen und Vorhaben der Messe Frankfurt und der an der ISH beteiligten Trägerverbände aber richtig einordne, wird genau dieses Thema sich durch die Veranstaltung ziehen wie ein roter Faden.

Geßler: Gut. Falls man sich entscheidet, doch zur ISH zu fahren, ist da noch der Messeablauf selbst. Angeblich soll es auf dem Gelände sicherer sein als auf dem Weg dahin. Aber zu welchem Preis? Die Anzahl der Personen auf den Ständen wird ja begrenzt sein. Wird es Schlangen geben? Kann man überhaupt verlässliche Termine machen? Wie viele Hersteller kann man unter diesen Umständen besuchen?

Jäger: Klar ist: Die Messe wird anders aussehen und anders ablaufen als in der Vergangenheit. Aber sie wird dennoch wichtig sein. Gerade nach diesem messearmen Jahr 2020. Denn so eine ISH ist doch mehr als ein Treffen und ein Austausch, sie liefert Vorlagen für Anregungen, aus denen sich Ideen für das eigene Geschäft entwickeln lassen. Es ist doch ureigenste Aufgabe einer Messe, den Anschluss herzustellen zwischen dem, was aktuell ist, und dem, was morgen sein wird.

Geßler: Ich sage dir jetzt mal, was morgen sein wird: Es ist absolut nicht absehbar, wie die Infektions­rate im nächsten Frühjahr aussehen könnte. Schon zum Ende des Sommers sind die Zahlen gestiegen. Es ist für SHK-Betriebe riskant, mit mehreren Mitarbeitern als Gruppe anzureisen. Falls sich nur eine Person infiziert, muss unter Umständen die ganze Belegschaft in Quarantäne. Das ist aus der wirtschaftlichen Perspektive kaum zu verantworten.

Jäger: Ich rechne damit, dass deshalb jeweils nur wenige Vertreter eines Betriebs, im Zweifelsfall nur Entscheider, zur ISH kommen. Das wäre aber nur die Fortführung einer Entwicklung, die schon vor etlichen Jahren eingesetzt hat. Es gilt: Es muss sich gut anfühlen, die Messe zu besuchen bzw. als Aussteller daran teilzunehmen. Das war ja schon vor Corona so. Wie alle Beteiligten daran arbeiten, das zeigen wir in dieser SBZ auf den ISH-Sonderseiten ab Seite 12.

Bild: SBZ

Tim Geßler
SBZ-Redakteur

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