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03.03.2009 - SBZ Ausgabe 05-2009

Anfasen, stecken, dicht

Abb. 1

Bahnbrechend Neues darf man auf der ISH 2009 im Bereich der Roh­r­leitungs-Installationssysteme für Sanitär und Heizung nicht erwarten. Eher stehen Pflege und Erweiterung des Produktsortiments im Vordergrund. Mindestens vier Hersteller wollen in Frankfurt jedoch ihre neuen Steckverbindungssysteme dem Fachpublikum präsentieren. Mehr zu diesen Neuheiten und alles rund um das Thema Steckfitting erfahren Sie in unserer Marktübersicht.

Inhaltsübersicht

Löten, Pressen, Kleben, Schweißen, Klemmen und Verschrauben – die Vielzahl der Verbindungsmöglichkeiten lässt mittlerweile jedem Installateur die Wahl zur Qual werden. In den letzten Jahren hat die Fülle von einfachen Montagetechniken zugenommen. Als Beispiele sei hier das Pressen oder das Stecken genannt. Mit knapp 15 % Anteil an den regelmäßig angewandten Verbindungsarten im Rohrleitungsbau für Sanitär- und Heizungsinstallationen könnte man die Steckverbindungstechnik jedoch allein auf Zahlenbasis durchaus als Außenseiter bezeichnen. Das würde der Sache aber nicht gerecht. „Querdenker mit Sinn für innovative Technik und für den geschäftlichen Erfolg“ ist wohl die besser passende Bezeichnung. Und es dürfte schon bald deutlich mehr Querdenker geben, da auf der ISH 2009 vom 10. bis 14. März in Frankfurt Geberit, Fränkische Rohrwerke, IBP und DW Verbundrohr ihre neuen Systeme vorstellen werden. Zusammen mit den anderen Herstellern von Steckfittingen und Steckverbindungssystemen, die mehr oder weniger schon länger aktiv am Markt agieren, wird damit das Angebot für Planer und Installateure immer breiter. Noch unbeeinflusst vom ISH-Geschehen prognostiziert Hans-Arno Kloep von der Querschiesser Unternehmensberatung, Xanten, eine gute Entwicklung für Stecksysteme. In seinem SHK-Branchenreport sieht er in der aktuellen Drei-Monats-Geschäftsprognose Steckfittings deutlich positiver und fast auf dem Niveau der Pressfittings. Die Akzeptanz steigt also kontinuierlich auf immer breiterer Front.

Die Eigenschaften

Schneller, einfacher, wirtschaftlicher und dauerhaft sicher. Mit diesen Argumenten und einer grundsätzlich erwarteten Eigenschaft von Rohrverbindungen buhlen die Hersteller um die Gunst der Planer und Installateure. Tatsache ist: Keines dieser Argumente ist falsch und dies wird von den meisten Installateuren auch so erkannt. Den größten Nutzen soll die Steckverbindungstechnik in der Etagenverteilung – speziell in engen Vorwand- und Schachtsituationen – und im Ein- und Zwei- oder Vierfamilienhaus stiften. Statt einer in Zwangslagen unhandlichen und schweren Pressmaschine benötigt der Installateur für den Verbindungsvorgang nur die Kraft und die Fähigkeit seiner Hände – und für dieses Werkzeug ist immer Platz. Die bis zu 40 % schnellere und einfachere Verarbeitung bei der Trinkwasserinstallation und der Heizungsanbindung ist ein weiteres wichtiges Merkmal. Die einfache Faustformel lautet dabei: Enge Montageverhältnisse und hohe Fittingzahl führen zu einer deutlich schnelleren Verlegung mit maximalem Kostenvorteil. Anders ausgedrückt. Je mehr Bäder verrohrt oder Heizkörper pro Bauvorhaben angeschlossen werden müssen, umso größer ist der Nutzen. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt: Weniger Werkzeugaufwand rechnet sich kurzfristig durch geringere Investitionen und langfristig durch geringere Wartungskosten.

Die Bedenken

Demgegenüber steht immer noch eine gewisse Zahl von Vorurteilen. Allerdings rangieren die Bedenken an die Sicherheit der Verbindungstechnik – „Hält die denn auch wirklich?“ – nicht mehr an erster Stelle. Eine Mehrzahl der Handwerker sieht dagegen im Steckfitting in erster Linie ein für Selbstbauer/Hobbybastler und für die „Nachbarschaftshilfe“ geeignetes Produkt, für dessen Verarbeitung weder besondere handwerkliche Qualifikationen noch besonderes Fachwissen notwendig ist. Aber Hand aufs Herz: Welches Produkt ist denn nicht im Baumarkt zu bekommen? Eine weitere Eintrittsbarriere ist bisher für viele auch der höhere Preis der Steckfittings. Die aktiven Stecker wissen offensichtlich dieses Manko in geschäftlichen Erfolg umzusetzen. Ihre Rechnung: Die höheren Materialkosten werden durch niedrigere Arbeitskosten mehr als kompensiert, sodass unterm Strich eine höhere Wertschöpfung bleibt. Auch die geringeren Investitionen in Werkzeuge machen sich bei genauer Kalkulation positiv bemerkbar.

Markt in Bewegung

Was ändert sich also tatsächlich mit der ISH 2009? Klar ist: Die Akzeptanz von Steckfittings wird weiter zunehmen. Von technisch ausgereiften Lösungen kann ausgegangen werden. Die Entscheidung Pro oder Contra für die einzelnen Systeme wird beim Einsatz unter Baustellenbedingungen fallen. Diesem Wettbewerb werden sich auch die neuen Hersteller stellen müssen. Sind also die Aussichten für die Steckfitting-Fraktion insgesamt gut, die Pressfittings als Standardverbindung abzulösen? Eindeutig: „Jein“. Dafür sind die Steckfittings auch gar nicht entwickelt worden, sondern in erster Linie für den Einsatz in der Etagenanbindung und für kleinere Bauvorhaben. Dort kann er seine universellen Möglichkeiten unter Beweis stellen. Solange größere Dimensionen noch nicht erhältlich sind – Stichwort technische Machbarkeit (Einsteckkräfte) – wird er nur auf die genannten Einsatzgebiete Marktanteile gewinnen können.

Schlussendlich werden sich die Hersteller durchsetzen, die die passenden Systeme für den Steigstrang im Angebot haben. Eben alles aus einer Hand. Was sich aber auf jeden Fall in diesem Jahr ändern sollte: Der Großhandel wird seine Abwehrposition aufgeben müssen. Damit wäre auch das große Hindernis der mangelnden Verfügbarkeit überwunden. Welche Systeme vom Großhandel dann tatsächlich eingelagert werden, entscheidet auch der Installateur mit seinem Nachfrageverhalten.

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