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02.01.2013 - SBZ Ausgabe 1/2-2013

Dezentrale Geräte erleichtern die Sanierung

Diese Gebäude wurden 2011 vom ­Wohnungsunternehmen Eckernförde eG energetisch auf Trab gebracht.

Bei der energetischen Sanierung von Altbauten sind Kanalsysteme oft ein hoher Aufwand oder aus baulichen Gründen nicht möglich. Einen Ausweg bieten dezentrale Systeme. Dieser Beitrag stellt ein Beispiel vor und zeigt auf, was bei der Planung zu berücksichtigen ist.

Bei einem Bauvorhaben des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens Eckernförde eG wurden zwei 8-geschossige Wohnbauten aus den 1970er-Jahren mit insgesamt 64 Wohneinheiten und rund 4750 m2 Wohnfläche energetisch saniert. Die Ausführung erfolgte 2011 im Rahmen des KfW-85-Programms nach dem Stand der EnEV 2009.

Gerade im Sanierungsfall ist eine Lüftung wichtig für Wohnkomfort und Bausubstanz. Ob Sanierung oder Neubau, Gebäude müssen nach der Energiesparverordnung (EnEV) dicht sein, denn die dichte Bauweise ist Grundvoraussetzung für Energieeffizienz. Wird nach der Sanierung nicht ausreichend gelüftet, besteht eine deutlich erhöhte Schimmelgefahr. Ein funktionierendes Lüftungssystem schützt vor Feuchteschäden und führt gleichzeitig Schadstoffe aus der Raumluft ab.

Die Wohnungen wurden mit einem dezentralen, hybriden Lüftungssystem ausgestattet, das die Anforderungen an die Lüftung kostengünstig erfüllt. Hybrid bedeutet hier die Kombination verschiedener Verfahren wie Lüftung mit Wärmerückgewinnung und reine Abluftverfahren oder Fensterlüftung. Während die Wohnräume mit den Wärmerückgewinnungsgeräten e2 von Lunos be- und entlüftet werden, kommen in den klassischen Ablufträumen kostengünstige Abluftgeräte zum Einsatz. Die Wärmerückgewinnung der Lüftungsgeräte e2 funktioniert nach dem Prinzip des regenerativen Wärmetauschers. Ein Speicherelement lädt sich dabei mit Wärme in einem reversierenden Betrieb auf und gibt diese im Umkehrbetrieb an die zugeführte Außenluft wieder ab. Das hält den Installationsaufwand gering, da das Lüftungssystem kein Kanalnetz benötigt. Die eingesetzten Lüftungsgeräte haben eine Leistungsaufnahme von 1,4 W im Grundlastbetrieb von 15 m³/h bei einem Schalldruckpegel von 17 db(A). Der Wärmebereitstellungsgrad einer Paarung von zwei e2-Geräten liegt bei über 90 %.

Als Dämmung der Außenfassade wurde ein WDV-System des Herstellers Caparol mit einer Gesamtdicke von 200 mm verbaut. Die Fenster erhielten eine 3-fache Wärmeschutzverglasung. Die Dämmung des Flachdachs hat eine Dicke von 16cm. Die vorhandene Einrohrheizung wurde durch das Kermi-Eccolution-Sanierungssystem ergänzt, sodass hier zusätzlich 18 % Energieeinsparung möglich sind. Im Rahmen des Wärmecontracting- Programms mit den Stadtwerken Eckernförde (SWE) erfolgte ein Anschluss an ein neu geschaffenes Blockheizkraftwerk. Die vorhandenen Treppenanlagen wurden durch rampenförmige Zugänge ersetzt.

Zur Planung von dezentralen Lüftungsanlagen

Generell gibt es verschiedene Vorgaben, Richtlinien und Normen, die sich mit der Wohnungslüftung beschäftigen und jeweils unterschiedliche Angaben zu Luftwechselraten usw. liefern. Vorgeschrieben ist bei innenliegenden Ablufträumen die Anwendung der DIN 18017-3. Um von den Vorteilen einzelner Förder- oder Subventionsmaßnahmen profitieren zu können, sind gesonderte Vorgaben zu berücksichtigen. Der Hersteller Lunos empfiehlt darüber hinaus immer die Anwendung der DIN 1946-6 und die Einbeziehung des gesamten Wohnraumes in ein Lüftungskonzept.

Zu Beginn der Planung ist festzustellen, welche rechtlichen und baulichen Rahmenbedingungen einzuhalten sind – z.B. ob innenliegende Räume ohne Fenster vorhanden sind. Danach ist das Lüftungskonzept Teil 1 nach DIN 1946-6 zu erarbeiten. Hierfür gibt es Berechnungstools, wie z.B. das kostenlose Programm unter http://www.lunos.de/download/berechnungshilfen. Dieses verwendet Algorithmen der DIN 1946-6 sowie der DIN 18017-3 und erleichtert die Planung von Lüftungssystemen erheblich. Anhand der von der Norm geforderten Werte für den notwendigen Luftwechsel zur Vermeidung von Feuchteschäden wird ermittelt, ob zusätzliche lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind. Bei Neubauten oder Sanierungen ist jedoch davon auszugehen, dass die moderne Gebäudehülle so dicht ist, dass es ohne ein ventilatorgestütztes Lüftungssystem nicht geht. Hierzu werden notwendige Volumenströme berechnet.

Bei dem Planungsprogramm lassen sich reine Abluftsysteme mit dezentralen Wärmerückgewinnungssystemen kombinieren. Dabei ist zu beachten, dass je zwei Geräte der e2-Baureihe nur im paarweisen Betrieb funktionieren. Bei der Detailplanung ist darauf zu achten, dass die notwendigen Volumenströme in den einzelnen Räumen nicht wesentlich unter- oder überschritten werden. Abweichungen von 10 bis 15 % pro Raum sollen unproblematisch sein.

Bei innenliegenden Räumen ist jeweils ein Abluftsystem einzusetzen, da die e2-Systeme nicht an einen Schacht oder an Rohrleitungen angebunden werden dürfen. Bei der Berechnung des Wärmebereitstellungsgrades ist dann zu berücksichtigen, dass ein Teil der Wohnung ohne Wärmerückgewinnung gelüftet wird. Der Bereitstellungsgrad nimmt dadurch ab. Das Berechnungstool berechnet den neuen Wert, der z.B. für die Bilanz nach EnEV oder für Förderprogramme wichtig ist. Dieser kann über Angabe der Laufzeit des Lüfters pro Tag beeinflusst werden. Es darf hier nicht mehr mit dem Wirkungsgrad des Einzelgerätes gerechnet werden.

Förderkriterien geben die Geräteauswahl vor

Es ist also im Sinne der Effizienz daran gelegen, die Anzahl an Lüftungssystemen ohne Wärmerückgewinnung möglichst klein zu halten. Aus bestimmten Räumen darf keine Luft in andere Räume überströmen, weshalb dort alternativ auch zwei Geräte mit Wärmerückgewinnung als Paar eingesetzt werden können. Wirtschaftlich kann es aber sinnvoller sein, ein Abluftgerät in einen solchen Raum einzuplanen als zwei Wärmerückgewinnungssysteme. Dies ist im Einzelfall zu prüfen, da Förderkriterien Anforderungen an den effektiven Wirkungsgrad des Gesamtsystemes stellen können. Bei Abluftgeräten ist ein Unterdruck durch Außenluftdurchlässe zu verhindern.

Die Gerätepaare des e2 können auch raumübergreifend eingesetzt werden. Es empfiehlt sich, die Geräte so weit wie möglich voneinander entfernt zu planen. Auch stockwerksübergeifend ist dies möglich, solange ein ausreichender Verbund für die Luftströmung vorhanden ist. Der Einbau der Geräte sollte möglichst hoch erfolgen, da oben die warme und verbrauchte Luft steht. Sollen die Geräte in Bodennähe verbaut werden, ist dies aber auch kein Problem. Zugerscheinungen sind nicht zu erwarten, da die einströmende Luft nahezu Raumtemperatur hat, wobei auf freie Zugänglichkeit zu achten ist. In Schlafräumen sollten die Geräte möglichst weit vom Kopfende der Betten platziert werden. Sie sind zwar leise, aber ein Abstand ist immer empfehlenswert, um Belästigungen sicher zu vermeiden.

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